Der Preis von Litecoin (LTC) bleibt am Dienstag unter der Marke von 70 US-Dollar, nachdem die Digitalwährung am Vortag mit 65,58 Dollar auf den tiefsten Stand seit drei Monaten gefallen war. Die negative Stimmung verschärft sich, da sogenannte Wale große LTC-Bestände abstoßen und damit den Verkaufsdruck erhöhen. Auch aus technischer Sicht mehren sich die Schwächesignale, die auf eine weitere Korrektur hindeuten.

Großinvestoren reduzieren Engagement bei LTC

Daten zur Angebotsverteilung des Analysehauses Santiment untermauern den pessimistischen Ausblick für Litecoin. Demnach verringert sich die Zahl der Großanleger, die erhebliche Mengen an LTC halten.

Die Kennzahl zeigt, dass Wallets mit Beständen zwischen einer und zehn Millionen LTC-Token (gelbe Linie) seit dem 12. Januar insgesamt 1,08 Millionen Token abgegeben haben. Im selben Zeitraum haben Investoren mit Beständen zwischen 100.000 und einer Million Token (rote Linie) dagegen 0,78 Millionen LTC eingesammelt. Das deutet auf eine Verschiebung innerhalb der Gruppe großer Marktteilnehmer hin: Während die größten Wale ihr Engagement zurückfahren, nehmen mittelgroße Adressen Teile des Angebots auf. Dieses Muster gilt häufig als Zeichen einer Verteilung auf höheren Kursniveaus und erhöht kurzfristig die Abwärtsrisiken für Litecoin.

Das Litecoin-Angebotsverteilungsdiagramm. Quelle: Santiment

Zusätzlich stützt auch die Social-Dominance-Kennzahl von Santiment den negativen Ausblick. Der Indikator misst den Anteil von Litecoin-bezogenen Diskussionen in den Kryptomedien. Er ist seit Samstag rückläufig und fiel am Donnerstag auf 0,084 Prozent – nahe dem niedrigsten Wert seit Anfang Januar. Der Rückgang signalisiert nachlassendes Marktinteresse und eine Eintrübung der Stimmung unter LTC-Investoren.

Das Litecoin-Social-Dominance-Diagramm. Quelle: Santiment

Ein weiteres Belastungszeichen ist die schwache institutionelle Nachfrage nach Spot-ETFs auf Litecoin. Daten von SoSoValue zufolge hat der Anbieter Canary, der entsprechende Produkte aufgelegt hat, bis Dienstag lediglich Nettovermögen von 9,10 Millionen US-Dollar eingesammelt. Zum Vergleich: Bei Solana (SOL) und Ripple (XRP) belaufen sich die Nettozuflüsse auf 1,21 Milliarden beziehungsweise 1,52 Milliarden Dollar. Das unterstreicht die im Vergleich geringe institutionelle Nachfrage nach Litecoin und spricht für eine begrenzte Unterstützung der Kurse durch ETF-Zuflüsse in naher Zukunft.

LTC

Das Litecoin-Spot-ETF-Diagramm. Quelle: SoSoValue

SOL

Das Solana-Spot-ETF-Diagramm. Quelle: SoSoValue

XRP

Das XRP-Spot-ETF-Diagramm. Quelle: SoSoValue

Litecoin-Ausblick: Indikatoren deuten auf stärkere Korrektur hin

Der Litecoin-Kurs war am 14. Januar am 50-Tage-Exponentiellen-Gleitenden-Durchschnitt (EMA) bei 80,05 Dollar nach unten abgeprallt und fiel bis Montag um fast zehn Prozent auf 65,58 Dollar – ein Niveau, das zuletzt vor drei Monaten erreicht worden war. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts am Dienstag notiert LTC bei 70,33 Dollar.

Setzt sich der Abwärtstrend fort, könnte sich der Rückgang bis zur wöchentlichen Unterstützungszone bei 56 Dollar ausweiten.

Der Relative-Strength-Index (RSI) im Tageschart liegt bei 33 und damit deutlich unter der neutralen Marke von 50. Er zeigt weiter nach unten in Richtung überverkauften Bereich, was auf einen ausgeprägten Abwärtsimpuls hindeutet. Zudem hatte der MACD-Indikator bereits am 12. Januar ein bärisches Crossover ausgebildet; steigende rote Histogrammbalken unterhalb der Nulllinie bestätigen den negativen Trend.

LTC

Der LTC/USDT-Tageschart

Sollte es Litecoin hingegen gelingen, sich zu stabilisieren, könnte sich eine Erholung bis zum wöchentlichen Widerstand bei 77,19 Dollar ausdehnen.


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