BlackRock treibt den Ausbau tokenisierter Finanzprodukte voran und hat zwei blockchainbasierte Geldmarktfonds aufgelegt. Damit will der weltgrößte Vermögensverwalter klassische Produkte für das Liquiditätsmanagement stärker in den Markt digitaler Vermögenswerte integrieren.

Wie das Unternehmen am Montag mitteilte, wurden der BlackRock Select Treasury-Based Liquidity Fund (BSTBL) sowie das BlackRock Daily Reinvestment Stablecoin Reserve Vehicle (BRSRV) eingeführt.

Die beiden Produkte sollen die Liquidität und Stabilität regulierter Geldmarktfonds mit der Infrastruktur der Blockchain-Technologie verbinden.

„Bargeld bleibt ein grundlegender Baustein für Investoren, Unternehmen und Finanzinstitute“, erklärte Jon Steel, Global Head of Product and Platform im Cash-Management-Geschäft von BlackRock.

Nach Angaben von BlackRock sind die Vermögen in US-Geldmarktfonds inzwischen auf mehr als 8,4 Billionen US-Dollar angewachsen, da Anleger weiterhin Wert auf Liquidität, Kapitalerhalt und mögliche Renditen legen.

„Da die Nachfrage nach hochwertigen Reservevermögenswerten zur Absicherung von Stablecoins und anderen tokenisierten Finanzprodukten steigt, bieten diese Fonds unseren Kunden zusätzliche Möglichkeiten, Geldmarktfonds sowohl in traditionellen als auch in digitalen Märkten zu nutzen“, ergänzte Steel.

So funktionieren BSTBL und BRSRV

BSTBL führt eine tokenisierte Anteilsklasse eines bestehenden Geldmarktfonds auf der Ethereum-Blockchain ein. Die Anteile können – vorbehaltlich der geltenden gesetzlichen Vorgaben – zwischen zugelassenen Anleger-Wallets übertragen werden. Die Bank of New York Mellon (BNY) fungiert dabei als Transferstelle und Anbieter der Tokenisierung.

BRSRV ist dagegen ein neu aufgelegter tokenisierter Geldmarktfonds, der sich an institutionelle Anleger mit Fokus auf digitale Vermögenswerte richtet. Das Produkt bietet eine tägliche Wiederanlage der Ausschüttungen und ist über mehrere Blockchains zugänglich. Zu den möglichen Einsatzgebieten zählt unter anderem die Verwaltung von Stablecoin-Reserven. Als Transferstelle und Tokenisierungspartner fungiert Securitize.

Beide Fonds investieren in Bargeld, kurzfristige US-Staatsanleihen sowie besicherte Übernacht-Repogeschäfte mit US-Staatsanleihen als Sicherheit. Nach Angaben von BlackRock sind die Anlagestrategien so ausgestaltet, dass die Fonds als zulässige Reservewerte für erlaubte US-Zahlungs-Stablecoin-Emittenten nach dem GENIUS Act infrage kommen, dem 2025 verabschiedeten US-Gesetz zur Regulierung von Stablecoins.

Mit BSTBL und BRSRV weitet BlackRock seine Strategie nun auf das Cash-Management sowie die Infrastruktur für Stablecoins aus und schafft institutionellen Anlegern zusätzliche Möglichkeiten, Geldmarktprodukte über digitale Infrastrukturen zu nutzen.

Die Cash Management Group von BlackRock verwaltet derzeit rund 1,073 Billionen US-Dollar in Liquiditätsstrategien für Unternehmen, Banken, Stiftungen, Versicherungen und öffentliche Einrichtungen.

Die Einführung baut auf BlackRocks wachsender Präsenz im Markt tokenisierter Real-World-Assets auf, insbesondere über den hauseigenen BlackRock USD Institutional Digital Liquidity Fund (BUIDL).

Der gemeinsam mit Securitize im Jahr 2024 gestartete Fonds investiert überwiegend in Bargeld, kurzfristige US-Staatsanleihen und Repogeschäfte. Die Eigentumsrechte der Anleger werden dabei durch Blockchain-basierte Token abgebildet. BUIDL gilt inzwischen als eines der bekanntesten Beispiele dafür, wie sich traditionelle Finanzanlagen über Blockchain-Netzwerke emittieren und verwalten lassen.

Die Expansion erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Vermögensverwalter und Finanzinstitute die Tokenisierung zunehmend als Möglichkeit nutzen, den Handel und die Abwicklung klassischer Finanzanlagen zu modernisieren.


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