Bitcoin (BTC) rutschte am Freitag kurzzeitig unter die Marke von 60.000 US-Dollar, nachdem risikoreiche Anlagen infolge eines stärker als erwarteten US-Arbeitsmarktberichts massiv unter Druck geraten waren. Die Arbeitsmarktdaten führten laut einem Beitrag von The Kobeissi Letter auf der Plattform X zu einer deutlichen Neubewertung der Zinserwartungen für die US-Notenbank Fed.

Der Rückgang fiel mit einem breiten Ausverkauf an den Finanzmärkten zusammen, bei dem an der Wall Street fast 2 Billionen US-Dollar an Börsenwert im S&P 500 vernichtet wurden.

„Der S&P 500 hat innerhalb weniger Stunden nach dem drittstärksten US-Arbeitsmarktbericht der vergangenen 18 Monate fast 2 Billionen US-Dollar an Marktkapitalisierung ausgelöscht“, schrieb The Kobeissi Letter.

Bitcoin und Aktienmärkte brechen nach starken US-Arbeitsmarktdaten ein

Dem Bericht zufolge wächst unter Investoren die Sorge, dass die robuste Entwicklung der US-Wirtschaft künftige Zinssenkungen der Fed verzögern könnte. Während starke Beschäftigungsdaten traditionell als positiv für die Finanzmärkte gelten, scheint die aktuelle Marktstimmung geldpolitische Lockerungen höher zu gewichten als Anzeichen wirtschaftlicher Stärke.

„Als die Fed ihre erste Zinssenkung des Jahres 2025 vorgenommen hat, geschah dies ausdrücklich wegen der Schwäche am Arbeitsmarkt“, erklärte das Analysehaus. Der Schritt sei nicht erfolgt, weil die Inflation das Ziel der Notenbank von 2 Prozent erreicht habe.

Zusätzliche Sorgen kamen auf, nachdem jüngste Arbeitsmarktdaten die Vorstellung einer sich abschwächenden Wirtschaft infrage stellten. Laut The Kobeissi Letter stieg die Zahl der offenen Stellen in den USA im April um 731.000 auf insgesamt 7,6 Millionen. Das war der höchste Stand seit Mai 2024.

In der Folge passten Händler ihre Erwartungen an die Geldpolitik deutlich an. Dem Bericht zufolge rechnen die Märkte inzwischen zunehmend mit weiteren Zinserhöhungen bis 2027. Damit vollzieht sich ein erheblicher Wandel gegenüber den Erwartungen zu Jahresbeginn, als noch mehrere Zinssenkungen eingepreist waren.

„Wir erleben die stärkste Verschiebung hin zu einer restriktiveren Fed-Erwartung seit den Konjunkturmaßnahmen nach der Pandemie. Unser Basisszenario geht von zwei Zinserhöhungen bis Anfang 2027 aus“, schrieb The Kobeissi Letter.

Der veränderte Zinsausblick erhöht den Druck auf den Kryptomarkt, der besonders sensibel auf Liquiditätsbedingungen und die Risikobereitschaft der Anleger reagiert. Bitcoin steht weiterhin unter dem Einfluss makroökonomischer Daten, liegt inzwischen mehr als 53 Prozent unter seinem Höchststand vom Oktober und verzeichnet auf Wochensicht zweistellige Verluste.

„Allein in dieser Woche hat Bitcoin 20 Prozent verloren, während am Kryptomarkt seit Oktober 2025 rund 2,5 Billionen US-Dollar an Wert vernichtet wurden. Der Bärenmarkt hat in dieser Woche an Dynamik gewonnen und die Risikobereitschaft der Anleger massiv belastet“, schrieb The Kobeissi Letter weiter.

Der Bericht verwies zudem auf mehrere Faktoren, die gleichzeitig Aktien- und Kryptomärkte belasten. Dazu gehören Pläne großer Technologiekonzerne wie Meta, umfangreiches Kapital für Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) aufzunehmen.

Hinzu kommt der bevorstehende Börsengang von SpaceX mit einem Volumen von rund 75 Milliarden US-Dollar, der dem Markt erhebliche Liquidität entziehen könnte.

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wurde Bitcoin bei 60.720 US-Dollar gehandelt. Das entspricht einem Minus von 2,8 Prozent innerhalb der vergangenen 24 Stunden.


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