- Am Freitag wird der Nonfarm Payrolls Bericht veröffentlicht und der Fokus liegt erneut auf den Löhnen, vor allem nach dem Blockbuster im Januar.
- Die Erwartungen sind jedoch etwas niedriger und dennoch kann eine positive Überraschung nicht ausgeschlossen werden.
- Die Sorgen um einen Handelskrieg überschatten jedoch selbst gute Ergebnisse.
Die im Nonfarm Payrolls Bericht enthaltenen durchschnittlichen Stundenlöhne werden die wichtigste Veröffentlichung sein. Steigende Löhne sprechen dafür, dass der Markt die Vollbeschäftigung erreicht hat, was ein wichtiges Signal ist, da damit auch der Inflationsdruck zunimmt. Damit einher gehen steigende Zinssätze und ein stärkerer US-Dollar.
NFP - Steigen die Löhne?
Die US Arbeitslosenquote liegt mit 4,1 % auf einem sehr niedrigen Niveau. Laut den Wirtschaftslehrbüchern führt eine niedrigere Arbeitslosigkeit zu steigenden Löhnen, da die Nachfrage das Angebot übersteigt. Die Lohnerhöhungen stecken jedoch schon seit geraumer Zeit bei 2,5 % (Jahr) fest. Die Erklärung war, dass die Arbeitslosenquote die niedrige Erwerbsquote nicht widerspiegelte. Das Beschäftigungswachstum liegt mit 200K neuen Arbeitsplätzen pro Monat auf einem gesunden Niveau und es zeigt, dass es innerhalb der Wirtschaft noch Spielraum gibt und dadurch steigen die Löhne nicht stärker.
Der Bericht im Januar brachte jedoch eine entscheidende Änderung mit sich. Auf Monatsbasis legten die Löhne um 0,3 % und auf Jahresbasis um 2,9 % zu. Die Aufwärtsrevisionen der vorangegangenen Monate und die besseren Wirtschaftsdaten, scheinen die Löhne nachhaltig positiv beeinflusst zu haben. Doch bei allem Enthusiasmus ist auch Vorsicht geraten, da es sich um eine Eintagsfliege handeln kann.
Die Erwartungen für Februar liegen auf Monatsbasis bei einem Lohnwachstum von 0,2 % und auf Jahresbasis bei 2,8 %. Dies sind jedoch vorsichtige Erwartungen des Marktes, da man schon einmal daneben lag, aber dennoch zeugen sie von Optimismus.
Es gibt jedoch auch gute Gründe dafür anzunehmen, dass das Ergebnis bei 2,8% oder besser sein wird. Die Atlanta Fed Analyse zeigt, dass die Löhne vor allem bei jungen Arbeitnehmern schnell zulegen. Die ISM Einkaufsmanager Indizes für Februar sprechen ebenfalls für eine gute Konjunktur, da beide Lesungen besser als erwartet abschnitten.
Der ADP Bereicht für Februar konnte mit einem Ergebnis von 235K überzeugen, was auch schnellere Lohnerhöhungen möglich macht. Hinzu kommt, dass die Arbeitslosen Unterstützungen im Februar den niedrigsten Stand seit 1969 erreichten.
All dies sind positive Signale für steigende Löhne.
Der Elefant im Porzellanladen
Doch seit dem 1. März ist alles anders, da US Präsident Trump Zölle auf Stahl und Aluminium ankündigte und genau dieser Schlagzeilen sind es, die aktuell die Finanzmärkte in Atem halten. Der US-Dollar legte gegenüber den Rohstoffwährungen zu, aber gegenüber dem sicheren Hafen des japanischen Yen und dem Euro zog er sich zurück.
Die EU drohte bereits mit Vergeltungsmaßnahmen und anderer Länder äußerten ihre Besorgnis. Es wird erwartet, dass US Präsident Trump seine Absichten Zölle einzuführen am 8. März in die Tat umsetzt. Sein unternehmensfreundlicher Wirtschaftsberater Gary Cohn verabschiedete sich bereits aus dem Weißen Haus und auch aus den Reihen der Republikaner gibt es erheblichen Widerstand.
