Branchendaten zufolge wurden 2022 voraussichtlich rund 682.000 Tonnen Lithiumkarbonatäquivalent (LCE) produziert, während es 2021 noch 546.000 Tonnen waren. Das bedeutet einen Anstieg um knapp 25%. Schon von 2020 auf 2021 war der globale Ausstoß des Batteriemetalls um 24% gestiegen.

Laut Informationen des Department of Industry, Science, Energy and Resources (DISER) in Australien wird dieser Produktionsanstieg vor allem von Australien – dem größten Lithiumproduzenten weltweit – Chile und Argentinien getragen. In Chile weiteten demzufolge die Branchengiganten Albemarle und SQM ihre Lithiumsoleaktivitäten aus, während es in Argentinien Livent, Allkem und Minera Exar waren.

Trotz dieses erneuten Anstiegs aber sei das Gesamtangebot an Lithium (aus Sole aber auch Hartgestein) derzeit nicht ausreichend, um die Nachfrage zu befriedigen, hieß es. Neue Lithiumprojekte würden sich zwar bereits in der Entwicklung befinden, doch werde es dauern, bis die Versorgungslücke geschlossen werden könne.

Laut dem Bericht soll der Lithiumausstoß Australiens von 247.000 Tonnen LCE im Jahr 2021 auf 335.000 Tonnen letztes, 387.000 Tonnen dieses und 469.000 Tonne nächstes Jahr steigen. Auch in anderen Regionen der Welt wurden in letzter Zeit neue Projekte und Projekterweiterungen angekündigt. Zum Beispiel will der chilenische Staatskonzern Codelco nicht nur seine bestehenden Solebetriebe ausweiten, sondern hat auch Explorationsaktivitäten im Salar de Maricunga aufgenommen, wobei die Bohrungen Anfang dieses Jahres abgeschlossen sollen werden.

Weiterhin, so der Bericht, sollen dieses Jahr in Kanada drei neue Lithiumprojekte an den Start gehen, die insgesamt 50.000 Tonnen LCE liefen dürften. Auch in Mexiko will man vom Lithiumboom profitieren und hat nach Verstaatlichung der Lithiumvorkommen des Landes dazu eine staatliche Gesellschaft gegründet, die in den kommenden sechs Monaten den Betrieb aufnehmen soll. Hinzu kommt, dass man auch in Europa versucht, eine eigene Lithiumproduktion aufzubauen, um sich unabhängiger von China zu machen, dass nach wie vor den Markt beherrscht.

Laut dem Bericht aus Australien soll die Lithiumnachfrage dieses Jahr 724.000 Tonnen LCE betragen haben nach 583.000 Tonnen im Jahr 2021. Für die darauffolgenden zwei Jahre wird dann mit einem Nachfrageanstieg von mehr als 40% gerechnet, was 2024 zu einem Bedarf von 1,058 Mio. Tonnen führen werde. Nach wie vor bleibt demzufolge die größte Nachfragequelle Asien.

Die Experten rechnen damit, dass das knappe Angebot an Spodumen, Lithiumhydroxid und Lithiumkarbonat 2022 zu neuen Rekorden bei den Spotpreisen geführt hat. So rechnet man damit, dass der Spodumenpreis letztes Jahr bei 2.730 USD pro Tonne gelegen hat – nach 598 USD pro Tonne 2021.

Eine Tonne Lithiumhydroxid dürfte den Schätzungen zufolge 2022 38.575 USD gekostet haben, während der Preis 2021 gerade einmal bei 17.370 USD je Tonne betrug. Die Experten rechnen damit, dass die Preise dieses Jahr ein Hoch von mehr als 50.000 USD je Tonne erreichen, bevor sie wieder zurückfallen und dann 2024 im Schnitt bei 37.600 US je Tonne liegen.

Was das Verhältnis von Angebot und Nachfrage im Lithiummarkt angeht, weisen die australischen Experten darauf hin, dass zwar Produktionsausweitungen Down Under und anderswo in der Welt bereits angelaufen seien, diese aber eine lange Vorlaufzeit hätten. Darüber hinaus bestehe bei dem Versuch, so große Mengen neuen Lithiums auf den Markt zu bringen immer das Potenzial für Verzögerungen, sodass in den kommenden Jahren immer wieder mit Angebotsverknappungen zu rechnen sei.


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