Bitcoin (BTC) hält sich am Montag rund um die Marke von 82.000 US-Dollar, nachdem die Kryptowährung in der vergangenen Woche fast 15 % verloren hat. Die jüngste Korrektur sorgte für eine Welle an Liquidationen im gesamten Kryptomarkt – allein in den letzten 24 Stunden wurden Positionen im Wert von 687,73 Millionen US-Dollar aufgelöst. Besonders brisant: Ein Bericht von QCP Capital zeigt, dass die Bybit-Hacker am Sonntag mindestens 300 Millionen US-Dollar ihrer Beute aus dem historischen 1,5-Milliarden-Dollar-Krypto-Raub verkauft haben. Das setzte Bitcoin zusätzlich unter Druck.

Fast 690 Millionen US-Dollar aus dem Markt gelöscht – Bitcoin schwächelt weiter

Nachdem BTC am Sonntag um über 6 % gefallen war und ein Tief von 80.000 US-Dollar erreicht hatte, kann sich der Kurs am Montag leicht erholen. In der europäischen Handelssitzung notiert Bitcoin bei rund 82.800 US-Dollar – doch die Unsicherheit bleibt groß.

Die starke Korrektur löste massive Liquidationen aus. Insgesamt wurden Positionen im Wert von 687,73 Millionen US-Dollar aufgelöst. Besonders heftig traf es einen einzelnen Händler auf Binance, der mit einer BTC/USDT-Position im Wert von 32,09 Millionen US-Dollar liquidiert wurde, wie Daten von Coinglass zeigen.

BTC

Doch es geht um mehr als nur Liquidationen. Bitcoin steckt in einer heiklen Marktphase, sagt Ryan Lee, Chefanalyst bei Bitget Research, in einem exklusiven Interview mit FXStreet.

„Die nächsten Tage könnten entscheidend für Bitcoin werden. Wichtige Unterstützung gibt es zwischen 70.000 und 75.000 US-Dollar. Ein Widerstandsbereich liegt zwischen 85.000 und 87.000 US-Dollar. Sollte BTC das Niveau von 77.000 US-Dollar nicht halten, könnten wir einen erneuten Test der 70.000- bis 72.000-Dollar-Zone sehen. Eine Erholung über 75.000 US-Dollar könnte dagegen wieder in Richtung 80.000 bis 85.000 US-Dollar führen“, erklärt Lee.

Makroökonomische Daten im Fokus – Wird Bitcoin stabiler?

Neben den technischen Faktoren stehen in dieser Woche wichtige Wirtschaftsereignisse an, die den Kryptomarkt stark beeinflussen könnten. Laut Lee könnte Bitcoin bis zur Wochenmitte auf 72.000 bis 75.000 US-Dollar abrutschen, bevor sich der Kurs zum 18. oder 19. März wieder in Richtung 83.000 US-Dollar stabilisiert.

Wie stark die Kurse tatsächlich schwanken, hängt nicht nur vom Kryptomarkt selbst ab. Auch externe Faktoren wie regulatorische Entwicklungen und die geldpolitischen Signale der US-Notenbank Fed spielen eine Rolle. Besonders wichtig in dieser Woche:

  • Der Verbraucherpreisindex (CPI) am Mittwoch
  • Der Erzeugerpreisindex (PPI) am Donnerstag

Diese Daten könnten darüber entscheiden, ob die Erwartungen an eine Zinssenkung im Mai weiter steigen – und damit für Entlastung an den Finanzmärkten sorgen.

Ein Lichtblick für Bitcoin und andere Risikoassets wie US-Aktien war der US-Arbeitsmarktbericht (Non-Farm Payrolls, NFP) vom Freitag. Die Zahlen deuteten darauf hin, dass die Fed bei ihrer nächsten Entscheidung tatsächlich Spielraum für eine Lockerung der Geldpolitik haben könnte.

Doch genau in diesem Moment kam der Schock: Die Bybit-Hacker begannen am Sonntag damit, 300 Millionen US-Dollar ihrer Beute zu verkaufen – ausgerechnet in einer Marktphase mit dünner Liquidität. Das setzte Bitcoin erneut unter Druck.

„Viele Investoren fürchten nun, dass weitere Verkäufe durch die Hacker den Markt noch stärker belasten. Schließlich haben die Täter bereits gesehen, wie ihre gestohlenen Coins um 25 % an Wert verloren haben. Um weitere Verluste zu vermeiden, könnten sie also jetzt aggressiv verkaufen“, erklärt ein Analyst von QCP Capital.

Das spiegelt sich auch am Derivatemarkt wider: In den letzten 24 Stunden haben sich die Absicherungswetten gegen fallende Kurse (Puts) deutlich verstärkt – ein Zeichen, dass sich die Angst vor weiterem Verkaufsdruck ausbreitet.

Technische Analyse: Bitcoin steuert auf kritische Marke zu

Ein weiteres Warnsignal: Bitcoin hat am Sonntag die 200-Tage-EMA (Exponential Moving Average) bei 85.754 US-Dollar durchbrochen und mit einem Rückgang von 6,37 % darunter geschlossen. Zum Wochenstart notiert BTC bei rund 81.800 US-Dollar.

BTC

Sollte der Kurs weiter nachgeben, könnten zwei entscheidende Marken ins Spiel kommen:

  • 78.258 US-Dollar – das Tief vom 28. Februar
  • 73.072 US-Dollar – die nächste starke Unterstützung

Fällt Bitcoin unter die 78.000-Dollar-Marke, könnte es also schnell weiter abwärts gehen.

Auch technische Indikatoren bestätigen die Schwäche:

  • Der Relative Strength Index (RSI) liegt bei 36 und wurde in der vergangenen Woche an der neutralen 50er-Marke abgewiesen. Das deutet darauf hin, dass der Verkaufsdruck überwiegt.
  • Der MACD (Moving Average Convergence Divergence) hat am Sonntag ein bärisches Crossover gezeigt – ein klassisches Verkaufssignal.

Sollte Bitcoin jedoch einen Rebound schaffen, liegt die nächste Hürde bei 85.000 US-Dollar. Erst ein nachhaltiger Anstieg über diesen Bereich könnte das Bild wieder aufhellen.

Fazit: Bitcoin in einer entscheidenden Phase

Bitcoin steckt in einer heiklen Lage. Während sich langfristig das makroökonomische Umfeld verbessern könnte – vor allem, wenn die US-Inflationsdaten eine baldige Zinssenkung der Fed rechtfertigen – bleiben kurzfristig große Risiken bestehen.

Der Markt muss erst verdauen, dass die Bybit-Hacker jetzt aktiv verkaufen, anstatt auf eine Erholung zu warten. Das könnte weiter Druck auf den Kurs bringen. Dazu kommt die technische Schwäche: Solange BTC unter 85.000 US-Dollar bleibt, dominieren die Bären.

Für Anleger bedeutet das: Die nächsten Tage könnten entscheidend sein. Sollte Bitcoin unter 78.000 US-Dollar fallen, wäre das ein deutliches Zeichen für eine weitere Korrektur in Richtung 73.000 US-Dollar. Doch falls es gelingt, sich über 75.000 US-Dollar zu stabilisieren, könnte es genauso gut eine Erholung geben.

Jetzt heißt es also: Genau beobachten, ob Bitcoin sich stabilisiert – oder ob die nächste Verkaufswelle den Markt weiter nach unten zieht.


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