Der Bitcoin (BTC) legt am Montag zu und steigt über die Marke von 82.000 US-Dollar. Damit hellt sich auch die Stimmung am breiteren Kryptomarkt wieder auf, nachdem der Kurs in der vergangenen Woche bis in die Nähe von 80.000 US-Dollar gefallen war. Auslöser des Ausverkaufs in der zweiten Wochenhälfte waren die überraschend hartnäckigen Inflationsdaten aus den USA. Der Verbraucherpreisindex (CPI) zeigte, dass der Preisdruck weiterhin hoch ist.
Gold (XAU/USD) bewegt sich dagegen weiterhin in einer engen Handelsspanne zwischen der Unterstützung bei 4.100 US-Dollar und dem Widerstand bei 4.200 US-Dollar. Mehrere Versuche, die obere Begrenzung zu überwinden, scheiterten zuletzt. Die Kaufbereitschaft lässt damit nach. Gleichzeitig finden sich bei Kursrückgängen nur wenige Käufer, sodass dem Goldpreis derzeit eine klare Richtung fehlt.
Fed-Entscheidung im Oktober rückt näher
Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) dürfte den Leitzins bei ihrer Sitzung am 28. Oktober unverändert in der Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent belassen. Hintergrund ist der anhaltende Kampf gegen die Inflation, die weiterhin deutlich über dem langfristigen Zielwert von zwei Prozent liegt. Das CME FedWatch Tool beziffert die Wahrscheinlichkeit einer Zinspause auf 83 Prozent. Lediglich 13 Prozent der Marktteilnehmer rechnen mit einer Anhebung um 25 Basispunkte.

CME FedWatch Tool | Quelle: CME Group
Der Offenmarktausschuss (FOMC) der US-Notenbank hatte im September erstmals seit drei Jahren einstimmig eine Zinserhöhung beschlossen. Als Begründung wurden die gestiegenen Öl- und Energiepreise infolge der anhaltenden geopolitischen Spannungen im Nahen Osten angeführt. Für Dezember rechnen die Märkte weiterhin mit einer höheren Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinserhöhung. Entsprechend dürften die kommenden Wochen besonders aufmerksam verfolgt werden. „Die Äußerungen von Fed-Chef Warsh am Freitag ließen die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im Oktober auf rund 15 Prozent sinken, nachdem sie zu Wochenbeginn noch bei knapp unter 30 Prozent gelegen hatte. Die rückläufigen Renditeerwartungen und die geringere Wahrscheinlichkeit einer kurzfristigen geldpolitischen Straffung stützten während der Erholungsphase risikoreichere Anlagen wie Bitcoin“, erklärte QCP im Marktbericht „Market Colour“.
Bitcoin-Prognose: Aufwärtstrend hält oberhalb wichtiger Unterstützungen
Bitcoin notiert bei 82.725 US-Dollar und zeigt weiterhin eine grundsätzlich positive technische Ausgangslage. Der Kurs liegt deutlich über den exponentiellen gleitenden Durchschnitten (EMA) der vergangenen 50, 100 und 200 Tage, die sich zwischen rund 76.000 und 80.600 US-Dollar bündeln. Diese Konstellation spricht dafür, dass der übergeordnete Aufwärtstrend trotz der zuletzt nachlassenden Dynamik intakt bleibt. Zusätzlich bildet der SuperTrend-Indikator bei 79.664 US-Dollar eine weitere Unterstützung unterhalb des aktuellen Kursniveaus.
Die Momentumindikatoren liefern allerdings kein einheitliches Bild. Der Relative-Stärke-Index (RSI) bewegt sich mit rund 51 Punkten im neutralen Bereich, während der MACD weiterhin unter der Nulllinie notiert. Damit behalten die Käufer zwar grundsätzlich die Kontrolle, ein überzeugender neuer Aufwärtsimpuls lässt bislang jedoch auf sich warten.

BTC/USDT-Tageschart
Die nächste wichtige Unterstützung liegt an der 50-Tage-Linie bei rund 80.617 US-Dollar. Sollte Bitcoin stärker nachgeben, könnte die SuperTrend-Linie bei 79.664 US-Dollar zusätzlichen Halt bieten. Darunter folgen die 100-Tage-Linie bei 77.123 US-Dollar und die 200-Tage-Linie bei 75.970 US-Dollar. Diese Bereiche gelten als mögliche Kaufzonen, in denen bei einem Rücksetzer erneut Nachfrage entstehen könnte, solange die übergeordnete Trendstruktur unverändert bleibt.
„Bitcoin liegt noch immer deutlich unter seinem Hoch von vor einem Jahr. Der Verkaufsdruck, der Bärenmärkte typischerweise prägt, ist jedoch weitgehend abgeklungen. Ein enormer Teil der älteren Bitcoin-Bestände hat in diesem Zyklus bereits den Besitzer gewechselt und befindet sich nun in den Händen von Anlegern, die nahe dem aktuellen Kursniveau gekauft und einen Rückgang von 50 Prozent durchgestanden haben“, erklärte Yusuf Fakhro, Partner bei ARP Digital, in einer schriftlichen Stellungnahme. Er ergänzte: „Diese Anleger verkaufen nicht einfach, sobald sie wieder die Gewinnschwelle erreichen. Da nur noch wenige entschlossene Verkäufer am Markt sind, reicht bereits eine vergleichsweise geringe zusätzliche Nachfrage aus, um den Kurs nach oben zu treiben, sobald sich das makroökonomische Umfeld aufhellt.“
Goldpreis-Prognose: Verkäufer behalten trotz Stabilisierung die Oberhand
Gold notiert bei 4.165 US-Dollar und bleibt damit unter den exponentiellen gleitenden Durchschnitten der vergangenen 50, 100 und 200 Tage. Trotz der jüngsten Stabilisierung ist das übergeordnete Chartbild deshalb weiterhin negativ. Zwischen rund 4.251 und 4.301 US-Dollar bilden die drei Durchschnittslinien eine ausgeprägte Widerstandszone. Die frühere Ausbruchsmarke an der fallenden Widerstandstrendlinie bei etwa 4.039 US-Dollar fungiert inzwischen als wichtige charttechnische Unterstützung.
Bei den Momentumindikatoren zeichnet sich eine gemischte Entwicklung ab. Der MACD ist wieder über die Nulllinie gestiegen und bewegt sich weiter aufwärts, was auf eine allmähliche Erholung der kurzfristigen Nachfrage hindeutet. Der RSI liegt dagegen bei rund 45 Punkten und signalisiert damit weiterhin eine eher verhaltene Kaufbereitschaft innerhalb der bestehenden Handelsspanne.

XAU/USDT-Tageschart
Der erste Widerstand liegt an der 50-Tage-Linie bei rund 4.251 US-Dollar. Darüber folgen die 200-Tage-Linie bei 4.296 US-Dollar und die 100-Tage-Linie bei 4.301 US-Dollar. In diesem Bereich dürften die Verkäufer verstärkt versuchen, den bestehenden Abwärtstrend zu verteidigen.
Eine wichtige Unterstützung befindet sich im Bereich der früheren Trendlinienmarke bei rund 4.039 US-Dollar. Sollte der Goldpreis nachhaltig in Richtung dieses Niveaus zurückfallen, könnten sich weitere Kursverluste anschließen. Behauptet sich XAU/USD dagegen oberhalb dieser Marke, dürfte die Seitwärtsbewegung unterhalb der Widerstandszone aus den gleitenden Durchschnitten zunächst anhalten.
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