Meta-Chef Mark Zuckerberg hat einem Bericht der New York Times vom Dienstag zufolge ein kleines Team damit beauftragt, eine neue Smartphone-App rund um Vorhersagemärkte zu entwickeln.
Meta startet Pläne für Vorhersagemarkt-App
Das experimentelle Projekt mit dem internen Namen „Arena“ soll es Nutzern ermöglichen, Entwicklungen in den Bereichen Sport, Politik, Unterhaltung und aktuelle Ereignisse vorherzusagen.
Arena wird als eigenständige Anwendung entwickelt und soll unabhängig von den zentralen Plattformen des Konzerns betrieben werden, darunter Facebook, Instagram, WhatsApp und Messenger. Sollte die App auf den Markt kommen, könnte sie auf das Ökosystem von Meta mit mehr als 3,5 Milliarden täglich aktiven Nutzern zurückgreifen und so eine schnelle Verbreitung erreichen.
Zum Start soll Arena laut dem Bericht auf ein Punktesystem setzen, das an Videospiele erinnert und nicht auf echtes Geld basiert. Meta schließe allerdings nicht aus, künftig auch Vorhersagemärkte mit Geldeinsätzen einzuführen.
Die Initiative spiegelt Zuckerbergs übergeordnete Strategie wider, eigenständige Produkte rund um neue Online-Trends aufzubauen, da die Wachstumsmöglichkeiten innerhalb der etablierten sozialen Netzwerke des Konzerns begrenzter geworden sind.
Dem Bericht zufolge gehen Führungskräfte davon aus, dass innerhalb von Facebook und Instagram nur noch begrenzter Spielraum für größere Innovationen besteht. Daher setzt das Unternehmen verstärkt auf neue Anwendungen für Verbraucher. Zu den derzeit entwickelten Projekten gehört unter anderem Meta Photos, eine auf Künstliche Intelligenz ausgerichtete Medienanwendung.
Vorhersagemärkte gewinnen durch Regulierungsschub an Bedeutung
Das erneute Interesse von Meta fällt in eine Phase, in der Vorhersagemärkte zunehmend den Massenmarkt erreichen. Plattformen wie Polymarket und Kalshi haben zusammen bereits Handelsvolumina in Milliardenhöhe abgewickelt. Mehrere Unternehmen, darunter Trump Media, prüfen zudem konkurrierende Angebote. Zugleich entwickelt sich die Branche zunehmend über politische Ereignisse und Sportwetten hinaus.
Im vergangenen Monat führte Polymarket Märkte für nicht börsennotierte Unternehmen ein. Nutzer können dort auf Unternehmensbewertungen, den Zeitpunkt von Börsengängen sowie Aktivitäten am Sekundärmarkt setzen. Das Angebot, das Daten von Nasdaq Private Market zur Abwicklung nutzt, gilt als neues Instrument der Preisfindung für institutionelle Investoren.
Parallel dazu arbeiten die Aufsichtsbehörden an klareren Regeln für die schnell wachsende Branche. Anfang dieses Monats schlug die US-Terminmarktaufsicht CFTC Änderungen an der Verordnung 40.11 vor, um einen formalen Rahmen für die Prüfung von Vorhersagemarkt-Kontrakten zu schaffen.
Der Vorschlag konzentriert sich auf Kontrakte zu Themen wie Terrorismus, Attentaten, Kriegen, Glücksspiel sowie Aktivitäten, die gegen Bundes- oder Landesrecht verstoßen. Ziel ist es, mehr regulatorische Klarheit zu schaffen, während sich sogenannte Ereigniskontrakte auf den von der CFTC beaufsichtigten Plattformen weiter ausbreiten.
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