Bitcoin hat sich eindrucksvoll zurückgemeldet. Innerhalb kurzer Zeit sprang der Kurs um rund 12 % nach oben und überschritt die Marke von 83.500 US-Dollar – getrieben von zwei entscheidenden Impulsen: einer überraschenden Änderung in Trumps Handelspolitik und einem Statement von BlackRock-Chef Larry Fink, das rückblickend fast prophetisch wirkt.
Trump ändert Kurs – Bitcoin reagiert prompt
Am Mittwochabend sorgte Donald Trump für eine kleine politische Überraschung. Statt wie angekündigt umfangreiche neue Zölle auf Importe zu verhängen, kündigte er einen 90-tägigen Aufschub dieser Maßnahmen an. Stattdessen soll nun ein pauschaler Zollsatz von 10 % auf Importe gelten – mit Ausnahme von China.
Die Märkte atmeten spürbar auf. Die Angst vor einem ausufernden Handelskonflikt war plötzlich vom Tisch. Und Bitcoin reagierte sofort: Von einem Tagestief bei etwa 74.700 US-Dollar schoss der Kurs um rund 13 % nach oben und erreichte in der Spitze 83.600 US-Dollar. Auch bei den Altcoins war die Stimmung positiv – Ethereum, XRP und Dogecoin legten ebenfalls zweistellig zu.

Larry Fink sah’s kommen – und spricht von einer Chance
Schon zwei Tage zuvor hatte Larry Fink, CEO von BlackRock, in einer Rede beim Economic Club of New York vor den möglichen Folgen von Trumps Zollplänen gewarnt. Sollte es zu deren Umsetzung kommen, seien bis zu 20 % Kursrückgänge an den globalen Märkten denkbar. Für viele wäre das ein Warnsignal – Fink aber formulierte es anders: als mögliche Einstiegschance.
„Ich sehe das eher als Kaufgelegenheit denn als Verkaufsgrund“, sagte er, ließ aber offen, ob die Märkte nicht noch weiter fallen könnten.
Trumps Rückzieher am Mittwoch dürfte diese Einschätzung untermauern – zumindest was das Timing betrifft.
Blick nach vorn: 88.800 als nächste Hürde – bevor der Weg zu den 100.000 frei wird
Nach dem starken Anstieg stellt sich nun die Frage: Wie geht’s weiter? Die Euphorie ist spürbar, doch viele Anleger halten sich aktuell noch zurück. Das liegt vor allem an den anstehenden Inflationsdaten aus den USA und China, die am Donnerstag veröffentlicht werden. Sie könnten neue Impulse liefern – in beide Richtungen.
Der Bitcoin-Kurs hat sich aktuell unterhalb der 83.600 US-Dollar stabilisiert, während Trader auf die nächsten Makro-Daten warten. Je nachdem, wie diese ausfallen, könnte es entweder weiter nach oben gehen – oder zu einer schnellen Gegenbewegung kommen.
Vor allem die Marke bei 88.800 US-Dollar dürfte eine entscheidende Rolle spielen. Hier befindet sich laut technischer Analyse ein wichtiger Widerstand. Dort hatte Bitcoin zuletzt Anfang April notiert – kurz bevor die erste Zoll-Ankündigung Trumps die Märkte belastete. Es ist wahrscheinlich, dass einige Anleger, die in der Korrektur eingestiegen sind, genau dort Gewinne mitnehmen wollen.
Was, wenn die Daten negativ überraschen?
Auch wenn der Trend aktuell freundlich aussieht – sicher ist der Weg nach oben nicht. Sollte die Inflation in den USA oder China höher als erwartet ausfallen, könnten die Märkte mit der Erwartung stärkerer Zinserhöhungen reagieren. Das wäre Gift für risikoreiche Anlageklassen – und könnte Bitcoin wieder unter Druck setzen.
In einem solchen Szenario wäre ein Rücksetzer unter 80.000 US-Dollar denkbar. Technisch gesehen wäre dann der Bereich um 73.500 US-Dollar eine mögliche Unterstützungszone. Dort liegt aktuell das untere Bollinger-Band – und es ist auch ein Bereich, in dem zuletzt viel Handelsvolumen stattfand.
Ein weiteres Warnsignal liefert der Detrended Price Oscillator (DPO). Trotz der Rallye liegt dieser Indikator weiterhin deutlich im negativen Bereich. Das zeigt: Das Momentum hat sich noch nicht wirklich gedreht – es fehlt noch die Bestätigung für einen nachhaltigen Aufwärtstrend.

Fazit: Der Markt ist im Aufwind – aber noch längst nicht über den Berg
Bitcoin hat einen starken Lauf hingelegt. Die Kombination aus politischer Entspannung und strategischer Marktprognose hat die Kurse beflügelt. Doch der nächste Test steht bevor: Die Marke bei 88.800 US-Dollar könnte zur ersten echten Bewährungsprobe werden. Wird sie geknackt, wäre der Weg in Richtung 100.000 US-Dollar zumindest technisch etwas freier.
Andernfalls droht ein erneuter Rücksetzer – insbesondere, wenn die Inflationsdaten enttäuschen oder sich die Zinserwartungen verschärfen.
Für Anleger heißt das: Die Chancen sind da – aber ein Einstieg will aktuell gut überlegt sein. Wer schon investiert ist, sollte genau beobachten, wie sich die nächsten Tage entwickeln. Wer noch an der Seitenlinie steht, könnte bald eine klarere Entscheidungslage haben.
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