- EUR/JPY-Kreuz kämpft darum, angesichts gemischter fundamentaler Signale nennenswerte Zugkraft zu gewinnen.
- Die politische Unsicherheit in Deutschland überschattet den positiven EMI und die zunehmenden Wetten auf eine Zinserhöhung der EZB.
- Der dovishe Ausblick der BoJ belastet den JPY weiterhin und stützt damit das Kreuz.
Das EUR/JPY-Kreuz schwankt in der ersten Hälfte der europäischen Sitzung am Mittwoch zwischen leichten Gewinnen und kleinen Verlusten und bewegt sich nach der Veröffentlichung der vorläufigen Einkaufsmanagerindizes (PMIs) für die Eurozone kaum. Die Spotpreise bleiben jedoch innerhalb der breiteren Handelsspanne des Vortags gefangen und handeln derzeit knapp über der psychologischen Marke von 180,00, nahezu unverändert im Tagesverlauf.
Der vorläufige HCOB Composite PMI für die Eurozone widersetzte sich den Erwartungen und sprang im September auf 53,1, was den höchsten Wert seit April 2023 darstellt. Sowohl im verarbeitenden Gewerbe als auch im Dienstleistungssektor wurde ein solides Wachstum verzeichnet, wobei Letzterer ein wesentlicher Treiber der Verbesserung im September war. Zusätzliche Details der Umfrage zeigten, dass die Unternehmen mit dem stärksten Anstieg der Betriebskosten seit vier Monaten konfrontiert waren, was die Argumente für eine weitere Zinserhöhung durch die Europäische Zentralbank (EZB) bereits im Oktober stärkt.
Der Euro hat jedoch angesichts der politischen Instabilität in Deutschland – der größten Volkswirtschaft der Eurozone – Mühe, nennenswerte Käufer anzuziehen. Tatsächlich erlitt die Christlich Demokratische Union (CDU) von Bundeskanzler Friedrich Merz bei Landtagswahlen demütigende Niederlagen. Merz’ CDU liegt derzeit unter der für den Einzug ins Parlament erforderlichen 5%-Hürde, was Spekulationen anheizt, dass er im Rahmen eines sogenannten Kanzlerwechsels vorzeitig ersetzt werden könnte. Dies belastet die Gemeinschaftswährung weiterhin und begrenzt das EUR/JPY-Kreuz.
Der japanische Yen (JPY) hingegen setzt seine relative Underperformance angesichts der dovishen Zinserhöhung der Bank of Japan (BoJ) auf ein 31-Jahres-Hoch in der vergangenen Woche fort. Dies wiederum hilft, die Abwärtsbewegung des Währungspaares zu begrenzen. Allerdings könnten Interventionssorgen die JPY-Bären davon abhalten, aggressive Wetten abzuschließen. Der gemischte fundamentale Hintergrund wiederum rechtfertigt eine gewisse Vorsicht, bevor man sich für eine Ausweitung der jüngsten Erholung aus dem Bereich von 177,80, oder dem am vergangenen Montag erreichten Jahrestief, positioniert.
Wirtschaftsindikator
HCOB Composite EMI
Der Composite PMI wird monatlich von S&P Global und der Hamburg Commercial Bank (HCOB) veröffentlicht und gilt als wichtiger Frühindikator für die wirtschaftliche Aktivität in der Eurozone – sowohl im verarbeitenden Gewerbe als auch im Dienstleistungssektor. Grundlage des Index sind Umfragen unter Führungskräften, wobei jede Antwort nach der Unternehmensgröße und dessen Beitrag zur Gesamtproduktion des jeweiligen Sektors gewichtet wird. Die Befragten geben an, wie sich bestimmte Geschäftsfaktoren im laufenden Monat im Vergleich zum Vormonat verändert haben. Die Ergebnisse können frühzeitig Hinweise auf Trends in wichtigen volkswirtschaftlichen Kennzahlen wie dem Bruttoinlandsprodukt (BIP), der Industrieproduktion, der Beschäftigung und der Inflation geben. Der Index bewegt sich zwischen 0 und 100. Ein Wert von 50,0 zeigt keine Veränderung zum Vormonat. Werte über 50 deuten auf eine allgemeine Expansion der privaten Wirtschaft hin und gelten als bullishes Signal für den Euro (EUR). Werte unter 50 signalisieren hingegen einen Rückgang der wirtschaftlichen Aktivität und werden meist als bärisch für den EUR gewertet.
Mehr lesenLetzte Veröffentlichung: Mi Sept. 23, 2026 08:00 (Zuvor)
Häufigkeit: Monatlich
Aktuell: 53.1
Prognose: 51.5
Vorher: 52
Quelle: S&P Global
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Das sollten Sie am Mittwoch, den 23. September, im Blick behalten:
Der US-Dollar übertrifft am frühen Mittwoch seine wichtigsten Rivalen, wobei der USD-Index auf über 100,70 steigt und damit den höchsten Stand seit Ende Juli erreicht. Der Wirtschaftskalender wird später am Tag vorläufige Daten zum Einkaufsmanager-Index (EMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor für September aus Deutschland, der Eurozone, Großbritannien und den USA enthalten.