- Gold erreicht neue Höchststände seit dem 5. Juni, da der US-Dollar an Schwung verliert und die Renditen von Staatsanleihen nachgeben.
- Händler warten auf das FOMC-Protokoll für neue Hinweise auf die Zinsaussichten der Fed.
- XAU/USD erobert den 100-Tage-SMA zurück, während die Momentum-Indikatoren konstruktiv bleiben.
Gold (XAU/USD) erholt sich am Mittwoch, da ein schwächerer US-Dollar (USD) und ein deutlicher Pullback bei den langfristigen Renditen von US-Staatsanleihen dem Metall helfen, alle Verluste des Vortags wieder auszugleichen. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts notiert XAU/USD bei rund 4.458 Dollar und liegt damit im Tagesverlauf um über 2,5% im Plus.
Die US-Benchmark-Rendite der 10-jährigen Anleihe ist um mehr als 5 Basispunkte (bps) gefallen und die Rendite der 30-jährigen Anleihe nach der Ankündigung des US-Finanzministeriums, dass es den Umfang seiner Liquiditätsstützungs-Rückkäufe für länger laufende Staatsanleihen erhöhen wird.
Der US-Dollar-Index (DXY), der die Entwicklung des Greenback gegenüber einem Korb aus sechs wichtigen Währungen anzeigt, notiert nahe 99, 0,64% im Minus im Tagesverlauf und damit auf dem niedrigsten Stand seit dem 1. Juni.
Mit Blick nach vorn hängt die kurzfristige Richtung von Gold von Signalen der Federal Reserve (Fed) und Entwicklungen im Nahen Osten ab, während der US-Wirtschaftskalender nur wenige Impulse bietet.
Das Protokoll der Juli-Sitzung des Federal Open Market Committee (FOMC), das um 18:00 GMT veröffentlicht wird, dürfte genau beobachtet werden, da die Unsicherheit über den Zinsausblick der Fed anhält.
Seit der Juli-Sitzung haben schwächer als erwartet ausgefallene Daten vom Arbeitsmarkt und zur Inflation die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung bei der kommenden Sitzung verringert. Händler haben daraufhin die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September laut dem CME FedWatch-Tool auf nur noch 32% gesenkt.
"Jüngste schwächere US-Wirtschaftsdaten haben die Wahrscheinlichkeit weiterer Straffungen gesenkt und damit einen wichtigen Gegenwind für das gelbe Metall gemildert. Gold profitiert zudem von Sorgen über die steigende US-Staatsverschuldung, erneuter Investorennachfrage und stärkeren Käufen durch Zentralbanken, insbesondere aus China," sagte Antreas Themistokleous, Trading-Content-Spezialist bei Exness.
Der durch den Krieg im Nahen Osten ausgelöste Energieschock hält die Inflationsrisiken jedoch weiterhin nach oben gerichtet, stützt die Erwartung, dass die Fed letztlich die Zinsen anheben könnte, und trübt den Ausblick darauf, ob sich die jüngste Erholung von Gold fortsetzen kann.
Technische Analyse: XAU/USD erobert den 100-Tage-SMA zurück
Auf dem Tageschart behält XAU/USD einen bullischen kurzfristigen Bias bei, da es sich über den 100-Tage Simple Moving Average (MA) bei 4.381 USD ausdehnt. Das Momentum bleibt konstruktiv, wobei der Relative Strength Index (RSI) bei 63 im positiven Bereich bleibt, während das Histogramm des Moving Average Convergence Divergence (MACD) über null bleibt und damit darauf hindeutet, dass die Käufer trotz Anzeichen einer nachlassenden Aufwärtsdynamik die Kontrolle behalten.
Auf der Oberseite wird der erste Widerstand durch das obere Bollinger-Band bei 4.528 USD definiert, wo jüngste Anstiege auf Gewinnmitnahmen stoßen könnten. Auf der Unterseite ergibt sich unmittelbare Unterstützung am 100-Tage-MA bei 4.381 USD, gefolgt vom mittleren Bollinger-Band um 4.222 USD.
Ein tieferer Pullback würde einen solideren horizontalen Boden bei 4.000 USD freilegen, vor dem unteren Bollinger-Band nahe 3.916 USD.
(Die technische Analyse dieser Geschichte wurde mit Hilfe eines KI-Tools verfasst. Mehr erfahren.)
Gold - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.
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