Die Onchain-Aktivität von Bitcoin hat laut einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht von CryptoQuant den höchsten Stand des Jahres 2026 erreicht. Gleichzeitig steht die Kryptowährung Nummer eins weiter unter Verkaufsdruck.
Kleinsttransaktionen treiben Erholung der Bitcoin-Netzwerkaktivität
Der Anstieg der Netzwerkaktivität wird nahezu ausschließlich durch das Transaktionsvolumen getragen und nicht durch wirtschaftlich bedeutendere Wertübertragungen.
Die Zahl der täglichen Bitcoin-Transaktionen hat 2026 die Marke von 800.000 überschritten und sich damit gegenüber den Tiefständen des Jahres 2025 mehr als verdoppelt. Damit nähert sie sich den Höchstwerten des Bullenmarktes von 2023 bis 2025. Auch die durchschnittliche Zahl der Transaktionen pro Block ist deutlich gestiegen, was auf eine anhaltend hohe Auslastung der Blöcke hindeutet.
Die Analysten von CryptoQuant betonten jedoch, dass sich „der wirtschaftliche Gehalt dieser Transaktionen deutlich von früheren Phasen hoher Aktivität unterscheidet“. Der Anstieg konzentriere sich vielmehr auf die kleinsten Transaktionsgrößen.
Transaktionen mit weniger als 0,01 Bitcoin machen inzwischen rund 80 Prozent aller täglichen Bitcoin-Überweisungen aus, verglichen mit etwa 44 Prozent im Jahr 2023. Sowohl die Kategorie unter 0,001 Bitcoin als auch jene unter 0,01 Bitcoin haben sich wieder den bisherigen Höchstständen aus dem Jahr 2024 angenähert.

Bitcoin-Transaktionen nach Wertkategorien (täglich, Gesamtzahl). Quelle: CryptoQuant
Durch OP_RETURN ausgelöste Aktivität erhöht Druck auf den Bitcoin-Mempool
Nach Einschätzung von CryptoQuant wird die Veränderung häufig auf protokollbasierte Aktivitäten mit hohem Transaktionsaufkommen zurückgeführt, obwohl der „übertragene Wert pro Transaktion äußerst gering ist“.
Dem Bericht zufolge ist ein großer Teil des Anstiegs auf die zunehmende Verbreitung von Bitcoin-nativen Datenprotokollen zurückzuführen, die den OP_RETURN-Opcode nutzen. Dazu zählen unter anderem Runes, Ordinals, BRC-20-Token sowie Dienste zur Zeitstempelung von Daten.
„Die Nutzung ist 2026 auf nahezu rekordhohe Niveaus gestiegen“, erklärte CryptoQuant. Diese Protokolle erzeugten eine große Zahl von Transaktionen mit sehr geringem Wert und „erklären damit direkt den Anstieg bei den Transaktionen im Niedrigwertsegment“.
Die Zunahme protokollbezogener Aktivitäten hat zudem erneut zu Engpässen im Bitcoin-Netzwerk geführt. Nach Angaben von CryptoQuant umfasst der Bitcoin-Mempool inzwischen rund 128.000 ausstehende Transaktionen und hat damit den höchsten Stand seit Ende Februar 2025 erreicht. Die Überlastung konzentriere sich vor allem auf Transaktionen mit niedrigen Gebühren.

Anzahl der Transaktionen im Bitcoin-Mempool nach Gebührenkategorien. Quelle: CryptoQuant
Obwohl die Belastung des Mempools weiterhin unter den Spitzenwerten der Jahre 2023 und 2024 liegt, zeigt sie laut CryptoQuant, dass nicht-finanzielle Aktivitäten zunehmend Blockkapazitäten im Bitcoin-Netzwerk beanspruchen. Das Analysehaus warnte, dass eine anhaltende Ausweitung „zu steigenden Gebühren für zeitkritische wirtschaftliche Transaktionen führen könnte“.
Bitcoin notierte zum Zeitpunkt der Veröffentlichung bei 62.990 US-Dollar. Auf Sicht von 24 Stunden ergibt sich damit ein Minus von 2,5 Prozent.
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