Der Bitcoin (BTC) könnte nach der Rückeroberung der Marke von 60.000 US-Dollar in diesem Monat weiteres Aufwärtspotenzial haben. Darauf deuten die historisch starke Entwicklung im Juli, eine steigende Nachfrage und ein nachlassender Verkaufsdruck hin, heißt es in einem am Mittwoch veröffentlichten Marktbericht des Analysehauses CryptoQuant.

Saisonaler Juli-Effekt spricht für weitere Bitcoin-Gewinne

Dem Bericht zufolge zählt der Juli historisch zu den stärksten Monaten für den Bitcoin, insbesondere während Bärenmarktphasen. In den vergangenen zehn Jahren verzeichnete die Kryptowährung in den meisten Juli-Monaten Kursgewinne, darunter Anstiege von rund 20 Prozent im Jahr 2018 und 17 Prozent im Jahr 2022 – trotz eines insgesamt schwachen Marktumfelds.

„Da der Bitcoin im Juli 2026 unmittelbar nach einem Bärenmarkttief in den Monat startet, spricht dieses saisonale Muster kurzfristig eher für weiteres Aufwärtspotenzial“, schrieb CryptoQuant.

Monatliche Bitcoin-Renditen (%). Quelle: CryptoQuant

Der positive saisonale Ausblick folgt auf die Erholung des Bitcoin von einem jüngsten Tief bei 58.000 US-Dollar und die Rückkehr über die Marke von 60.000 US-Dollar. CryptoQuant verwies zudem auf eine deutliche Verbesserung der Bitcoin-Nachfrage nach einem der stärksten Nachfrageeinbrüche der vergangenen Jahre.

Die Veränderung der gesamten Bitcoin-Nachfrage innerhalb von 30 Tagen, die Aktivitäten am Kassamarkt und Positionierungen in Perpetual-Futures zusammenfasst, fiel Anfang Juni auf rund minus 650.000 BTC. Das war der stärkste Rückgang seit 2022.

Seitdem hat sich der Wert wieder in Richtung der Nulllinie erholt. Grund dafür sind eine leicht positive spekulative Nachfrage im Futures-Markt sowie ein deutlich nachlassender Verkaufsdruck am Kassamarkt.

„Ein Anstieg zurück in den positiven Bereich würde bestätigen, dass der Nachfragemotor wieder anspringt“, heißt es in dem Bericht.

Bessere Stimmung unter US-Anlegern könnte Erholung stützen

Ein weiterer Faktor, der die Erholung des Bitcoin stützt, ist die verbesserte Nachfrage von US-Investoren. Der Coinbase Premium Index hat sich von den deutlich negativen Niveaus Anfang Juni erholt. Zuletzt lag der Index bei minus 0,062 und signalisiert damit, dass der Verkaufsdruck US-amerikanischer Anleger nachgelassen hat, auch wenn die Nachfrage noch nicht vollständig ins Plus gedreht ist.

Bitcoin Coinbase Premium Index. Quelle: CryptoQuant

„Obwohl der Wert weiterhin unter null liegt, ging die Verbesserung des Premiums mit dem Anstieg des Bitcoin auf 64.000 US-Dollar einher und deutet auf eine Stabilisierung der institutionellen Nachfrage hin“, erklärte CryptoQuant.

Auch Onchain-Bewertungskennzahlen sprechen dafür, dass der Bitcoin zuletzt in einen Bereich vorgedrungen ist, der historisch häufig mit Markt-Tiefs zusammenfiel. Nach Angaben von CryptoQuant fielen die nicht realisierten Gewinne und Verluste von Bitcoin-Beständen mit einer Haltedauer zwischen einem und drei Monaten Anfang Juni auf unter minus 24 Prozent und damit unter die Schwelle von minus 12 Prozent, die in der Vergangenheit auf eine kurzfristige Unterbewertung hingedeutet hatte.

„Historisch fielen Werte in dieser Größenordnung häufig mit lokalen Tiefpunkten zusammen, da kurzfristige Anleger kapitulierten“, erklärte das Analysehaus. Gleichzeitig habe sich der Indikator zusammen mit der Erholung des Bitcoin von 57.700 US-Dollar wieder verbessert.

Trotz Erholung bleibt der Bärenmarkt laut CryptoQuant bestehen

Trotz der verbesserten Indikatoren warnt CryptoQuant davor, dass die übergeordneten Marktbedingungen weiterhin klar von einem Bärenmarkt geprägt seien. Der sogenannte Bull Score Index, der Onchain-Aktivitäten, Marktbedingungen und Bewertungskennzahlen kombiniert, liegt derzeit bei 20.

Bitcoin Bull Score Index. Quelle: CryptoQuant

Werte unter 40 stehen für ein bärisches Marktumfeld, während Werte über 60 historisch mit nachhaltigen Bullenmärkten einhergingen.

„Für eine nachhaltige Rally und einen echten Bullenmarkt müsste der Wert wieder über 60 steigen. Bis dahin sollte die aktuelle Erholung als Gegenbewegung innerhalb eines Bärenmarkts und nicht als Trendwende interpretiert werden“, schrieb CryptoQuant.

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung notierte der Bitcoin bei 62.010 US-Dollar und damit knapp zwei Prozent unter dem Niveau der vergangenen 24 Stunden.


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