Eine Reuters-Umfrage zeigte, dass die Bank of Japan (BoJ) die Zinssätze auf ihrer geldpolitischen Sitzung im September auf 1,25% anheben und dann im zweiten Quartal (Q2) 2027 auf 1,75% erhöhen wird, früher als zuvor erwartet, angesichts anhaltender Sorgen über sich ausweitenden Preisdruck und die Schwäche des japanischen Yen (JPY).
82% der Ökonomen sagten, dass die gemeinsame Intervention der USA und Japans zum Kauf von Yen, um den Rückgang des JPY auf ein 40-Jahres-Tief zu bremsen, sowie die Äußerungen von Finanzminister Scott Bessent zur BoJ-Politik die politischen Hürden für Zinserhöhungen „deutlich“ oder „etwas“ gesenkt hätten.
Die Umfrage vom 1. bis 8. September zeigte, dass bis auf zwei von 68 Ökonomen alle erwarteten, dass die BoJ die Zinsen am 18. September anheben wird, nach 57% in einer vorherigen Umfrage. Mehr als ein Drittel, 24 von 66 Ökonomen, erwarteten, dass die japanische Zentralbank mit einer weiteren Anhebung auf 1,50% entweder im Oktober oder im Dezember folgen wird, etwa doppelt so viele wie im August.
Über dieses Jahr hinaus sehen 89% der Analysten, 57 von 64, den Leitzins bis Ende März nächsten Jahres bei mindestens 1,50%, nach 65% im Vormonat. Rund 62% sahen den Zinssatz bis Ende des Q2 2027 bei mindestens 1,75%, drei Monate früher als in der August-Umfrage prognostiziert.
Marktreaktion
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung liegt das Paar USD/JPY um 0,05% höher bei 153,60.
Japanischer Yen - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Der Wert des japanischen Yen hängt stark von der japanischen Wirtschaft, der Geldpolitik der Bank of Japan sowie von den Zinsunterschieden zu den USA ab. Auch das allgemeine Marktumfeld spielt eine Rolle.
Eines der Kernmandate der Bank of Japan ist die Stabilisierung der nationalen Währung, weshalb ihre geldpolitischen Maßnahmen maßgeblichen Einfluss auf den Yen haben. Obwohl direkte Interventionen am Devisenmarkt selten vorkommen, hat die BoJ in der Vergangenheit Schritte unternommen, um den Yen gezielt zu schwächen, meist unter Berücksichtigung der geopolitischen Beziehungen zu ihren Handelspartnern. Die ultralockere Geldpolitik der BoJ, die von 2013 bis 2024 umgesetzt wurde, hat durch eine zunehmende Divergenz gegenüber den geldpolitischen Strategien anderer großer Zentralbanken eine signifikante Abwertung des Yen verursacht. Mit der jüngsten graduellen Straffung dieser expansiven Maßnahmen zeigt der Yen Anzeichen einer Erholung.
Das Festhalten der BoJ an ihrer ultralockeren Geldpolitik hat zu einer zunehmenden Divergenz mit anderen Zentralbanken geführt, insbesondere mit der US-Notenbank. Dies begünstigt eine Ausweitung der Zinsdifferenz zwischen 10-jährigen amerikanischen und japanischen Anleihen, was den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen stärkt.
Der japanische Yen gilt als sogenannte „sichere Hafen“-Währung. In Zeiten von Unsicherheit oder Marktturbulenzen neigen Investoren dazu, ihr Kapital in den Yen umzuschichten, da dieser als stabil und verlässlich gilt. In solchen Phasen steigt der Wert des Yen im Vergleich zu anderen Währungen, die als riskanter eingestuft werden.
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