Bitcoin (BTC) und Gold (XAU/USD) geben am Freitag auf breiter Front nach, nachdem Anleger ihre Positionen nach den jüngsten Kursgewinnen neu bewerten. Bitcoin näherte sich im Tagesverlauf zunächst der Marke von 81.500 US-Dollar, wurde dort jedoch zurückgewiesen, was die laufende Korrektur zusätzlich verstärkte. Gold notiert derweil unter 4.600 US-Dollar, nachdem der Preis gegenüber seinem August-Hoch von 4.697 US-Dollar um 3 Prozent gefallen war.

Fed-Chef Kevin Warsh warnt vor anhaltend hoher Inflation

Der Vorsitzende der US-Notenbank Federal Reserve (Fed), Kevin Warsh, hat am Freitag bei seiner Rede auf dem wirtschaftspolitischen Symposium in Jackson Hole im US-Bundesstaat Wyoming vor der weiterhin erhöhten Inflation in den Vereinigten Staaten gewarnt. Sollte der Preisdruck nicht nachlassen, könnte nach Einschätzung Warshs eine straffere Geldpolitik erforderlich werden, einschließlich weiterer Zinserhöhungen.

„Die Inflationsdaten dieses Sommers fielen zwar besser aus als erwartet, sie überzeugen mich aber nicht davon, dass sich die zugrunde liegenden Trends deutlich verbessert haben“, sagte Warsh. Weiter erklärte er: „Wir müssen sicher sein, dass sich die zugrunde liegende Inflation klar und mit ausreichender Geschwindigkeit auf unser Ziel zubewegt. Andernfalls haben wir noch Arbeit vor uns. Das ist unsere Aufgabe, unser Mandat und unser Auftrag.“

Wie erwartet vermied es der Fed-Chef, sich auf einen konkreten geldpolitischen Kurs festzulegen oder Hinweise auf die nächsten Schritte der Notenbank zu geben. Zugleich äußerte er sich zuversichtlich über die Konjunktur und erklärte, die Wirtschaft „scheint an Stärke gewonnen zu haben“.

Technische Analyse: Bitcoin stößt oben an Grenzen - Risiken bleiben

Bitcoin fällt nach der zweiten Zurückweisung an der Angebotszone zwischen 81.000 und 82.000 US-Dollar innerhalb von weniger als zwei Wochen wieder unter die Marke von 80.000 US-Dollar. Dennoch befindet sich die größte Kryptowährung weiterhin in einer Aufwärtsphase und notiert oberhalb wichtiger exponentieller gleitender Durchschnitte (EMA). Damit bleibt der mittelfristige Trend grundsätzlich positiv.

Auch das Momentum bleibt positiv. Der MACD-Indikator bewegt sich weiterhin im positiven Bereich, wenngleich der jüngste Wert auf einen gewissen Verlust an Aufwärtsdynamik hindeutet. Gleichzeitig liegt der Relative-Stärke-Index (RSI) mit rund 78 im überkauften Bereich. Damit steigt das Risiko einer Konsolidierung oder weiterer korrigierender Rücksetzer.

Auf der Unterseite liegt eine erste dynamische Unterstützung am 200-Tage-EMA bei rund 72.069 US-Dollar. Bei einer stärkeren Korrektur könnte dieser Bereich angesichts des weiterhin intakten Aufwärtstrends Käufer anlocken. Darunter bilden der 50-Tage-EMA bei etwa 68.694 US-Dollar und der nahe gelegene 100-Tage-EMA bei rund 68.360 US-Dollar eine weitere Unterstützungszone. Solange die übergeordnete bullische Struktur Bestand hat, dürfte dieser Bereich mittelfristig als deutlich robustere Kursuntergrenze dienen.

Gold technisch angeschlagen - droht die Trendwende?

Gold notiert bei rund 4.580 US-Dollar und damit weiterhin deutlich oberhalb der wichtigsten gleitenden Durchschnitte, was kurzfristig für ein positives technisches Bild spricht. Auch das Momentum bleibt konstruktiv. Der RSI hat sich zwar aus dem überkauften Bereich zurückgezogen, hält sich aber weiterhin im mittleren 60er-Bereich. Gleichzeitig bleibt der MACD positiv. Dies deutet darauf hin, dass der Kaufdruck zwar nachlässt, bislang aber noch keine Trendwende eingesetzt hat.

Eine erste Unterstützung liegt im Bereich des jüngsten Wendepunkts bei rund 4.580 US-Dollar. Zusätzlichen Halt bietet der 100-Tage-EMA bei 4.364 US-Dollar, gefolgt vom 50-Tage-EMA bei 4.336 US-Dollar und dem 200-Tage-EMA bei 4.315 US-Dollar. In diesen Bereichen könnten Käufer versuchen, den übergeordneten Aufwärtstrend zu verteidigen.

Selbst ein stärkerer Rücksetzer in Richtung des Ausbruchsbereichs der fallenden Trendlinie bei etwa 4.267 US-Dollar würde das mittelfristige technische Bild noch nicht grundsätzlich infrage stellen. Erst ein nachhaltiger Rückgang unter diese Zone wäre ein Hinweis darauf, dass die Aufwärtsphase beim Goldpreis vor einer größeren Korrektur stehen könnte.


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