- GBP/USD bleibt den dritten Tag in Folge unter Druck und scheint anfällig für weitere Verluste.
- Der divergierende Ausblick von BoE und Fed war ein Schlüsselfaktor hinter der Underperformance des GBP.
- Geopolitische Unsicherheiten stützen den sicheren Hafen USD und bestätigen den negativen Ausblick.
Das Währungspaar GBP/USD kämpft damit, an die moderate Erholung des Vortages aus dem Bereich von 1,3320, oder dem niedrigsten Stand seit dem 29. Juli, anzuknüpfen, und hält am Mittwoch den dritten Tag in Folge an einer negativen Tendenz fest. Die Spotpreise handeln während der asiatischen Sitzung unterhalb der mittleren 1,3300er-Marke und scheinen vor dem Hintergrund eines bärischen fundamentalen Umfelds anfällig für weitere Rückgänge.
Das Britische Pfund (GBP) setzt seine relative Underperformance gegenüber seinem US-Pendant fort, gestützt auf die vorsichtigere Haltung der Bank of England (BoE) beim Halten oder einer schrittweisen Lockerung angesichts von Stagflationssorgen. Im Gegensatz dazu hat die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) ihre erste Zinserhöhung seit drei Jahren vorgenommen und eine weitere Anhebung in diesem Jahr signalisiert. Der divergierende Ausblick wiederum wird als Belastung für das GBP gesehen, was zusammen mit einem bullischen US-Dollar (USD) als Gegenwind für das Währungspaar GBP/USD wirkt.
Der hawkishe Ausblick der Fed unterstützt den Greenback zusammen mit anhaltenden geopolitischen Unsicherheiten dabei, seine jüngsten kräftigen Gewinne auf dem höchsten Stand seit dem 30. Juli zu behaupten. USD-Bullen warten jedoch auf weitere Entwicklungen rund um die Nahost-Krise und blicken gespannt auf ein wichtiges Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und seinem chinesischen Amtskollegen Xi Jinping am Donnerstag. Hinzu kommt, dass schwächere US-Anleiherenditen den Buck deckeln könnten und dazu beitragen sollten, die Verluste des Währungspaares GBP/USD zu begrenzen.
Die Preise für US-Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) fielen am Dienstag auf ein Tief von mehr als zwei Wochen angesichts von Anzeichen diplomatischer Fortschritte zwischen den USA und dem Iran. Hinzu kommt, dass der Iran Berichten zufolge angeboten hat, die Straße von Hormus im Gegenzug für eine militärische Deeskalation der USA wieder freizugeben, was Händler dazu veranlasst, einen Teil des geopolitischen Risikoaufschlags herauszupreisen und die Inflationssorgen zu lindern. Dies wiederum hält die Renditen von US-Staatsanleihen unter mehrjährigen Höchstständen gedrückt und begrenzt den Greenback, was vor dem Eingehen neuer bärischer Wetten auf das Währungspaar GBP/USD zur Vorsicht mahnt.
Händler warten nun auf die Veröffentlichung der Flash-PMIs aus Großbritannien und den USA, um neue Impulse zu erhalten. Abgesehen davon werden Reden einflussreicher FOMC-Mitglieder den USD bewegen. Darüber hinaus sollten die eingehenden geopolitischen Schlagzeilen dazu beitragen, kurzfristige Handelsmöglichkeiten rund um das Währungspaar GBP/USD zu schaffen. Nichtsdestotrotz scheint der oben genannte fundamentale Hintergrund zugunsten bärischer Händler geneigt zu sein, was darauf hindeutet, dass jeder Erholungsversuch eher zum Verkauf genutzt werden dürfte.
GBP/USD Tages-Chart
Technische Analyse
Das GBP/USD-Paar behält einen gedeckelten Ton unter dem 200-Tage Simple Moving Average (SMA) bei 1,3454 und den mittleren Fibonacci-Retracement-Niveaus bei. Die Spotpreise liegen knapp unter dem 61,8%-Retracement bei 1,3343, was eine leicht rückläufige Tendenz verstärkt. Unterdessen liegt die erste Unterstützung beim 78,6%-Retracement bei 1,3253, vor einer tieferen strukturellen Untergrenze bei 1,3139, die mit dem jüngsten Swing-Tief übereinstimmt.
Auf der Oberseite ergibt sich der unmittelbare Widerstand bei 1,3343, dem 61,8%-Fibo.-Retracement, gefolgt vom 50,0%-Niveau bei 1,3406 und dem 200-Tage-SMA bei 1,3454, bevor eine höhere Barriere beim 38,2%-Retracement nahe 1,3469 liegt. Weiter oben schützen das 23,6%-Niveau bei 1,3547 und der Zyklus-Anker um 1,3672 den breiteren bullischen Pfad.
(Die technische Analyse dieser Nachricht wurde mithilfe eines KI-Tools erstellt. Mehr erfahren.)
