• Der Goldpreis fällt im frühen asiatischen Handel am Dienstag auf rund 4.000 USD.
  • US-Streitkräfte griffen iranische Ziele an, nachdem Trump Teheran gedroht hatte, "wird bezahlen" für die Tötung von drei US-Soldaten.
  • Händler sehen geringe Chancen für eine Zinserhöhung bei der Fed-Sitzung im Juli, haben aber mindestens eine Erhöhung bis Jahresende vollständig eingepreist.

Der Goldpreis (XAU/USD) fiel im frühen asiatischen Handel am Dienstag auf knapp 4.000 USD. Das Edelmetall setzte seine Abwärtsbewegung fort, da die eskalierenden Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten (US) und dem Iran die Ölpreise nach oben trieben und die Inflationssorgen verstärkten.

Bloomberg berichtete am Montag, dass US-Streitkräfte iranische Ziele angriffen, nachdem US-Präsident Donald Trump Teheran gedroht hatte, "wird bezahlen" für die Tötung von drei US-Soldaten. Das US-Zentralkommando (CENTCOM) teilte mit, dass das US-Militär am Montag eine neue Angriffswelle begann, den zehnten Tag in Folge. "Jedes Mal, wenn der Iran einen amerikanischen Soldaten tötet, wird er für diese Tötung vielfach bezahlen!" sagte Trump.

Sorgen über eine Eskalation der Feindseligkeiten im Nahen Osten könnten die Rohölpreise weiter steigen lassen und die Zentralbanken dazu veranlassen, die Zinsen länger auf erhöhtem Niveau zu halten, was die Attraktivität von Gold als zinsloses Asset belastet.

"Gold bleibt negativ mit den Ölpreisen korreliert, wobei die Marktteilnehmer die Entwicklungen im Nahen Osten genau verfolgen," sagte UBS-Analyst Giovanni Staunovo.

Händler bewerten weiterhin die Wahrscheinlichkeit, dass die US-Notenbank (Fed) die Zinsen zur Eindämmung der Inflation anhebt. Swap-Händler sehen nach schwächeren US-Inflationsdaten geringe Chancen für eine Zinserhöhung bei der nächsten Sitzung im Juli, haben aber mindestens eine Erhöhung bis Jahresende vollständig eingepreist.

Die Präsidentin der Cleveland Fed, Beth Hammack, schloss sich am Freitag einem wachsenden Chor von Vertretern an, die ihre Besorgnis über die Inflation äußerten und sagten, dass die Zinsen möglicherweise steigen müssen, um die anhaltende Inflation zu bekämpfen.

Hammack weist auf breit angelegte Inflationsdruck hin und verstärkt den hawkischen Ton der Fed

Hammack von der Fed sendet eine hawkischere Botschaft im Vergleich zum historischen Durchschnitt, wobei der FXS Speechtracker-Wert auf 7,2/10 gegenüber einem Basiswert von 6,6/10 steigt. Die Betonung von Unternehmen, die Maßnahmen zur Eindämmung der Inflation fordern, und von Verbrauchern, die eine "wachsende Verzweiflung" erleben, zusammen mit breit angelegtem Preisdruck durch Energie, Lieferketten, Versicherungen und KI-Datenzentren, unterstreicht den klaren Fokus auf anhaltende Inflationsrisiken, obwohl Wachstum und Konsumausgaben solide bleiben. Die wiederholte Charakterisierung der "anhaltend hohen Inflation" als größeres Problem signalisiert eine Neigung zu einer strafferen Politik oder zumindest zu einem länger anhaltend höheren Zinsniveau für den Dollar.

Der FXS Fed Sentiment Index stieg um 2,06 Punkte auf 128,64 und festigt damit ein deutlich hawkisches Umfeld weit über der neutralen Marke von 100. Diese Entwicklung, in Verbindung mit dem stärkeren FXS Speechtracker-Wert, legt nahe, dass die Märkte mit einer anhaltend restriktiven Geldpolitik rechnen sollten, was einen unterstützenden Hintergrund für den Dollar gegenüber Euro und Yen schafft.

Gold - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.

Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.

Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.

Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.

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