Die Sorgen rund um einen Handelskrieg führen dazu, dass die Erwartungen an das globale Wachstum auf dem Prüfstand stehen und damit stehen auch die Erwartungen an mögliche Zinserhöhungen auf dem Spiel. Der Nonfarm Payrolls Bericht muss schon außergewöhnlich gut oder schlecht ausfallen, damit die Auswirkungen auf den Markt länger als 30 min anhalten.
Drei Nonfarm Payrolls (NFP) Szenarien
1) Steigen die US Löhne um 2,9%, oder noch besser 3,0% und mehr, so wäre dies für den Dollar ein Segen. Der Greenback könnte sich auf breiter Front durchsetzen, aber gegenüber den sicheren Hafen des Yen wäre das Potential begrenzt. Es könnte zu einem Upgrade des Fed Dot-Plot kommen, so dass für 2018 3-4 Zinserhöhungen in Aussicht gestellt werden, was bereits im März der Fall sein könnte.
2) Liegt das Ergebnis im Rahmen der Erwartungen von 2,8 % oder bei 2,7 %, so würde der Dollar davon vor allem gegenüber dem Euro nicht profitieren können, aber gegenüber den Rohstoffwährungen sind mit diesem Ergebnis dennoch Gewinne möglich. Vier Zinserhöhungen wären immer noch sinnvoll, was aber bereits überwiegend eingepreist ist.
3) Es war eine Eintagsfliege: Das Ergebnis liegt bei 2,6% oder darunter: Ein erheblicher Rückgang zum vorherigen Durchschnitt wäre für den Greenback ein großes Problem, da dann nur noch 3 Zinserhöhungen für 2018 realistisch sind. Die Rohstoffwährungen und der Euro würden gut zulegen, während der Yen hinter der Performance zurückbleiben kann.
Die Änderung bei den Arbeitsplätzen spielt immer eine Rolle, vor allem wenn die Löhne im Einklang mit der Prognose stehen. Ein Anstieg um 200K ist wie schon zuvor um Januar vorgesehen. Beträgt das Ergebnis mehr als 250K, so hätte dies positive Auswirkungen auf den US-Dollar, während unter 150K mit negativen Auswirkungen zu rechnen ist. Alles dazwischen wird dazu führen, dass die Löhne über die Kursentwicklung entscheiden.
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Folgen Sie der Veröffentlichung im Wirtschaftskalender. Achten Sie auf die Daten des Market Impact Tool und den prognostizierten Kursänderungen. Hier ein kleiner Überblick der Market Impact Daten
Durchschnittliche Stundenlöhne (MoM)
Hauptwährungspaar: EUR/USD
Positiver Trigger: + 1,53 Standardabweichung (EUR/USD verkaufen)
Negativer Trigger: -1,46 Standardabweichung (EUR/USD kaufen)
Key Resistance Level:1,2445
Wichtige Unterstützung: 1,2350
Während der letzten 5 NFP Veröffentlichungen bewegte sich der EUR/USD in den ersten 15 Minuten um durchschnittlich 43 Pips und in den 4 Stunden nach der Veröffentlichung um 84 Pips.
Die vorherige überraschende Veröffentlichung führte zu einer Standardabweichung von +1,24 und der EUR/USD bewegte sich in den ersten 15 Minuten um 83 Pips, während es in den 4 Stunden nach den Daten 111 Pips waren.
Fällt das Ergebnis besser als erwartet aus und es wird eine Abweichung von +1,53 oder höhere erreicht, kann der EUR/USD Kurs in den ersten 15 Minuten eine Range von 36 Pips und in 4 Stunden eine Range von 64 Pips erreichen. Fällt das Ergebnis schlechter als erwartet aus und es wird eine Abweichung von -1,46 oder niedriger erreicht, kann der EUR/USD Kurs in den ersten 15 Minuten eine Range von 25 Pips und in 4 Stunden eine Range von 126 Pips erreichen.
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