Die australische Lynas (WKN 871899), einer der wenigen Seltene Erden-Produzenten außerhalb Chinas, muss für die Arbeiten an der Verarbeitungsanlage in Kalgoorlie deutlich höhere Kosten melden als bislang gedacht. Gleichzeitig sinkt der Umsatz und schmälert die Inflation den Gewinn des Fiskaljahres, das im Juni endete.

Laut CEO Amanada Lacaze liegt das überarbeitete Budget für die Anlage in Kalgoorlie nun bei 730 Mio. AUD. Ursprünglich war Lynas von 500 Mio. AUD ausgegangen, hatte aber schon vergangenes Jahr die Kostenprognose auf 575 Mio. AUD angehoben. Zudem, so Lacaze weiter, würden geschätzt insgesamt weitere 50 Mio. AUD für den Kommissionierungsprozess anfallen. Frau Lacaze wies darauf hin, dass Kostensteigerungen in Western Australia derzeit weit verbreitet seien. Im Fall des Kalgoorlie-Projekts komme hinzu, dass dieses unter Zeitdruck errichtet werden müsse.

Lynas hatte gegen Ende letzten Jahres Erweiterungen für bestimmtes Equipment und für verschiedene Infrastruktur in Kalgoorlie gemeldet, um in Zukunft die Kapazitäten ausweiten zu können. Ursprünglich war die Anlage auf eine Nennkapazität von rund 7.000 Tonnen Neodym und Praseodym (NdPr) Endprodukt pro Jahr ausgelegt. Mit Hilfe der Updates soll diese auf 9.000 Tonnen pro Jahr steigen.

Deutlicher Gewinnrückgang verzeichnet

Das Unternehmen meldet zudem für das Geschäftsjahr zu Ende Juni einen Nettogewinn von 310,7 Mio. AUD nach Steuern. Im letzten Geschäftsjahr hatte Lynas noch 540,8 Mio. AUD erzielt. Den Umsatz des Fiskaljahres gab die Gesellschaft 739,3 Mio. AUD an nach 920 Mio. AUD zuvor. Dabei hatte Lynas im Berichtszeitraum mit 16.014 Tonnen an Seltene Erden-Konzentraten den Absatz um 5% steigern können. Logischerweise bedeutet das einen Rückgang des durchschnittlichen Preises, der beim Verkauf erzielt wurde. Der sank im Fiskaljahr um 23%, während die Umsatzkosten gleichzeitig um 15% zulegten.

Lynas meldete zudem ein EBITDA (Earnings before interest, tax, depreciation and amortisation) von 377,7 Mio. AUD nach 601,2 Mio. AUD im Vorjahr. Allerdings hatten die Seltene Erden-Preise im Geschäftsjahr 2022 auch Rekordniveau erreicht. Wie Frau Lacaze zudem ausführte, gab Lynas im Berichtszeitraum 595 Mio. AUD für Investitionsprojekte aus und beendete das Jahr mit einer Cash-Position von 1 Mrd. AUD. Damit bestehe Finanzierungssicherheit für die Fertigstellung der wichtigsten Wachstumsprojekte.

Lynas-CEO Lacaze zeigt sich zuversichtlich, dass der Markt für Seltene Erden sowohl einen steigenden Wert als auch eine wachsende Nachfrage verzeichnen wird. Mit den umfangreichen Investitionen wolle man die Kapazitäten ausweiten, um diese erwartete Nachfrage bedienen zu können, erklärte sie.



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