Ethereum (ETH) verliert am Montag 1 Prozent und fällt angesichts steigender Ölpreise zeitweise unter die Marke von 2.400 Dollar.
Der Preis für Brent-Rohöl steigt zum Zeitpunkt der Erstellung um 3,6 Prozent auf 109,70 Dollar und erreicht damit den höchsten Stand seit Mai. Der Ölpreissprung setzt riskantere Anlagen unter Druck. Kryptowährungen geben gemeinsam mit Aktien nach und verdeutlichen damit die zunehmende Korrelation zwischen beiden Anlageklassen.
Der Kryptomarkt verliert 1,3 Prozent, während der S&P 500 um 1,4 Prozent fällt und auf den niedrigsten Schlussstand seit Mitte September zusteuert. Besonders stark trifft es den technologielastigen Nasdaq, der angesichts eines Ausverkaufs bei KI-Aktien um 2,3 Prozent abrutscht.
Der Rückgang folgt auf überraschend hohe Erzeuger- und Verbraucherpreisdaten der vergangenen beiden Tage, die von steigenden Energiekosten angetrieben wurden. Sowohl der Erzeugerpreisindex (EPI) als auch der Verbraucherpreisindex (VPI) übertrafen im September die Markterwartungen. Im Jahresvergleich lagen die Raten bei 6,3 beziehungsweise 3,7 Prozent, während Prognosen von 5,3 und 3,6 Prozent ausgegangen waren.
Steigende Börsenreserven und ETF-Abflüsse verschärfen den ETH-Ausverkauf
Ethereum steht weiterhin unter Liquidationsdruck. Nach Daten der von Coinglass erfassten Börsen wurden Positionen im Umfang von 72 Millionen Dollar aus dem Markt gespült. Käufer von ETH-Futures verzeichneten seit Montag inzwischen Liquidationen von rund 500 Millionen Dollar.
Am Kassamarkt fällt der Druck noch deutlicher aus. Die Ethereum-Börsenreserven, die den gesamten ETH-Bestand in den Wallets von Handelsplattformen erfassen, sind in den vergangenen drei Wochen um rund 290.000 ETH gestiegen und haben damit den höchsten Stand seit dem 10. September erreicht. Dies deutet auf zunehmenden Verkaufsdruck hin, der sich auch im Kursrückgang von ETH widerspiegelt.

ETH-Börsenreserven | Quelle: CryptoQuant
Ein ähnliches Bild zeichnen die in den USA gelisteten Ethereum-Spot-ETFs. Nach Daten von SoSoValue verbuchten die Produkte am Donnerstag Nettoabflüsse von 60,2 Millionen Dollar. Nachdem sie an zwölf der vergangenen 13 Handelstage Mittelabzüge verzeichnet hatten, steuern die ETFs auf die zweite Woche mit Nettoabflüssen in Folge zu.
Technischer Ethereum-Ausblick: ETH testet Unterstützung bei 2.411 Dollar
Im Tageschart bleibt das kurzfristige Bild für ETH bärisch. Der Kurs ist unter den exponentiellen 50-Tage-Durchschnitt bei 2.492 Dollar und den 20-Tage-EMA bei 2.538 Dollar gefallen. Die nach Marktkapitalisierung zweitgrößte Kryptowährung hält sich zwar noch über dem 100-Tage-EMA bei 2.347,87 Dollar, der eine vorläufige Trendunterstützung bietet. Das Scheitern an den kürzeren Durchschnittslinien deutet jedoch auf einen schwindenden Einfluss der Bullen hin.
Der Relative-Stärke-Index (RSI) liegt auf 14-Tage-Basis bei 38, während der Stochastik-Oszillator nahe 23 notiert. Beide Indikatoren sprechen damit für eine bärische Dynamik.
Auf der Unterseite liegt eine erste Unterstützung am jüngsten Schlusskurs von rund 2.414 Dollar. Darunter folgen die horizontale Unterstützung bei 2.355 Dollar und der 100-Tage-EMA. Ein klarer Bruch dieses Bereichs könnte den Weg zu den tieferen Unterstützungen bei 2.204 und 1.971 Dollar öffnen.
ETH/USDT-Tageschart
Auf der Oberseite liegt der erste Widerstand am 50-Tage-EMA. Danach bilden die horizontale Hürde bei 2.548 Dollar und der 20-Tage-EMA eine eng gestaffelte Angebotszone. Weitere Widerstände warten bei 2.636 und 2.781 Dollar.
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