- Der Goldpreis steigt im frühen asiatischen Handel am Freitag auf knapp 4.120 USD.
- US-Beamte signalisierten, dass sie weiterhin zum MOU mit Iran stehen, nachdem Trump erklärt hatte, es sei „vorbei“.
- Hawkische Fed-Erwartungen könnten den Aufwärtstrend des Goldpreises begrenzen.
Der Goldpreis (XAU/USD) erholt sich im frühen asiatischen Handel am Freitag auf rund 4.120 USD. Das Edelmetall steigt leicht, da Händler eine Wiederaufnahme des Krieges im Nahen Osten abwägen.
Das Weiße Haus signalisierte, dass es weiterhin zum Memorandum of Understanding mit dem Iran steht, obwohl US-Präsident Donald Trump Anfang der Woche erklärt hatte, dass das Rahmenabkommen zur Beendigung des Iran-Kriegs „vorbei“ sei, nachdem Teheran Angriffe auf Schiffe in der Straße von Hormus und auf Nachbarländer durchgeführt hatte.
Die Unsicherheit bleibt jedoch hoch, da Trump sagte, die Angriffe würden „viel schlimmer“ werden, falls Teheran erneut Schiffe in der Straße angreift. Am Donnerstag zielte die Islamische Republik auf US-Stützpunkte in Bahrain, Kuwait und Katar. Jordanien fing laut Axios acht vom Iran abgefeuerte Raketen ab.
Die eskalierenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran könnten die Rohölpreise nach oben treiben, Inflationsängste schüren und die Federal Reserve (Fed) zwingen, ihre längerfristig höhere Zinspolitik beizubehalten.
Die Veröffentlichung des Protokolls der Fed-Sitzung im Juni, die der erste unter Vorsitz von Kevin Warsh war, zeigte eine gespaltene Zentralbank, die unsicher ist, wie sie bei den Zinsen ohne weitere Informationen zur Inflation vorgehen soll.
Im Protokoll hieß es, dass „viele Teilnehmer angaben, dass das angemessene Niveau des Leitzinses zum Jahresende innerhalb oder leicht unter der aktuellen Zielspanne liegen würde“, während „viele andere Teilnehmer jedoch einschätzten, dass das angemessene Niveau des Leitzinses über der aktuellen Zielspanne liegen würde“.
Gold - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.
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Das sollten Sie am Freitag, den 10. Juli, im Blick behalten:
Der US-Dollar bewegte sich am Donnerstag in einer engen Spanne, baute die Verluste des Vortages aus und erreichte kurzzeitig mehrtägige Tiefstände. In der Zwischenzeit setzten sich die geopolitischen Spannungen fort, während die Anleger den vorsichtigen Ton der FOMC-Protokolle vom Mittwoch weitgehend zu ignorieren schienen.