Der EUR eröffnet gegenüber dem USD bei 1,1163 (05:37 Uhr), nachdem der Tiefstkurs der letzten 24 Handelsstunden bei 1,1137 im europäischen Geschäft markiert wurde. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 144,27. In der Folge notiert EUR-JPY bei 161,06. EUR-CHF oszilliert bei 0,9499.

Märkte: Europas Aktien unter Druck - Gold gewinnt!

An den Finanzmärkten ergeben sich divergente Entwicklungen. Europas Aktienmärkte standen am Freitag unter Druck, US-Märkte verloren dagegen nur sehr geringfügig oder waren stabil. In Fernost dominierten heute früh leichte Gewinne.

An der Datenfront (Datenpotpourri) ergaben sich bei der Erstschätzung des Verbrauchervertrauens der Eurozone leichte positive Vorzeichen. Der britische Einzelhandel zeigte sich im letzten Berichtsmonat in starker Verfassung. Frankreichs Geschäftsklimaindices signalisieren Stabilität. In Deutschland zeichnet sich eine Stabilisierung der Immobilienpreise ab.

Prekäre Tendenzen ergeben sich bei den Staatsverschuldungsdaten der USA, Frankreichs und Großbritanniens. Die Einnahmen halten nicht mit den Ausgaben mit. Dieses Überlastungsszenario ist dauerhaft nicht aufrecht zu erhalten, ohne dass dadurch die Bonität beschädigt würde. Das erodierte die Machtposition des Westens. Gespannt erwarte ich den im Oktober erscheinenden Fiscal Monitor des IWF, der Aufschluss über die Entwicklungen der Staatsverschuldungen geben wird. Noch gespannter bin ich auf die Reaktionen der Ratingagenturen (!). Schaut man weg?

Die Landtagswahlen in Brandenburg lieferten mit dem SPD-Sieg vor der AFD zunächst entspannte Signale. Es war eine Personenwahl, deren Ergebnis nicht auf andere Länder oder den Bund extrapolierbar ist. Fakt ist, dass sich der Trend gegen die Grünen und FDP fortsetzte. Es wird eine Regierung SPD/CDU oder SPD /BSW geben.

Aktienmärkte: Late Dax -1,21%. EuroStoxx 50 -1,38%, S&P 500 -0,22%, Dow Jones +0,02%, US
Tech 100 -0,26%

Aktienmärkte in Fernost Stand 05:58 Uhr: Nikkei (Japan) Feiertag, CSI 300 (China) +0,69%, Hangseng (Hongkong) +0,54%%, Sensex (Indien) +0,26% und Kospi (Südkorea) +0,36%. Rentenmärkte: Die 10-jährige Bundesanleihe rentiert heute früh mit 2,22% (Vortag 2,19%), während die 10-jährige US-Staatsanleihe eine Rendite in Höhe von 3,75% (Vortag 3,71%) abwirft.

Devisenmärkte: Der EUR/USD ist kaum verändert. Gold gewann an Boden und markierte eine neues Allzeithoch (u.a. keine "Staatsverschuldung"), während Silber das Niveau halten konnte.

Verschuldungsthemen rücken in den Vordergrund

Aktuell rücken Staatsverschuldungsthemen in den Vordergrund. In den USA konnte der „Shutdown“ durch eine kurzfristige Brückenfinanzierung (circa drei Monate) verhindert werden. Kommentar: Gleichwohl ist das Haushaltsdefizit von 7%-8% des BIP auf Dauer nicht tragbar. Das Haushaltsdefizit Frankreichs könnte per 2024 6% des BIP erreichen (bisher 5,1% des BIP, Gesamtdefizit aktuell bei 110% des BIP). Der neue Regierungschef Barnier hat Steuererhöhungen für reiche Privatpersonen und große Unternehmen angekündigt.

Kommentar: Mit einer solchen Politik, allen voran bei der Besteuerung der Großunternehmen, wird die Attraktivität des Standorts nicht gefördert. Was kurzfristig helfen mag, wirkt mittel- und langfristig auf das potentielle Steuersubstrat belastend.

Die Verbindlichkeiten des öffentlichen Sektors des UK summierten sich im August auf 100% des BIP (D 63%). Das ist der höchste Wert seit Beginn der monatlichen Aufzeichnungen 1993.

Kommentar. Die Verschuldungsdaten der USA, des UK und Frankreichs implizieren, dass man über den Verhältnissen lebt. Kann man sich die aktuellen Politiken (Außenpolitik) dauerhaft weiter leisten oder bedarf es einer Umkehr mit Fokus auf nationale Belange der Bürger?

