- EUR/USD bleibt stabil, während der US-Dollar versucht, sich angesichts steigender Stagflationssorgen zu stabilisieren.
- Fed-Vertreter Bostic stellte fest, dass die US-Zentralbank noch einen langen Weg vor sich hat, um ihr Inflationsziel von 2% zu erreichen.
- Es wird allgemein erwartet, dass die EZB am Donnerstag eine Zinssenkung um 25 Basispunkte beschließt.
EUR/USD setzt seinen Rückgang in der zweiten aufeinanderfolgenden Sitzung fort und handelt während der asiatischen Handelsstunden am Dienstag nahe 1,1350. Das Paar schwächt sich ab, während der US-Dollar (USD) versucht, Stabilität zu gewinnen, angesichts wachsender Sorgen über Stagflation.
In den frühen Stunden am Dienstag kommentierte der Präsident der Atlanta Fed, Raphael Bostic, dass die Federal Reserve noch einen langen Weg vor sich hat, um die Inflation auf ihr Ziel von 2% zu senken. Seine Bemerkungen dämpften die Markterwartungen für weitere Zinssenkungen in naher Zukunft.
In einer Abkehr von ihrer früheren Einschätzung erwartet die Deutsche Bank nun eine Zinssenkung um 25 Basispunkte im Dezember – die erste prognostizierte Senkung für 2025 – gefolgt von zwei weiteren Senkungen im ersten Quartal 2026. Die Bank prognostiziert einen Endzinssatz zwischen 3,5% und 3,75%.
Die Marktteilnehmer richten nun ihre Aufmerksamkeit auf die Kreditumfrage der Europäischen Zentralbank (EZB), die wichtige Einblicke in die Einschätzung der EZB zu monetären und wirtschaftlichen Bedingungen vor ihrer Sitzung am Donnerstag bieten könnte. Die Europäische Zentralbank (EZB) wird am Donnerstag ihre geldpolitische Sitzung abhalten, wobei die Märkte allgemein mit einer Zinssenkung um 25 Basispunkte rechnen.
Der Euro hat auch Unterstützung gefunden, angesichts eskalierender globaler Handelskonflikte und Unsicherheiten bezüglich der US-Zollpolitik, die Ängste vor einer möglichen Rezession neu entfacht und das Vertrauen der Anleger in US-Vermögenswerte untergraben haben.
Investoren werden genau auf die Kommentare der EZB zu den Auswirkungen der Handelskonflikte auf die Eurozone und die zukünftige Zinsentwicklung achten.
Euro FAQs
Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.
Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.
Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.
Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.
Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.
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Das sollten Sie am Donnerstag, den 22. Januar, im Blick behalten:
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