Ethereum (ETH) notiert aktuell nahe der Marke von 3.350 USD und konnte am Donnerstag ein beeindruckendes Kursplus von 10 % verzeichnen. Dieser Anstieg wurde durch eine Kombination aus optimistischer Stimmung bei Derivatehändlern und technischen Indikatoren angetrieben. Besonders bemerkenswert: Das Open Interest stieg auf ein Rekordhoch von über 20 Milliarden USD, während die durchschnittliche Blob-Anzahl pro Block einen Schwellenwert überschritt. Beide Faktoren könnten das Angebot von Ethereum erneut deflationär machen und den Kurs weiter antreiben.
Ethereum-Derivatemarkt auf Rekordhoch: Zeichen für steigenden Kaufdruck
Das Open Interest (OI) bei Ethereum-Futures kletterte nach dem jüngsten Kursanstieg um mehr als 11 % auf ein Rekordhoch von 20,27 Milliarden USD. Dieser Anstieg signalisiert, dass Investoren wieder verstärkt auf die zweitgrößte Kryptowährung setzen, nachdem sie sich eine Woche lang konsolidiert hatte.
Open Interest: Was bedeutet das für Anleger?
OI beschreibt die Gesamtzahl der offenen Kontrakte auf dem Derivatemarkt und ist ein Indikator für die Marktaktivität und das Interesse der Händler. Der aktuelle Anstieg deutet darauf hin, dass sich das Vertrauen in Ethereum wieder erholt.

Ähnlich optimistisch zeigen sich die Optionshändler auf der Deribit-Börse. Für die am 29. November auslaufenden Optionen konzentriert sich das Handelsvolumen vor allem auf die 3.400-USD- und 3.500-USD-Strikes. Die dominierenden Call-Positionen im Vergleich zu den Puts verdeutlichen, dass viele Händler von einem weiteren Kursanstieg bis Monatsende ausgehen.

Steigende Blob-Anzahl: Was bedeutet das für Ethereum?
Zusätzlich zu den positiven Marktsignalen zeigt auch die technische Nutzung von Ethereum starke Aktivität. Die durchschnittliche Blob-Anzahl pro Block hat den kritischen Schwellenwert von 3 überschritten, was auf eine verstärkte Nutzung durch Layer-2-Netzwerke hinweist. Diese senden zunehmend Transaktionen zurück zur Ethereum-Mainchain, wie das Dashboard von @hildobby (Dune Analytics) zeigt.

Deflationärer Effekt durch steigende Transaktionsgebühren
Wenn die durchschnittliche Blob-Anzahl pro Block über drei liegt, steigen die Transaktionsgebühren auf Ethereum. Dies aktiviert das sogenannte Burn-Mechanismus von ETH: Ein Teil der Transaktionsgebühren wird verbrannt, wodurch das Gesamtangebot von Ethereum sinkt. Sollte dieser Trend anhalten, könnte ETH erneut deflationär werden, was den Kurs mittelfristig stützen würde.
Institutionelle Zurückhaltung: ETFs verzeichnen Abflüsse
Trotz der bullischen Indikatoren bleiben institutionelle Anleger skeptisch. Ethereum-ETFs verzeichneten am Mittwoch Nettoabflüsse in Höhe von 30,3 Millionen USD. Damit summiert sich der Abfluss über fünf aufeinanderfolgende Handelstage auf insgesamt 213,7 Millionen USD. Dies spiegelt eine gewisse Unsicherheit bei größeren Marktteilnehmern wider, auch wenn die kurzfristige Stimmung unter Einzelhändlern optimistisch bleibt.
Ethereum-Kursziel: Kann die Rally auf 4.522 USD weitergehen?
Nach der 10%-Rallye der letzten Tage könnte Ethereum vor einem erneuten Aufwärtsschub stehen. Aktuell testet ETH die 3.397-USD-Marke, die als Nackenlinie eines inversen Kopf-Schulter-Musters fungiert. Ein Durchbruch über diesen Widerstand könnte den Kurs um mehr als 30 % auf 4.522 USD treiben. Zuvor muss ETH jedoch die Schlüsselmarken bei 3.732 USD und 4.093 USD überwinden.

Charttechnische Indikatoren
- Der Relative Strength Index (RSI) zeigt weiterhin einen Aufwärtstrend über der neutralen Zone, was auf dominierenden Kaufdruck hinweist.
- Der Awesome Oscillator (AO) hingegen signalisiert mit roten Balken über der neutralen Linie, dass die Bullen zwar dominieren, der Druck aber nachlässt.
Sollte der Kurs jedoch unter die 2.817-USD-Marke fallen, wäre das bullische Szenario hinfällig. In diesem Fall könnte ETH auf 2.250 USD abrutschen.
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