Deutschland: Preise für deutsche Wohnimmobilien steigen erstmals seit zwei Jahren

Die Preise für Wohnimmobilien sind im Frühjahr laut Statistischem Bundesamt erstmals im Quartalsvergleich seit zwei Jahren gestiegen. Sie erhöhten sich von April bis Juni um durchschnittlich 1,3% zum Vorquartal. Das ist das erste Plus seit dem 2. Quartal 2022. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum fielen die Preise für Wohnimmobilien aber erneut, wenn auch deutlich verlangsamt: Sie gaben bundesweit um 2,6% nach. In den sechs Vorquartalen war das Minus mit 3,9% bis 10,2% größer ausgefallen.

Im Gesamtjahr 2023 waren die Immobilienpreise um 8,5% eingebrochen und damit so stark wie noch nie seit Beginn der Statistik im Jahr 2000. Die Preise für Wohnimmobilien dürften auch im Gesamtjahr 2024 sinken. Sie dürften um 1,4% fallen, ergab die vierteljährliche Umfrage unter Immobilienanalysten (Reuters). 2025 soll es dann einen Anstieg von 2,0% geben, sagen sie voraus.

Dezidierte Daten: In den Top-Sieben-Metropolen (Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt/Main, Stuttgart und Düsseldorf) zogen die Preise für Ein- und Zweifamilienhäuser um 2,3% zum Vorquartal an. Für Eigentumswohnungen mussten dort 1,6% mehr gezahlt werden. In anderen kreisfreien Großstädten kosteten Ein- und Zweifamilienhäuser 1,3% mehr als in den ersten drei Monaten des Jahres, während für Wohnungen 1,4% mehr gezahlt werden musste. In dünn besiedelten ländlichen Kreisen wurde für Ein- und Zweifamilienhäuser 0,9% mehr gezahlt als zu Jahresbeginn, während für Wohnungen 3% weniger fällig wurden.

Kommentar: Nach den starken Einbrüchen zeichnet sich eine Bodenbildung am Immobilienmarkt ab. Das ist positiv. Fakt ist, dass es eine Unterversorgung mit Wohnraum in Deutschland gibt (siehe Wohnbauziel der Regierung bei 400.000, Realität bei circa 200.000). Wohnraum stellt ein Grundbedürfnis (ansonsten Staatsversagen!) dar. Hier hat Politik zu liefern und das Thema nicht ideologisch zu bedienen (Bürokratie, Heizungsgesetz).

Im Vergleich zum UK (Wohnimmobilienpreise im Jahresvergleich bei +1,2%, Tief bei -1,3% per 11/2023) und den USA (Wohnimmobilienpreise am Allzeithoch, zuletzt +6,5% im Jahresvergleich) zeigt sich, dass diskretionäre Politik unserer Regierung(en) ("Heizungsgesetz" allen voran) massiven Vermögensschaden in Deutschland angerichtet hat. Es bedarf eines markanten Umsteuerns pro Bürger (keine Verbote und Belastungen, Fokus auf Deregulierung) in diesem Sektor, denn es liegt nicht nur am Zins, wie die USA (Sitze 5,375%) und das UK (Spitze 5,25%) belegen!


Datenpotpourri der letzten 24 Handelsstunden Teil 1

Eurozone: Verbrauchervertrauen etwas höher, aber weiter schwach

Der Index des Verbrauchervertrauens legte per September von zuvor -13,4 Punkten (revidiert von -13,5 Zählern) auf -12,9 Punkte zu (Prognose -13,0).

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Deutschland: Die Erzeugerpreise nahmen per Berichtsmonat August im Monatsvergleich um 0,2% (Prognose 0,0%) nach zuvor 0,2% zu. Im Jahresvergleich kam es zu einem Rückgang um 0,8% (Prognose -1,0%) nach zuvor -0,8%.

Frankreich: Der Geschäftsklimaindex der Gesamtwirtschaft stellte sich per September auf 98 Punkte (Vormonat 97). Der Index für das Verarbeitende Gewerbe verharrte per September unverändert erwartungsgemäß bei 99 Punkten.

UK: Starker Einzelhandel!

Die Einzelhandelsumsätze legten per Berichtsmonat August im Monatsvergleich um 1,0% (Prognose 0,4%) nach zuvor 0,7% (revidiert von 0,5%) zu. Im Jahresvergleich ergab sich ein Anstieg um 2,5% (Prognose 1,4%) nach zuvor 1,5% (revidiert von 1,4%).

Indien: Devisenreserven am Allzeithoch!

Die Devisenreserven stellten sich per Berichtsmonat August auf 689,46 Mrd. USD nach zuvor 689,24 Mrd. USD und verzeichneten ein neues Allzeithoch.

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Kommentar: Teil der BRICS, so sehen Gewinner aus!

Derzeit ergibt sich für den EUR gegenüber dem USD eine positive Tendenz. Ein Unterschreiten der Unterstützung bei 1.0980 - 1,1010 negiert dieses Szenario.

Viel Erfolg!

© Folker Hellmeyer
Chefvolkswirt der Netfonds Gruppe

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