Ethereum (ETH) notiert am Freitag bei rund 2.578 US-Dollar – das sind zwar 2,6 % weniger als am Vortag, aber auf Monatssicht steht ein kräftiges Plus von rund 46 %. Damit ist es der erste grüne Monat für ETH im laufenden Jahr 2025. Ausschlaggebend war unter anderem, dass sowohl große Anleger als auch ETF-Investoren wieder verstärkt zugreifen – und Ethereum damit zurück in den Fokus der Märkte holen.

Warum Ethereum plötzlich wieder gefragt ist

Im Mai drehte die Stimmung bei Ethereum spürbar ins Positive. Nach einem schwachen Jahresstart hat die zweitgrößte Kryptowährung plötzlich deutlich an Wert zugelegt – und das in einem Umfeld, das sich auch makroökonomisch etwas entspannt hat. Die USA, unter Präsident Trump, haben vorübergehende Handelsabkommen mit Ländern wie Großbritannien und China geschlossen. Das hat für eine gewisse Erleichterung an den Märkten gesorgt – und auch bei den Krypto-Anlegern.

Besonders aktiv waren im Mai die sogenannten Wale – also Adressen, die zwischen 10.000 und 100.000 ETH halten. Diese Großinvestoren haben ihre Bestände kräftig aufgestockt: von 16,5 auf 17,62 Millionen ETH. Ein Zuwachs von über 1,1 Millionen Coins – das ist die stärkste monatliche Kaufbewegung dieser Größenordnung seit Juli 2022. So eine Bewegung passiert nicht zufällig.

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Auch bei Ethereum-ETFs fließen die Gelder

Parallel dazu zeigen auch die US-Ethereum-ETFs klare Signale: Im Mai flossen knapp 494 Millionen Dollar neu in diese Produkte. Damit sind die Nettomittelzuflüsse im bisherigen Jahresverlauf erstmals im Plus. Am Donnerstag allein wurden knapp 92 Millionen Dollar frisches Kapital eingesammelt – der neunte Tag in Folge mit positiven Zuflüssen.

Ein weiterer wichtiger Indikator ist das sogenannte Open Interest – also die Summe aller offenen Terminkontrakte. Auch hier gab es einen deutlichen Anstieg um 43 % im Mai: von 12,18 auf 17,53 Milliarden US-Dollar. Ein höheres Open Interest kann auf steigendes Anlegerinteresse hinweisen, aber es lohnt sich, genauer hinzuschauen.

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Vorsicht: Nicht alle wetten auf steigende Kurse

Denn obwohl das Open Interest deutlich gestiegen ist, werden derzeit ungewöhnlich viele Short-Positionen auf Ethereum eröffnet – insbesondere auf der Handelsplattform Binance. Das heißt: Viele Marktteilnehmer setzen gerade auf fallende Kurse. Ob es sich dabei um Absicherungen großer Investoren handelt oder um spekulative Wetten, lässt sich nicht genau sagen. Klar ist aber: Das Vertrauen ist da – aber es gibt auch Skepsis.

Spotmarkt zeigt Stärke – ETH fließt wieder ab

Trotz der wachsenden Vorsicht zeigt sich der Spotmarkt derzeit robust. Am Freitag wurden über 114.000 ETH von den Börsen abgezogen – ein deutlicher Umschwung nach drei Tagen mit Nettozuflüssen. Wenn Anleger Coins von Börsen abziehen, bedeutet das in der Regel: Sie planen, längerfristig zu halten. Kurz gesagt: Der Verkaufsdruck lässt nach, die Nachfrage zieht an.

Ethereum steht an einer wichtigen Marke

Doch nicht alles läuft rund. In den vergangenen 24 Stunden wurden ETH-Futures im Wert von fast 118 Millionen Dollar liquidiert – davon allein rund 99 Millionen Dollar auf der Long-Seite. Das zeigt: Viele hatten auf weiter steigende Kurse gesetzt – und wurden auf dem falschen Fuß erwischt.

Charttechnisch ist Ethereum am Freitag unter eine wichtige Trendlinie gefallen – genauer gesagt unter die untere Begrenzung eines aufsteigenden Dreiecks sowie unter die 14-Tage-EMA. Zuvor hatte ETH den Widerstand bei 2.750 Dollar nicht überwinden können.

Fällt der Kurs nun auch noch unter die psychologisch wichtige Marke von 2.500 Dollar, droht ein Rückgang in den Bereich zwischen 2.260 und 2.100 Dollar. Dort liegt eine starke Unterstützungszone, zusätzlich abgesichert durch einen sogenannten „Golden Cross“, bei dem der 50-Tage-Durchschnitt den 100-Tage-Durchschnitt von unten nach oben kreuzt – ein typisches bullisches Signal.

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Wie es jetzt weitergehen könnte

Damit Ethereum seinen Aufwärtstrend wieder aufnehmen kann, muss der Kurs über dem aktuellen Unterstützungsbereich bleiben – und idealerweise die Hürde bei 2.850 Dollar nach oben durchbrechen. Erst dann wäre der Weg für neue Höchststände wieder frei.

Ein Blick auf die technischen Indikatoren zeigt allerdings Gegenwind. Sowohl der RSI (Relative-Stärke-Index) als auch der Stochastik-Oszillator liegen zwar noch im positiven Bereich, aber sie sinken – und liegen jeweils unter ihren eigenen gleitenden Durchschnitten. Das spricht dafür, dass die Dynamik der letzten Wochen langsam nachlässt.

Fazit

Ethereum hat im Mai ein starkes Lebenszeichen gesendet – mit einem Kursplus von 46 %, starkem ETF-Zufluss und klarer Unterstützung durch Großanleger. Doch in den letzten Tagen hat der Schwung nachgelassen. Die technische Lage ist angeschlagen, die kurzfristige Richtung unklar. Wer investiert ist, sollte jetzt genau beobachten, ob die wichtige Marke bei 2.500 Dollar hält. Denn eines ist sicher: Auch wenn das Fundament stark ist – für die nächste Aufwärtswelle muss Ethereum wieder klare Zeichen setzen.


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