Der Bitcoin hat sich am Montag in der Nähe von 62.000 US-Dollar gehalten und damit die jüngsten Kursgewinne verteidigt. Vor wichtigen Konjunkturdaten in dieser Woche hielten sich Anleger jedoch mit neuen Positionierungen zurück.

Märkte warten auf US-Inflationsdaten und Fed-Anhörung

Die Analysten von QCP erklärten in einem Bericht vom Montag, dass die am Dienstag anstehenden US-Verbraucherpreisdaten (CPI) zum ersten wichtigen Impuls für die weitere Marktentwicklung werden könnten.

Fallen die Inflationsdaten schwächer aus als erwartet, dürfte dies die Erwartungen an Zinssenkungen der US-Notenbank (Fed) im weiteren Jahresverlauf stärken. Sollte die Teuerung dagegen erneut überraschend hoch ausfallen, könnte dies die Argumente für länger hohe Zinsen untermauern.

Zudem verwies QCP auf die bevorstehende zweitägige Anhörung von Fed-Chef Kevin Warsh vor dem US-Kongress. Dabei dürften die Abgeordneten insbesondere die Unabhängigkeit der Notenbank, ihre Inflationsstrategie und den geldpolitischen Ausblick thematisieren.

„Zusammen dürften die Inflationsdaten und die Anhörung von Warsh den Ton an den Märkten vorgeben, während Anleger auf mehr Klarheit über den weiteren Kurs der Geldpolitik hoffen“, erklärte das Unternehmen.

Neben den Konjunkturdaten richtet sich der Blick der Investoren auch auf den Beginn der Berichtssaison zum zweiten Quartal. Den Auftakt machen in dieser Woche mehrere große US-Banken, bevor sich die Unternehmenszahlen auf den Technologie- und Finanzsektor ausweiten.

Nach Einschätzung von QCP bleiben die Erwartungen an die Unternehmensgewinne hoch. Die Konsensschätzungen deuteten auf das stärkste Gewinnwachstum im Jahresvergleich seit 2021 hin.

„Ein überzeugender Ausblick der Unternehmen dürfte ebenso wichtig sein, um die aktuellen Bewertungen zu rechtfertigen und die Kursrally aufrechtzuerhalten“, heißt es in dem Bericht.

QCP sieht die langfristigen Aussichten für den Kryptomarkt weiterhin positiv. Als Stützen gelten die zunehmende institutionelle Nachfrage, das begrenzte Bitcoin-Angebot sowie anhaltende Zuflüsse über börsengehandelte Indexfonds (ETFs).

„Sollten die Konjunkturdaten und Unternehmenszahlen in dieser Woche die optimistische Markterzählung bestätigen, könnte eine bessere Risikostimmung auch auf digitale Vermögenswerte übergreifen, da Anleger verstärkt in bislang hinter dem breiten Aktienmarkt zurückgebliebene Märkte umschichten“, erklärte das Unternehmen.

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommen die Daten von Glassnode. Das Analysehaus berichtete, dass das Spot-Handelsvolumen um 21,5 Prozent zurückgegangen sei, während das kumulierte Spot-Volumendelta ins Minus gedreht habe. Das deute darauf hin, dass die jüngste Erholung des Bitcoin nicht von einer starken Liquidität getragen worden sei.

An den Derivatemärkten zahlen Händler weiterhin einen Aufschlag, um Long-Positionen in Bitcoin-Futures aufrechtzuerhalten. Das spricht zwar für einen grundsätzlich positiven Marktausblick, zugleich hat die Kaufdynamik jedoch nachgelassen. Am Optionsmarkt bleiben die Anleger vorsichtig und bauen trotz der jüngsten Kurserholung weiterhin Absicherungen gegen fallende Kurse auf.

„Das verhaltene Interesse am Spotmarkt, die schwache Aktivität auf der Blockchain und die anhaltende Nachfrage nach Absicherungen gegen Kursverluste sprechen dafür, dass der Markt bislang noch nicht in eine breit getragene Aufwärtsbewegung mit hoher Überzeugung übergegangen ist“, erklärte Glassnode.

Bitcoin-ETFs zeigen erste Anzeichen einer Erholung

Auf institutioneller Seite sieht Glassnode erste Hinweise auf eine wieder anziehende Nachfrage nach US-Spot-Bitcoin-ETFs.

Die wöchentlichen Nettozuflüsse haben sich nach den jüngsten Abflüssen erholt und liegen inzwischen wieder deutlich über ihrem unteren statistischen Bereich. Das deutet auf wachsendes Vertrauen traditioneller Finanzmarktinvestoren hin.

„Dieser Kapitalzufluss signalisiert ein erneuertes Vertrauen von Investoren aus dem traditionellen Finanzsektor und schafft eine konstruktive Grundlage für die Liquidität und die Stimmung am Gesamtmarkt“, schrieb Glassnode.

Gleichzeitig hat sich das wöchentliche Handelsvolumen der ETFs an das untere Ende seiner historischen Bandbreite angenähert. Das deutet darauf hin, dass die spekulative Aktivität nachgelassen hat und institutionelle Anleger vorsichtiger agieren.

Zudem wies Glassnode darauf hin, dass das Verhältnis von Marktwert zu realisiertem Wert (MVRV) der ETFs weiterhin nahe dem Gleichgewicht liege. Dies spreche dafür, dass die meisten ETF-Anleger ihre Positionen in etwa auf Höhe ihres durchschnittlichen Einstiegskurses halten. Größere nicht realisierte Gewinne oder Verluste, die zusätzlichen Kauf- oder Verkaufsdruck auslösen könnten, seien daher derzeit kaum vorhanden.

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung notierte der Bitcoin bei 61.922 US-Dollar. Auf Sicht von 24 Stunden entsprach dies einem Minus von 3,3 Prozent.

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