Robinhood hat im zweiten Quartal so viel umgesetzt wie noch nie zuvor. Der Online-Broker steigerte seinen Nettoumsatz im Jahresvergleich um 32 Prozent auf 1,31 Milliarden US-Dollar. Wachstumstreiber waren vor allem das Geschäft mit Aktien, Optionen und Event-Kontrakten.

Robinhood legt starkes Quartal vor - Umsatz erreicht Rekordniveau

Der Nettogewinn stieg im Vergleich zum Vorjahr um 48 Prozent auf 573 Millionen US-Dollar. Das verwässerte Ergebnis je Aktie verbesserte sich ebenfalls um 48 Prozent auf 0,62 US-Dollar. Darin enthalten sind Gewinne in Höhe von 129 Millionen US-Dollar, die überwiegend aus der Entkonsolidierung des Robinhood Ventures Fund I resultierten.

Besonders stark entwickelte sich das transaktionsabhängige Geschäft. Die entsprechenden Erlöse legten um 44 Prozent auf 776 Millionen US-Dollar zu. Mit Event-Kontrakten erzielte Robinhood 156 Millionen US-Dollar und damit mehr als das Zehnfache des Vorjahreswertes. Die Einnahmen aus dem Optionshandel stiegen um 29 Prozent auf 342 Millionen US-Dollar, während die Erlöse aus dem Aktienhandel um 95 Prozent auf 129 Millionen US-Dollar zulegten.

Die Nettozinserträge erhöhten sich um 9 Prozent auf 389 Millionen US-Dollar. Rückenwind kam vor allem von einem höheren Bestand zinstragender Vermögenswerte. Niedrigere kurzfristige Zinsen und geringere Erträge aus dem Wertpapierleihegeschäft bremsten das Wachstum jedoch teilweise.

Die operativen Aufwendungen stiegen im Jahresvergleich um 33 Prozent auf 734 Millionen US-Dollar. Verantwortlich dafür waren unter anderem höhere Ausgaben für Marketing und Wachstum, Restrukturierungskosten im Zusammenhang mit dem Personalabbau im Juni 2026 sowie Aufwendungen für die Trump Accounts und Rothera. Das bereinigte EBITDA verbesserte sich um 35 Prozent auf 741 Millionen US-Dollar.

„Ob Robinhood Chain, Robinhood Ventures oder Trump Accounts - unsere hohe Innovationsgeschwindigkeit verfolgt ein Ziel: Jeder soll Eigentümer werden können“, sagte Robinhood-Chef und Verwaltungsratsvorsitzender Vlad Tenev.

Krypto-Geschäft schwächelt trotz Rekorden beim Handelsvolumen

Trotz der insgesamt starken Entwicklung gingen die Erlöse im Krypto-Geschäft um 38 Prozent auf 100 Millionen US-Dollar zurück. Damit war dieser Bereich im Berichtsquartal das schwächste Segment des Unternehmens. Als möglicher Grund gilt die insgesamt schwächere Entwicklung des Kryptomarktes im Berichtszeitraum.

Gleichzeitig verzeichnete Robinhood neue Rekorde beim Handelsvolumen. Das nominale Handelsvolumen im Aktiengeschäft erreichte 956 Milliarden US-Dollar. Zudem wurden 774 Millionen Optionskontrakte und 13,6 Milliarden Event-Kontrakte gehandelt. Im Krypto-Handel summierte sich das nominale Volumen auf 40 Milliarden US-Dollar, davon entfielen 18 Milliarden US-Dollar auf die Robinhood-App und weitere 22 Milliarden US-Dollar auf Bitstamp.

Die Quartalszahlen erscheinen vor dem Hintergrund einer positiven Einschätzung mehrerer Analysten. Bernstein hatte zuletzt das Kursziel für die Robinhood-Aktie von 130 auf 160 US-Dollar angehoben. Begründet wurde dies unter anderem mit dem Wachstumspotenzial im Geschäft mit Prognosemärkten sowie neuen Erlösquellen durch Perpetual Futures und die Ethereum-Layer-2-Lösung Robinhood Chain.

Für die Bewertung legte Bernstein eine Gewinnprognose von 4,56 US-Dollar je Aktie für das Kalenderjahr 2028 zugrunde. Zudem geht das Analysehaus davon aus, dass die Erlöse im Geschäft mit Prognosemärkten - unterstützt durch die Börsenplattform Rothera - bis 2028 auf 1,7 Milliarden US-Dollar steigen könnten.

Die Veröffentlichung der Robinhood-Zahlen fällt in eine Phase, in der zahlreiche große Technologiekonzerne ihre Quartalsberichte vorlegen. Meta meldete einen Gewinn je Aktie von 6,18 US-Dollar und verfehlte damit die Analystenschätzungen von 7,22 US-Dollar. Der Umsatz belief sich auf 60,8 Milliarden US-Dollar.

Die Robinhood-Aktie schloss den regulären Handel am Mittwoch bei 89,84 US-Dollar. Im nachbörslichen Handel lag sie zum Zeitpunkt der Veröffentlichung 1,4 Prozent im Minus.


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