Der Chef des Stablecoin-Anbieters Circle, Jeremy Allaire, hat eine optimistische Perspektive für die Zukunft der Branche skizziert. Er rechnet für den Stablecoin-Markt in den kommenden Jahren mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 40 Prozent und bezeichnete dies als eine „vernünftige Ausgangsbasis“ für den Sektor.
In einem Interview mit CNBC Squawk Box am Donnerstag am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos sagte Allaire, der Stablecoin-Markt habe einen Wendepunkt erreicht. Die institutionelle Nutzung beschleunige sich deutlich und gehe inzwischen über experimentelle Ansätze hinaus hin zu großflächigen Anwendungen im Finanzsystem.
Nach Angaben von Allaire hat sich der Umgang traditioneller Finanzinstitute mit Stablecoins grundlegend verändert. „Die Banken sind von Pilotprojekten zu echten Produktivumsetzungen übergegangen“, erklärte er. Große Finanzhäuser integrierten Stablecoins inzwischen in ihre zentralen Zahlungs- und Treasury-Prozesse, anstatt sie weiter als reine Testprojekte zu behandeln.
Circle sieht Zahlungsdienstleister und Banken nicht als Wettbewerber
Allaire betonte, Circle betrachte weder Banken noch Zahlungsdienstleister als Konkurrenten im Stablecoin-Ökosystem. Vielmehr sehe sich das Unternehmen als Infrastrukturanbieter, der es diesen Instituten ermögliche, ihre eigenen Dienstleistungen auszubauen und zu verbessern.
„Wir verstehen uns als Anbieter einer neutralen Infrastruktur“, sagte Allaire und verglich die Rolle von Circle mit grundlegenden Internetprotokollen statt mit konkurrierenden Finanzprodukten. Dieser Ansatz positioniere den Stablecoin USDC als eine Art Basisschicht, die Banken, Zahlungsabwickler und Fintechs nutzen könnten, ohne in direkte Konkurrenz zu Circle um Endkunden zu treten.
Der Unternehmenschef machte deutlich, dass Stablecoins aus seiner Sicht kein Ersatz für bestehende Finanzinstitute seien, sondern eine technologische Weiterentwicklung der globalen Finanzinfrastruktur. „Es geht darum, das Finanzsystem für alle besser funktionieren zu lassen“, sagte er und verwies darauf, dass Banken mit Kundenbeziehungen und regulatorischem Know-how wichtige Stärken einbrächten, die die technologische Infrastruktur von Circle ergänzten.
Die Wachstumsprognose von 40 Prozent spiegele sowohl die derzeitige Marktdynamik als auch die strukturellen Vorteile von Stablecoins gegenüber klassischen Zahlungssystemen wider. Allaire verwies dabei auf die steigende Nachfrage nach sofortiger Abwicklung, Rund-um-die-Uhr-Verfügbarkeit und programmierbaren Geldfunktionen, die traditionelle Systeme nur schwer bieten könnten.
Der Stablecoin-Markt hat inzwischen ein Volumen von mehr als 300 Milliarden US-Dollar erreicht. Das Wachstum wird durch Anwendungsfelder wie grenzüberschreitende Zahlungen, dezentrale Finanzanwendungen und das Liquiditätsmanagement von Unternehmen getragen.
Mit seiner positiven Prognose signalisiert Circle Zuversicht, dass regulatorische Klarheit und die zunehmende institutionelle Nutzung das Stablecoin-Ökosystem bis 2026 und darüber hinaus weiter ausbauen werden.
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