Obwohl der Goldpreis derzeit den starken Anstieg der vergangenen Wochen korrigiert und wieder unter die Marke von 1.500 USD je Unze gefallen ist, zeigen sich die Analysten der Citigroup sehr positiv für das gelbe Metall gestimmt. Sie rechnen damit, dass Gold in den kommenden zwei Jahren die Marke von 2.000 USD pro Unze überwinden kann. Als Gründe führen die Experten das Risiko einer globalen Rezession und die Möglichkeit an, dass die US-Notenbank den Leitzins wieder auf null senkt.
Man gehe davon aus, dass der Goldpreis noch länger Stärke zeigen und innerhalb der kommenden zwei Jahre möglicherweise die Marke von 2.000 USD pro Unze überwinden werde, womit neue, zyklische Hochs erreicht würden, so die Citigroup. Das bisherige Hoch im Goldpreis liegt bei rund 1.921 USD und wurde 2011 erreicht.
Niedrige oder länger niedrigere Nominal- und Realzinsen, globale Rezessionsrisiken, die von den Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und China verstärkt werden, und erhöhte geopolitische Risiken würden ein bullishes Goldmarktumfeld schaffen, so die Analysten weiter. Zudem glaube man, dass die Fed schlussendlich den Leitzins wieder bis auf null senken werde.
Gold hatte vor Kurzem ein Sechsjahreshoch erreicht. Nun würden Investoren davon ausgehen, dass die EZB diese Woche weitere Stimulusmaßnahmen ankündigt, während damit gerechnet werde, dass die Fed in der kommenden Woche die Zinsen erneut senkt. Das hat die Mittelzuflüsse in mit Gold hinterlegte ETFs verstärkt. Zwar sei die Wachstumsstory der US-Wirtschaft derzeit noch intakt, so die Citigroup. Allerdings sehe man verschiedene Warnzeichen und Indikatoren an den Märkten, die sich so schnell verschlechtern würden wie seit der Großen Rezession nicht mehr.
Der Goldpreis am Spotmarkt liegt derzeit bei rund 1.494 USD pro Unze und ist damit in den letzten vier Monaten um über 16% gestiegen. Die Citi-Analysten haben nun ihre Basisszenarien für das Edelmetall an der Comex für das vierte Quartal um 125 auf 1.575 USD pro Unze erhöht. Für 2020 geht man jetzt von 1.675 USD pro Unze im Goldpreis aus, was einer Anhebung der bisherigen Prognose um 14% entspricht.
Die Fed hatte im Juni zum ersten Mal seit mehr als einem Jahrzehnt den Leitzins gesenkt und es wird allgemein davon ausgegangen, dass noch diesen Monat die nächste Zinssenkung – um 25 Basispunkte - folgt. Die BNP Paribas, die ebenfalls positiv für Gold gestimmt ist (wir berichteten), rechnet mit vier weiteren Zinssenkungen jeweils in diesem Ausmaß im kommenden Jahr.
Die Citigroup-Analysten versahen ihre Prognose aber mit einigen Vorbehalten. Dazu gehört die Möglichkeit, dass die Fed die geldpolitischen Zügel wieder strafft, oder dass es einen Durchbruch in den Verhandlungen zwischen den USA und China gibt. Ein überraschender Deal zwischen China und den USA sowie eine deutliche Verbesserung bei den Zahlen zum produzierenden Gewerbe weltweit, würden nach Ansicht der Experten bedeuten, dass Gold sein Hoch für diesen Zyklus um den Bereich von 1.550 USD pro Unze haben dürfte.
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