Pfund Sterling - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Das Pfund Sterling (GBP) ist die älteste Währung der Welt (886 n. Chr.) und die offizielle Währung des Vereinigten Königreichs. Es ist die am vierthäufigsten gehandelte Währungseinheit auf dem Devisenmarkt (FX) der Welt und macht 12 % aller Transaktionen aus, was durchschnittlich 630 Milliarden US-Dollar pro Tag entspricht. Die wichtigsten Währungspaare sind GBP/USD, auch bekannt als "Cable", das 11 % des FX-Handels ausmacht, GBP/JPY oder "Dragon", wie es von Händlern genannt wird (3 %) und EUR/GBP (2 %). Das Pfund Sterling wird von der Bank of England (BoE) ausgegeben.
Der wichtigste Faktor, der den Wert des Britischen Pfunds beeinflusst, ist die Geldpolitik, die von der Bank of England festgelegt wird. Die BoE richtet ihre Entscheidungen danach aus, ob sie ihr Hauptziel der „Preisstabilität“ – eine Inflationsrate von etwa 2 % – erreicht hat. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anpassung der Zinssätze. Wenn die Inflation zu hoch ist, wird die BoE versuchen, sie durch Zinserhöhungen zu dämpfen, was in der Regel positiv für das Pfund ist, da höhere Zinsen das Vereinigte Königreich für internationale Investoren attraktiver machen. Fällt die Inflation zu niedrig aus, deutet dies auf ein langsameres Wirtschaftswachstum hin, und die BoE könnte die Zinsen senken, um das Kreditangebot zu erhöhen und Investitionen anzuregen.
Wirtschaftsdaten sind zentrale Indikatoren für die Stärke der britischen Wirtschaft und beeinflussen maßgeblich den Wert des Pfund Sterling. Daten wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI) und Arbeitslosenzahlen geben Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung. Eine robuste Wirtschaft zieht ausländische Investitionen an und könnte die Bank of England (BoE) dazu bewegen, die Zinsen zu erhöhen, was das Pfund unterstützt. Schwächere Daten hingegen führen zu einem Abwärtstrend des Pfunds.
Für das britische Pfund ist die Handelsbilanz ein wichtiger Indikator. Sie misst den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe über einen bestimmten Zeitraum. Exportiert ein Land stark nachgefragte Güter, führt die höhere Nachfrage aus dem Ausland zu einer Stärkung der Währung. Eine positive Handelsbilanz stärkt das Pfund, während ein Defizit die Währung schwächt.
Es wird alles unternommen, um genaue und vollständige Informationen bereitzustellen. Doch mit den Tausenden zur Verfügung gestellten Dokumenten, die oft innerhalb kurzer Zeit hochgeladen werden, können wir nicht garantieren, dass keine Fehler auftreten. Jede Wiederveröffentlichung oder Weiterverbreitung von FXStreet Inhalten ist ohne die vorherige schriftliche Zustimmung von FXStreet verboten. Der Handel mit Devisen auf Margin (Verrechnungskonto) trägt ein hohes Risiko und ist möglicherweise nicht für alle Investoren geeignet. Der hohe Hebel kann gegen Sie, sowie für Sie arbeiten. Vor der Entscheidung am Devisenmarkt zu handeln, sollten Sie sorgfältig Ihre Anlageziele, Erfahrung und Risikobereitschaft prüfen. Es besteht die Möglichkeit, dass Sie einen Verlust einiger oder aller Ihrer Investitionen erleiden und deshalb sollten Sie kein Geld investieren, dass Sie sich nicht leisten können zu verlieren. Sie sollten sich aller Risiken bewusst sein, die mit dem Devisenhandel verbunden sind und konsultieren Sie einen unabhängigen Finanzberater, wenn Sie irgendwelche Zweifel haben. Alle Meinungen, Nachrichten, Forschungen, Analysen, Kurse oder andere Informationen, welche diese Informationen enthalten, die von FXStreet, seinen Angestellten, Mitarbeitern oder Partnern bereit gestellt werden, sind als allgemeine Marktkommentare zu verstehen und bieten keine Anlageberatung. FXStreet übernimmt keine Haftung für irgendwelche Verluste oder Schäden, einschließlich, ohne Beschränkung auf entgangene Gewinne, die direkt oder indirekt mit der Verwendung oder im Vertrauen auf diese Informationen entstehen.
NEUESTE NACHRICHTEN
Autor wählen
Goldpreis in Gefahr? Bernstein nennt einen unterschätzten Risikofaktor
Zinsrisiko wird unterschätzt - Deutsche Bank warnt vor größerem Straffungszyklus
XRP greift nach 1,50 Dollar - Derivate geben der Rally neuen Schub
Trump trifft Xi: Warum die Märkte diesen Gipfel so genau beobachten
US-Präsident Donald Trump und der chinesische Präsident Xi Jinping werden sich am Donnerstag in Washington zu einem von den Märkten genau beobachteten Gipfeltreffen treffen. Das Treffen könnte darüber entscheiden, ob die beiden größten Volkswirtschaften der Welt ihre Waffenruhe verlängern oder in eine neue Phase der Unsicherheit eintreten.