Russland, das Land der weiten Steppen, der prächtigen Kathedralen und der tanzenden Bären. Aber auch das Land der rätselhaften politischen Entscheidungen, die so manchen Kopf kratzen lassen. Aktuell steht das Land vor einer neuen Kontroverse: dem möglichen Verbot von Kryptowährungen.

Die russische Regierung, bekannt für ihre Liebe zur Kontrolle, plant laut dem staatlichen Nachrichtendienst NSN ein Gesetz, das die Verwendung von Bitcoin und anderen Kryptowährungen im Land verbieten soll. Ja, Sie haben richtig gehört, meine Damen und Herren, das Mutterland des Wodkas und der Matrjoschkas will die digitale Revolution ausbremsen.

Warum, fragen Sie sich? Nun, laut offiziellen Verlautbarungen ist es die Sorge um die heimische Währung, den guten alten Rubel. Die Regierung befürchtet, dass Kryptowährungen wie Bitcoin den Rubel verdrängen könnten. Eine Währung, die von Code und Algorithmen gesteuert wird, als Ersatz für den Rubel, der auf den Säulen der Staatsmacht und dem Portrait eines gewissen Wladimir Iljitsch Lenin ruht? Ein Szenario, das selbst den hartgesottensten Oligarchen das Schaudern lehrt.

Doch lassen Sie mich einen Moment innehalten und Ihnen eine Frage stellen: Ist der Rubel wirklich so unersetzlich? In einer Welt, in der digitale Transaktionen in Sekundenbruchteilen über Grenzen hinweg fließen, in der Dezentralisierung und Unabhängigkeit hoch im Kurs stehen, kann eine Währung, die an staatliche Instanzen gebunden ist, wirklich mithalten?

Aber genug der philosophischen Betrachtungen. Lassen Sie uns zu den praktischen Auswirkungen kommen. Sollte dieses Gesetz tatsächlich verabschiedet werden, so würden nur staatlich anerkannte digitale Währungen überleben. Das klingt, gelinde gesagt, nach einem Schritt zurück in die Ära der Dampfmaschinen und Telegrafen. Es scheint, als ob Russland lieber auf den Zügen des Fortschritts stehen bleiben möchte, während die Welt im Hyperloop der Innovationen vorbeirauscht.

Doch nicht alles ist verloren. Das Gesetz, so heißt es, soll erst am 1. September dieses Jahres in Kraft treten. Bis dahin bleibt noch genug Zeit für diejenigen, die sich dem Bitcoin-Mining verschrieben haben, ihre Schaufeln einzupacken und in andere Gefilde aufzubrechen. Vielleicht finden sie ja in einem Land, das die digitale Zukunft nicht fürchtet, eine neue Heimat für ihre Aktivitäten.

In der Zwischenzeit bleibt uns nur zu hoffen, dass die russische Regierung ihre Einstellung gegenüber Kryptowährungen überdenkt. Denn während die Welt sich unaufhaltsam in Richtung einer digitalen Zukunft bewegt, sollten auch die Bären des Nordens nicht den Anschluss verlieren. Sonst könnte es sein, dass sie am Ende nicht mehr tanzen, sondern nur noch müde ihren Kopf schütteln über verpasste Chancen und verlorene Möglichkeiten.


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