Coinbase denkt groß. Während sich viele Krypto-Plattformen noch mit Stablecoins und Altcoins beschäftigen, hat Coinbase längst den nächsten großen Schritt im Blick: den Aktienmarkt. Laut einem Bericht von Reuters will die Börse bei der US-Aufsichtsbehörde SEC die Genehmigung einholen, tokenisierte Aktien auf ihrer Plattform anbieten zu dürfen. Bestätigt wurde das Ganze von Paul Grewal, dem Chefjuristen von Coinbase.
Die Idee dahinter ist ebenso simpel wie revolutionär: Aktien, die nicht über die Wall Street, sondern rund um die Uhr über die Blockchain gehandelt werden. Ohne teure Gebühren. Ohne Verzögerung. Und ohne Öffnungszeiten. Klingt nach Science-Fiction? Ist näher an der Realität, als viele denken.
Tokenisierte Aktien – was steckt dahinter?
Tokenisierte Aktien funktionieren so: Ein Wertpapier – also z. B. eine Apple- oder Tesla-Aktie – wird in ein digitales Token umgewandelt. Dieses Token bildet den Wert der echten Aktie ab, kann aber wie eine Kryptowährung gehandelt werden. Die Vorteile liegen auf der Hand: Transaktionen laufen schneller, kostengünstiger – und sie sind 24/7 möglich.
Coinbase sieht in diesem Schritt eine gewaltige Chance. "Eine riesige Gelegenheit", sagt Grewal. Und das ist nicht übertrieben. Denn sollte die SEC grünes Licht geben, würde Coinbase nicht nur sein Angebot massiv erweitern, sondern gleichzeitig den Brückenschlag zwischen klassischem Aktienhandel und digitaler Blockchain-Welt meistern. Ein Alleinstellungsmerkmal, das es in dieser Form in den USA noch nicht gibt.
Noch ist nichts entschieden – aber die Uhr tickt
Natürlich gibt es einen Haken: Die SEC muss zustimmen. Und das ist alles andere als ein Selbstläufer. Denn tokenisierte Aktien gibt es aktuell in den USA noch gar nicht – und viele Kritiker fordern mehr Forschung, klare Regeln und internationale Standards, bevor es so weit ist.
Auch das World Economic Forum hat sich geäußert: Solange es keine ausreichende Liquidität auf dem Sekundärmarkt gibt und globale Richtlinien fehlen, bleibt das Thema schwierig. Trotzdem wagen erste Anbieter wie Kraken bereits Schritte in diese Richtung – mit sogenannten xStocks, die im Mai gestartet sind.
Coinbase ist also nicht allein. Aber sie sind früh dran. Und sie setzen auf das große Ganze.
Ein Blick auf die regulatorische Seite – hier wird’s spannend
Coinbase ist derzeit nicht als Broker-Dealer bei der SEC registriert – was die Sache verkompliziert. Noch brisanter: Unter der letzten Biden-Regierung wurde Coinbase sogar von der SEC verklagt. Doch diese Klage wurde inzwischen fallengelassen – ein deutliches Zeichen dafür, dass sich unter Präsident Trump das regulatorische Klima verändert hat.
Sollte Coinbase grünes Licht bekommen, gibt’s ein sogenanntes „No-Action Letter“. Das heißt: Die SEC erklärt schriftlich, dass sie keine Einwände gegen das Vorhaben hat – solange bestimmte Bedingungen erfüllt werden. Für Unternehmen wie Coinbase bedeutet das: Rechtssicherheit, Planungssicherheit – und ein klarer Vorteil gegenüber der Konkurrenz.
Grewal bringt es auf den Punkt: „Ein No-Action Letter gibt einem Emittenten oder einer Handelsplattform die Zuversicht, dass die SEC das Angebot als rechtskonform einstuft.“ Kurz gesagt: Wer so ein Schreiben in der Tasche hat, kann durchstarten.
Timing ist kein Zufall
Dass Coinbase gerade jetzt diesen Antrag stellt, ist kein Zufall. Die USA arbeiten aktuell an einer neuen Krypto-Regulierung, die das gesamte Umfeld deutlich transparenter machen soll. Mit dem GENIUS Act (Guidance and Establishing Innovation for US Stablecoins) steht ein Gesetz zur Abstimmung, das klare Spielregeln für Stablecoins schaffen soll – und damit die Grundlage für weitere Innovationen wie tokenisierte Aktien legt.
Ein günstigeres Umfeld für einen solchen Vorstoß hat es bisher nicht gegeben.
Mein Fazit
Coinbase greift nach dem nächsten Level. Der Plan, Aktien über die Blockchain handelbar zu machen, hat das Potenzial, die Spielregeln an den Finanzmärkten komplett zu verändern. Schneller, günstiger, transparenter – und rund um die Uhr. Das ist nicht irgendeine neue Produktidee. Das ist eine Kampfansage an traditionelle Börsenstrukturen.
Natürlich muss die SEC noch zustimmen. Und bis dahin ist Geduld gefragt. Aber wenn die Genehmigung kommt, dann dürfte Coinbase nicht nur technologisch, sondern auch strategisch einen gewaltigen Vorsprung haben. Wer also an die Zukunft des digitalen Finanzmarkts glaubt, sollte genau hinschauen. Das hier könnte ein Wendepunkt sein.
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