Binance-Gründer Changpeng Zhao (CZ) hat Regierungen dazu aufgerufen, ihre Aktienmärkte zu tokenisieren und eigene staatliche Stablecoins auszugeben. Die Blockchain-Technologie könne den Zugang zu Kapitalmärkten erweitern und die weltweite Nutzung nationaler Währungen stärken, argumentierte er.

CZ wirbt für Tokenisierung und staatliche Stablecoins

In einem Beitrag auf der Plattform X am Mittwoch erklärte CZ, Länder sollten „ihre Aktien tokenisieren und Käufern weltweit zugänglich machen“. Zudem forderte er Regierungen auf, eigene Stablecoins herauszugeben. Dies sei eine Möglichkeit, „die Nutzung ihrer Währung auf der Blockchain auszuweiten“.

Die Aussagen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Tokenisierung sowohl in der Kryptobranche als auch im traditionellen Finanzsektor an Dynamik gewinnt. Große Finanzinstitute, darunter Citigroup und Coinbase, haben zuletzt Pläne zum Ausbau tokenisierter Aktienangebote vorgestellt. Gleichzeitig prüfen Aufsichtsbehörden weiterhin regulatorische Rahmenbedingungen für blockchainbasierte Wertpapiere.

Bis April wuchs der Sektor um 256 Prozent auf nahezu 30 Milliarden US-Dollar. Mehrere Branchenschätzungen gehen davon aus, dass das Marktvolumen bis Ende 2026 auf mehr als 400 Milliarden US-Dollar steigen könnte.

CZs Vorschlag würde Investoren weltweit den Zugang zu tokenisierten Versionen heimischer Aktien ermöglichen. Dadurch könnte die Beteiligung an Kapitalmärkten ausgeweitet und die Abwicklungszeit von Transaktionen verkürzt werden.

Der Binance-Gründer erklärte zudem, dass er sich mit Regierungsvertretern in ganz Asien treffe, um die Einführung digitaler Vermögenswerte voranzutreiben.

„War damit beschäftigt, mich mit einigen Staats- und Regierungschefs sowie Aufsichtsbehörden in Asien zu treffen, um Krypto voranzubringen. Wir machen gute Fortschritte“, schrieb CZ in einem weiteren Beitrag auf X.

Die Äußerungen fallen in eine Phase, in der CZ seine Rolle als Berater von Regierungen in Fragen der Regulierung digitaler Vermögenswerte ausbaut. Zuvor hatte er erklärt, er berate „offiziell und inoffiziell einige Regierungen“ bei der Regulierung von Kryptowährungen und der Einführung von Blockchain-Technologien.

Derzeit ist CZ strategischer Berater des Crypto Council in Pakistan. Dort unterstützt er die Entwicklung regulatorischer Rahmenbedingungen für digitale Vermögenswerte sowie den Ausbau der Branche. Zudem berät er den kirgisischen Präsidenten Sadyr Dschaparow in Fragen der Blockchain- und Digital-Asset-Politik.

Die Aussagen kommen auch vor dem Hintergrund anhaltender regulatorischer Herausforderungen für Binance in Europa. Nach einem Bericht von Reuters dürfte der Antrag der Kryptobörse auf eine Lizenz nach der europäischen MiCA-Verordnung in Griechenland von der dortigen Kapitalmarktaufsicht abgelehnt werden.

Nach den Vorgaben der EU-Verordnung Markets in Crypto-Assets (MiCA) müssen Kryptounternehmen bis Ende Juni eine Genehmigung erhalten, um ihre Dienstleistungen innerhalb der Europäischen Union weiterhin nahtlos anbieten zu können.

Eine Ablehnung könnte Binance dazu zwingen, seine Dienste für Nutzer in der EU ab Juli auszusetzen. Die Börse erklärte, sie habe intensiv mit den Aufsichtsbehörden zusammengearbeitet und rechne damit, vor Ablauf der Frist ein Update vorzulegen.


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