Ökonomen von Nomura erörtern die politischen Aussichten der EZB.
Die EZB wird die Kerninflation und die Dienstleistungspreise in den kommenden Monaten genau beobachten
Bislang ist die Kerninflation gegenüber ihrem Höchststand nur um 0,4 Prozentpunkte gesunken - mit 5,3 % sind wir also noch weit davon entfernt, die Straffung der Geldpolitik als erledigt zu betrachten. Die EZB wird die Kerninflation und die Dienstleistungspreise in den kommenden Monaten aufmerksam beobachten - insbesondere die monatliche Dynamik dieser Reihen - um zu beurteilen, ob der Druck ausreichend nachgelassen hat, um den Zinserhöhungszyklus zu beenden.
Wir gehen davon aus, dass die EZB die Zinssätze ab jetzt noch zweimal anheben wird, d. h. zweimal um 25 Basispunkte im Juni und Juli, um einen Endsatz von 3,75 % zu erreichen. Danach könnte die EZB den Zinserhöhungszyklus beenden, sofern sich die Kernpreisdynamik ausreichend verlangsamt hat. Zu diesem Zeitpunkt werden die Märkte unweigerlich die Frage stellen, wann die erste Zinssenkung erfolgen könnte. Wir gehen nach wie vor davon aus, dass dies viel später als von den Märkten erwartet und nicht vor Ende 2024 geschehen wird.
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