• EUR/JPY notiert bei rund 183,90, ein moderater Anstieg von 0,06 % in einer scheinbaren Ruhe, die tiefgreifende zugrundeliegende Spannungen verbirgt.
  • Die Bank of Japan behält eine hawkische Ausrichtung bei, wobei Vorstandsmitglieder eine Normalisierung des Leitzinses auf ein neutrales Niveau von etwa 2 % fordern.
  • Das deutsche Verbrauchervertrauen bleibt im Juli fragil und begrenzt die Nachfrage nach dem Euro trotz des offensiven Tons der Europäischen Zentralbank.

EUR/JPY notiert am Donnerstag zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts bei rund 183,90, ein Tagesanstieg von nur 0,06 %, ein nahezu symbolischer Gewinn, der die Zurückhaltung des Marktes angesichts zweier divergierender, aber beide restriktiver werdender geldpolitischer Dynamiken widerspiegelt.

Auf europäischer Seite erhöhte die Europäische Zentralbank (EZB) auf ihrer geldpolitischen Sitzung im Juni den Einlagensatz um 25 Basispunkte (bps) auf 2,25 %, eine Entscheidung vor dem Hintergrund einer durch geopolitische Spannungen im Nahen Osten geschwächten Wirtschaft. 

Isabel Schnabel, Mitglied des EZB-Direktoriums, behielt am Donnerstag einen entschlossen hawkischen Ton bei und erklärte, dass weitere Zinserhöhungen notwendig bleiben, um die Inflation wieder auf das 2 %-Ziel zu bringen, und dass die aktuellen Zinssätze noch nicht im restriktiven Bereich liegen. Sie betonte auch, dass die relative Widerstandsfähigkeit der europäischen Wirtschaft eine weitere geldpolitische Straffung rechtfertigt und widersprach der Idee einer vorzeitigen Pause. Diese Haltung bietet technischen Support für den Euro (EUR), indem sie den Verkaufsdruck auf die Währung begrenzt.

Das europäische makroökonomische Bild bleibt jedoch differenziert. Die deutsche GfK-Verbraucherstimmung für Juli lag bei -29,2, eine leichte Verbesserung gegenüber dem im Juni nach oben revidierten Wert von -29,7, aber deutlich unter den Markterwartungen von -27,5. Diese Fragilität der Inlandsnachfrage in Deutschland, der größten Volkswirtschaft der Eurozone, dämpft die Wirkung der hawkischen Rhetorik der EZB und erinnert daran, dass die geldpolitische Straffung auf unsicherem wirtschaftlichem Boden stattfindet.

Auf der anderen Seite des Währungspaares zieht der japanische Yen (JPY) seine eigene institutionelle Unterstützung. Die Bank of Japan (BoJ) hält an einer Ausrichtung auf geldpolitische Normalisierung fest, wie im Summary of Opinions ihrer Juni-Sitzung zum Ausdruck kommt, bei der mehrere Vorstandsmitglieder die Notwendigkeit betonten, die Zinserhöhungen zu beschleunigen, um ein als neutral für die Wirtschaft angesehenes Niveau zu erreichen. BoJ-Vorstandsmitglied Naoki Tamura bekräftigte die Bedeutung, den Leitzins näher an das neutrale Niveau heranzuführen, das auf etwa 2 % geschätzt wird.

Darüber hinaus führt die Spekulation über eine koordinierte Intervention am Devisenmarkt zwischen den Vereinigten Staaten (US) und Japan einen zusätzlichen Risikofaktor für Short-Positionen im JPY ein. Die japanische Finanzministerin Satsuki Katayama und der US-Finanzminister Scott Bessent einigten sich darauf, bei Bedarf Maßnahmen im Währungsbereich zu ergreifen, eine Erklärung, die die Erwartungen an Interventionen schürte und dem japanischen Yen vorübergehend Auftrieb gab. Japans Kabinettssekretär Minoru Kihara signalisierte ebenfalls, dass angemessene Maßnahmen als Reaktion auf übermäßige Bewegungen am Devisenmarkt in Betracht gezogen werden könnten. Dieser Hintergrund hält einen impliziten Boden unter dem japanischen Yen, der das Aufwärtspotenzial für EUR/JPY kurzfristig mechanisch begrenzt.

Euro - heute

Die folgende Tabelle zeigt die prozentuale Veränderung von Euro (EUR) gegenüber den aufgeführten Hauptwährungen heute. Euro war am stärksten gegenüber dem Japanischer Yen.

USD EUR GBP JPY CAD AUD NZD CHF
USD -0.10% -0.21% 0.00% -0.04% -0.06% -0.03% -0.18%
EUR 0.10% -0.09% 0.13% 0.07% 0.06% 0.10% -0.06%
GBP 0.21% 0.09% 0.21% 0.19% 0.15% 0.20% 0.02%
JPY 0.00% -0.13% -0.21% -0.04% -0.07% -0.05% -0.20%
CAD 0.04% -0.07% -0.19% 0.04% -0.04% 0.01% -0.15%
AUD 0.06% -0.06% -0.15% 0.07% 0.04% 0.03% -0.10%
NZD 0.03% -0.10% -0.20% 0.05% -0.01% -0.03% -0.18%
CHF 0.18% 0.06% -0.02% 0.20% 0.15% 0.10% 0.18%

Die Heatmap zeigt die prozentuale Entwicklung der wichtigsten Währungen im Vergleich zueinander. Die Basiswährung wird aus der linken Spalte ausgewählt, während die Notierungswährung aus der oberen Zeile ausgewählt wird. Wenn Sie zum Beispiel Euro aus der linken Spalte auswählen und sich entlang der horizontalen Linie zum US-Dollar bewegen, wird die prozentuale Veränderung in der Box als EUR (Basis)/USD (Notierungswährung) angezeigt.

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