Wer gedacht hat, dass Bürokratie nur ein europäisches Phänomen sei, der irrt gewaltig. Auch die amerikanische Börsenaufsicht, die Securities and Exchange Commission (SEC), versteht sich meisterlich darauf, Prozesse in die Länge zu ziehen. Diesmal trifft es die Ethereum-Indexfonds, kurz ETFs, die eine neue Stufe im Krypto-Universum darstellen sollen. Aber halt, der Vorsitzende der SEC, Gary Gensler, hat angedeutet, dass die Genehmigung „einige Zeit in Anspruch nehmen wird“. Was für eine Überraschung!

Man muss sich das mal vorstellen: Die SEC hat schon vor Wochen die sogenannten 19b-4-Anträge von namhaften Finanzriesen wie VanEck, BlackRock, Fidelity und Co. durchgewunken. Man war ja guter Dinge, dass es jetzt zügig vorangeht. Doch nun wird klar, dass die endgültigen Genehmigungen für den Handel dieser ETFs noch Monate auf sich warten lassen könnten. Monatelange Wartezeit – das sind in der Welt der Kryptowährungen quasi Äonen!

Gary Gensler, der Hüter der regulatorischen Ordnung, stellt klar, dass Krypto-Unternehmen gerne mal das machen, was traditionelle Börsen nicht dürfen. Und was macht die SEC? Sie verklagt fleißig weiter: Ripple, Coinbase, Binance und Kraken sind die prominenten Opfer der letzten Monate. Vielleicht ist das der Grund für die Verzögerung bei den Ethereum-ETFs: Die SEC ist so beschäftigt mit Klagen, dass einfach keine Zeit mehr für Genehmigungen bleibt. Aber was tut man nicht alles für die Sicherheit der Anleger.

Und dann diese pikante Note: Die SEC musste eines ihrer Regionalbüros schließen, weil ein Richter in Utah die Behörde wegen „böswilligen Verhaltens“ zur Zahlung von 1,8 Millionen Dollar verdonnert hat. Das nennt man wohl Karma im Justizsystem. Vielleicht wäre es sinnvoller, weniger zu klagen und dafür mehr Zeit in die Genehmigungen zu investieren?

Immerhin, die ersten Schritte sind gemacht. Die Genehmigungen der 19b-4-Anträge für Ethereum-Spot-ETFs kamen nur fünf Monate nach den Bitcoin-ETFs. Das ist in der Welt der Krypto-Regulierung ein Lichtgeschwindigkeitssprung. Doch die finale Hürde, die Notierung und den Handel an US-Börsen zu ermöglichen, bleibt bestehen. Aber warum einfach, wenn es auch kompliziert geht?

Ein interessantes Detail am Rande: Anders als bei den Bitcoin-ETFs stimmten die fünf Kommissare der SEC nicht direkt über die Ethereum-ETFs ab. Stattdessen durfte die Abteilung für Handel und Märkte ran. Ein cleverer Schachzug, der der Behörde strategischen Spielraum lässt. Man könnte fast meinen, man will sich alle Optionen offen halten, um im Notfall schnell einen Rückzieher machen zu können.

In der Zwischenzeit bleibt uns nur das Warten und Staunen über die kafkaesken Abläufe bei der SEC. Vielleicht erleben wir es ja noch, dass die Ethereum-ETFs eines Tages wirklich an den US-Börsen gehandelt werden. Bis dahin heißt es: Geduld üben und Tee trinken. Und wer weiß, vielleicht findet die SEC ja noch ein paar Krypto-Unternehmen, die verklagt werden können. Beschäftigung ist schließlich alles.


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