• GBP/USD gewinnt Stärke und steigt am frühen Dienstag im europäischen Handel auf rund 1,3450. 
  • Die britische Arbeitslosenquote blieb im Mai stabil bei 4,9%. 
  • Die USA starteten neue Angriffe auf den Iran, während Trump mit Vergeltung für den Tod amerikanischer Soldaten drohte. 

Das Währungspaar GBP/USD hält sich am frühen Dienstag im europäischen Handel nahe 1,3450 auf positivem Terrain. Das Pfund Sterling (GBP) stärkt sich gegenüber dem US-Dollar (USD) nach dem britischen Arbeitsmarktbericht. Die Aufmerksamkeit wird sich auf die britischen Verbraucherpreisindex (VPI)-Inflationsdaten richten, die später am Mittwoch veröffentlicht werden. 

Die am Dienstag vom Office for National Statistics (ONS) veröffentlichten Daten zeigten, dass die britische ILO-Arbeitslosenquote in den drei Monaten bis Mai stabil bei 4,9% blieb. Diese Zahl lag unter dem Marktkonsens von 5,0%.

Unterdessen stieg die Zahl der Personen, die Arbeitslosenunterstützung beantragen, im Juni um 6,7K, gegenüber einer revidierten Zunahme von 1,3K zuvor, was besser als der erwartete Anstieg von 28,3K war. Die Daten zur Beschäftigungsveränderung beliefen sich im Mai auf 147K gegenüber 100K im April.   

Das Pfund (Cable) steigt als unmittelbare Reaktion auf die britischen Arbeitsmarktdaten leicht an. Händler werden am Mittwoch weitere Hinweise aus dem britischen VPI-Inflationsbericht erwarten, um neue Impulse zu erhalten. Für den Gesamt-VPI wird ein Anstieg von 2,7% im Jahresvergleich im Juni erwartet, während der Kern-VPI im gleichen Zeitraum voraussichtlich um 2,5% zulegen wird. 

Der neue britische Premierminister Andy Burnham trat am Montag sein Amt an und versprach, an den fiskalischen Regeln festzuhalten, wobei er betonte, dass er keine "Risiken für die Wirtschaft eingehen" werde. Burnham ernannte den ehemaligen Verteidigungsminister John Healey zum Schatzkanzler.

"Es ist noch unklar, wie genau Burnhams Wirtschaftspolitik aussehen wird, was zu erheblicher Verwirrung führt und daher am Montag zu einem Ausverkauf am Anleihemarkt führte," sagte Kathleen Brooks, Forschungsdirektorin bei XTB. 

Händler werden die Entwicklungen rund um die Spannungen zwischen den USA und dem Iran genau beobachten. CNBC berichtete am Dienstag, dass die US-Luftangriffe auf den Iran nach dem Tod von drei US-Soldaten bereits in den zehnten Tag gehen. US-Präsident Donald Trump sagte am Montag, dass der Iran für den Tod der drei US-Soldaten bezahlen werde. 

Die iranischen Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) erklärten, sie hätten US-Militärziele, darunter Luftabwehrsysteme in Bahrain und Kuwait, angegriffen. Das iranische Militär gab an, zwei Luftabwehrsysteme und eine Radarstation an zwei verschiedenen US-Stützpunkten in Bahrain sowie Raketenabwehrsysteme, Radare und Satellitenempfangssysteme in Kuwait getroffen zu haben. Die steigenden Spannungen im Nahen Osten könnten eine sichere Hafenwährung wie den Greenback stärken und kurzfristig Gegenwind für das Hauptwährungspaar erzeugen. 

Pfund Sterling - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Das Pfund Sterling (GBP) ist die älteste Währung der Welt (886 n. Chr.) und die offizielle Währung des Vereinigten Königreichs. Es ist die am vierthäufigsten gehandelte Währungseinheit auf dem Devisenmarkt (FX) der Welt und macht 12 % aller Transaktionen aus, was durchschnittlich 630 Milliarden US-Dollar pro Tag entspricht. Die wichtigsten Währungspaare sind GBP/USD, auch bekannt als "Cable", das 11 % des FX-Handels ausmacht, GBP/JPY oder "Dragon", wie es von Händlern genannt wird (3 %) und EUR/GBP (2 %). Das Pfund Sterling wird von der Bank of England (BoE) ausgegeben.

Der wichtigste Faktor, der den Wert des Britischen Pfunds beeinflusst, ist die Geldpolitik, die von der Bank of England festgelegt wird. Die BoE richtet ihre Entscheidungen danach aus, ob sie ihr Hauptziel der „Preisstabilität“ – eine Inflationsrate von etwa 2 % – erreicht hat. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anpassung der Zinssätze. Wenn die Inflation zu hoch ist, wird die BoE versuchen, sie durch Zinserhöhungen zu dämpfen, was in der Regel positiv für das Pfund ist, da höhere Zinsen das Vereinigte Königreich für internationale Investoren attraktiver machen. Fällt die Inflation zu niedrig aus, deutet dies auf ein langsameres Wirtschaftswachstum hin, und die BoE könnte die Zinsen senken, um das Kreditangebot zu erhöhen und Investitionen anzuregen.

Wirtschaftsdaten sind zentrale Indikatoren für die Stärke der britischen Wirtschaft und beeinflussen maßgeblich den Wert des Pfund Sterling. Daten wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI) und Arbeitslosenzahlen geben Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung. Eine robuste Wirtschaft zieht ausländische Investitionen an und könnte die Bank of England (BoE) dazu bewegen, die Zinsen zu erhöhen, was das Pfund unterstützt. Schwächere Daten hingegen führen zu einem Abwärtstrend des Pfunds.

Für das britische Pfund ist die Handelsbilanz ein wichtiger Indikator. Sie misst den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe über einen bestimmten Zeitraum. Exportiert ein Land stark nachgefragte Güter, führt die höhere Nachfrage aus dem Ausland zu einer Stärkung der Währung. Eine positive Handelsbilanz stärkt das Pfund, während ein Defizit die Währung schwächt.

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