• GBP/JPY konsolidiert innerhalb der wöchentlichen Spanne über 210,00 am Freitag.
  • US-Iran-Konflikt hebt den Ölpreis an und belebt globale Inflationssorgen.
  • Märkte schrauben die Wetten auf Zinssenkungen der BoE zurück und verschieben die Erwartungen an Zinserhöhungen der BoJ.

GBP/JPY handelt am Freitag wenig verändert und konsolidiert innerhalb der Wochenrange, während Händler den geldpolitischen Ausblick für große Zentralbanken neu bewerten. Steigende Ölpreise, die mit dem eskalierenden US-Iran-Konflikt verbunden sind, befeuern Inflationssorgen, die zukünftige Zinspolitikentscheidungen beeinflussen könnten.

Zum Zeitpunkt der Erstellung handelt GBP/JPY bei etwa 210,70 und ist auf dem Weg zu einem dritten wöchentlichen Gewinn, da die breiten Zinsdifferenzen weiterhin das Pfund Sterling (GBP) gegenüber dem niedrigverzinslichen japanischen Yen (JPY) unterstützen.

Der US-Iran-Konflikt dominiert weiterhin die Marktstimmung, ohne Anzeichen einer Deeskalation. Die eskalierenden Spannungen verankern eine geopolitische Risikoprämie in den Energiemärkten, während es weiterhin zu Versorgungsunterbrechungen durch die Straße von Hormuz kommt, einem wichtigen Transportweg für globale Öllieferungen.

Die Märkte haben die Erwartungen an kurzfristige Lockerungen der Bank of England (BoE) seit der Eskalation des Konflikts im Nahen Osten zurückgeschraubt. Zinsfutures preisen nun eine Wahrscheinlichkeit von etwa 20-30% für eine Zinssenkung um 25 Basispunkte (bps) im März ein, im Vergleich zu rund 80% vor dem Konflikt. Die Märkte preisen auch nicht mehr vollständig zwei Zinssenkungen im Jahr 2026 ein und sehen weniger als 50% Wahrscheinlichkeit für eine einzelne Zinssenkung um 25 bps bis Ende des Jahres.

In der Zwischenzeit wurden die Erwartungen an die nächste Zinserhöhung der Bank of Japan (BoJ) ebenfalls nach hinten verschoben, da die Entscheidungsträger die wirtschaftlichen Auswirkungen höherer Ölpreise bewerten. Japan ist stark von importierter Energie abhängig, was bedeutet, dass ein anhaltender Anstieg der Energiekosten das Wirtschaftswachstum belasten könnte.

Händler erwarten nun, dass die Bank of Japan (BoJ) die Zinssätze bei der bevorstehenden Zinssitzung im März stabil hält, während der Zeitpunkt der nächsten Zinserhöhung ungewiss bleibt.

Der ehemalige Chefökonom der BoJ, Seisaku Kameda, sagte am Freitag, dass die BoJ, falls sich der Konflikt als kurzlebig erweist und die Spannungen in diesem Monat nachlassen, ihren Leitzins von derzeit 0,75% möglicherweise bereits im April auf 1,0% anheben könnte, berichtete Reuters. Sollte der Krieg jedoch anhalten und die Marktvolatilität hoch bleiben, könnte die Zentralbank die nächste Zinserhöhung bis etwa Juni oder Juli hinauszögern, fügte Kameda hinzu.

In der Zwischenzeit hält die anhaltende Schwäche des japanischen Yen die japanischen Behörden in Alarmbereitschaft. Finanzministerin Satsuki Katayama sagte am Freitag, dass die Beamten den Markt genau beobachten und „schnell reagieren werden, während sie eng mit den ausländischen Behörden kommunizieren.“

Katayama fügte hinzu, dass die Geldpolitik der Bank of Japan „darauf abzielt, Preisstabilität zu erreichen, nicht darauf, Wechselkurse zu manipulieren.“

Zentralbanken - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Zentralbanken wie die US-Notenbank oder die Europäische Zentralbank haben die Aufgabe, Preisstabilität zu gewährleisten. Dies erreichen sie, indem sie die Zinsen anpassen und so die Inflation kontrollieren.

Zentralbanken haben ein zentrales Instrument, um die Inflation zu steuern: den Leitzins. Zu festgelegten Terminen veröffentlicht die Bank ihre Zinsentscheidung, in der sie den Leitzins entweder beibehält, senkt oder anhebt. Dies beeinflusst die Zinssätze von Sparguthaben und Krediten, was wiederum Auswirkungen auf das Spar- und Investitionsverhalten der Wirtschaft hat. Zinserhöhungen werden als geldpolitische Straffung bezeichnet, Zinssenkungen als geldpolitische Lockerung.

Eine Zentralbank agiert häufig unabhängig von der Politik. Bevor Mitglieder in den geldpolitischen Rat berufen werden, durchlaufen sie verschiedene Anhörungen und Prüfungen. Jedes Mitglied bringt dabei seine eigene Überzeugung mit, wie die Zentralbank Inflation steuern und die Geldpolitik gestalten sollte. Befürworter einer lockeren Geldpolitik, die niedrige Zinsen und günstige Kredite fördern, um das Wirtschaftswachstum anzutreiben – selbst auf Kosten einer leicht über 2 % liegenden Inflation –, werden als „Tauben“ bezeichnet. „Falken“ hingegen bevorzugen höhere Zinsen, um Sparen zu belohnen, und sehen es als ihre Priorität, die Inflation unter Kontrolle zu halten, bis sie bei oder unter 2 % liegt.

Normalerweise wird jede Sitzung einer Zentralbank von einem Vorsitzenden oder Präsidenten geleitet, der zwischen den verschiedenen Lagern – den sogenannten „Falken“ und „Tauben“ – einen Konsens herstellen muss. Kommt es zu einem Patt bei der Abstimmung, entscheidet der Vorsitzende und verhindert so eine 50:50-Stimmengleichheit über mögliche geldpolitische Anpassungen. Der Vorsitzende hält zudem regelmäßig öffentliche Reden, in denen die aktuelle geldpolitische Ausrichtung und zukünftige Erwartungen kommuniziert werden – diese können oft live mitverfolgt werden. Das Ziel einer Zentralbank ist es, ihre geldpolitischen Maßnahmen umzusetzen, ohne dabei heftige Schwankungen bei Zinssätzen, Aktienmärkten oder der eigenen Währung auszulösen. Bereits vor geldpolitischen Sitzungen geben die Mitglieder ihre Einschätzungen indirekt an die Märkte weiter. In den letzten Tagen vor einer Sitzung herrscht jedoch eine „Blackout-Periode“, während der die Mitglieder keine öffentlichen Äußerungen machen dürfen, bis die neuen Maßnahmen offiziell verkündet wurden.

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