Öl 2019 Prognose: Schrumpfende Nachfrage und großes Angebot dürften Öl belasten


  • 2018 war für die Ölpreise ein spannendes Jahr. Den Großteil des Jahres ging es mit den Preisen bergauf, bevor es zu einer Talfahrt kam.

2019 könnte etwas weniger aufregend werden und die Preise fallen. Die Nachfrage dürfte mit der Verlangsamung der globalen Wirtschaft nachlassen und da sich die wichtigsten Produzenten bei den Produktionskürzungen zurückhalten, wird der Rohstoff im Überfluss vorhanden sein. Die Range könnte ebenfalls begrenzt werden, da die US Schieferproduzenten auf die Produktionsbedürfnisse schnellen reagieren können.

2018 – hoch, hoch und runter

Die Preise sind den Großteil des Jahres gestiegen. Die Belebung des globalen Wirtschaftswachstums und der US Ökonomie im zweiten Quartal, waren dafür ein entscheidender Faktor. Ein weiterer Grund war die erfolgreiche Produktionskürzung durch die OPEC, angeführt durch Saudi-Arabien und bei den Nicht-OPEC Ländern übernahm Russland die Führungsrolle.

Der Wendepunkt für die Nachfrage, welche das Angebot übertroffen hat, war jedoch die Annullierung des Iran Deals, bekannt als JCPOA. Die Absicht der USA Sanktionen zu verhängen und die iranischen Exporte nach Möglichkeit auf 0 zu reduzieren, ließ die Ölpreise ordentlich steigen.

In der 2. Jahreshälfte veränderten sich jedoch die Bedingungen. Das globale Wachstum verlangsamte sich unter anderem durch die anhaltenden Fed Zinserhöhungen, den Trump Handelskrieg, die Probleme der deutschen Automobilindustrie und den Brexit Bedenken.

Ein weiterer Faktor war die nachlassende Disziplin bei der OPEC / Nicht-OPEC Produktionskürzung. Russland erreichte mit 11,3 Mio. Barrel/Tag seine höchste Produktion seit dem Untergang der Sowjetunion.

Das Angebotswachstum übertraf die Erwartungen mit 2,5 Mio. Barrel/Tag, während im Juli 2,0 Mio. Barrel/Tag prognostiziert wurden.

Und erneut waren Trump und der Iran ein entscheidender Punkt. Der Präsident erließ für 8 Länder Ausnahmegenehmigungen und so könnte das Land weiterhin Öl verkaufen, womit die Sanktionen verwässert wurden.

2019 – Das Jahr der großen Leiden?

Es wird erwartet, dass die Nachfrage nachlässt. Die International Energy Agency (IEA) hat die 2019 Nachfrageprognosen für OPEC Öl um 300K Barrel gesenkt. Angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Trends ist dies auch nicht weiter verwunderlich. Das globale Wirtschaftswachstum soll sich von 3,7 % auf 3,5 % verringern.

Die OPEC erklärte auch, dass die globalen Wachstumstrends fragiler geworden sind. Der Bedarf an Rohöl wird laut der OPEC um 1,29 Mio. Barrel/Tag steigen, was 160K Barrel/Tag weniger ist als bei der vorherigen Schätzung.

Beim Angebot kann es zu einer stärkeren Verschiebung kommen. Laut der OPEC wird das nicht-OPEC-Angebot im nächsten Jahr um 2,16 Mio. Barrel/Tag steigen, was einer kleinen Aufwärtsrevision entspricht. Die IEA Prognose hat sich für das Angebot nicht geändert.

Die 3 größten Ölproduzenten sind Russland, Saudi-Arabien und die USA. Die Produktion dieser Länder liegt jeweils auf einem ähnlichen Niveau und sie entspricht 40 % der weltweiten Ölproduktion.

Zu den größten Schwankungen kommt es bei den US Schieferölproduzenten. Die Produktion im Perm-Becken, in North Dakota und anderen Regionen hatte unter einigen Engpässen zu leiden. Sind diese Engpässe behoben, so kann die US Produktion die Marke von 12 Mio. Barrel/Tag überschreiten.

Nach dem historischen Crash der Ölpreise Ende 2014, kam es in der US Industrie zu entsprechenden Anpassungen. Einige Unternehmen gingen Pleite, andere verbesserten die Produktivität, um so den niedrigeren Preisen gerecht werden zu können. Die Produktion konnte sich von den Tiefs auf neue Rekorde erholen. Die Energy Information Association (EIA) Daten zeigen, dass die USA für Rohöl und andere Ölprodukte zum ersten Mal seit 1991 zu einem Netto-Exporteur wurde.

Basierend auf dem was wir wissen, wird 2019 für das schwarze Gold alles andere als rosig werden.

Niedrigere Volatilität?

Für die Trader wird es möglicherweise auch kein gutes Jahr. Die USA kann ihre Dominanz bei der Ölförderung zunehmend ausbauen und die damit einhergehende flexible Produktion hat Auswirkungen auf die Märkte. Die Schieferproduktion durch Fracking ist wesentlich flexibler als es die Ölförderung in Saudi-Arabien, Russland und anderen Ländern mit Großanlagen ist.

Steigen die Preise, nimmt die Zahl der aktiven Öl Rigs zu, um so die Nachfrage zu befriedigen, was die Preise wieder fallen lässt. Sinken die Preise werden die nicht profitablen Plattformen schnell wieder stillgelegt, womit das Angebot fällt und die Preise legen wieder zu. Diese Flexibilität bei der Produktion wird die Volatilität der Marktpreise begrenzen.

Die Volatilität könnte auch durch den Wert des US-Dollar beeinflusst werden. In der Vergangenheit wiesen der Greenback und das schwarze Gold eine inverse Korrelation auf. Im Jahr 2018 war diese Korrelation bestenfalls lückenhaft. Damit wird diese Beziehung Einfluss auf die Volatilität haben. Ein sich verschlechterndes globales Umfeld erhöht die Nachfrage nach dem sicheren Hafen des Dollar, während die Ölpreise gleichzeitig fallen.

Positive Überraschungen müssen einkalkuliert werden

Niedrigere Preise und eine geringere Volatilität sind unser Basisszenario, aber es gibt an den Ölmärkten auch Spielraum für Überraschungen. Ein Großteil des schwarzen Goldes stammt noch immer aus instabilen Ländern.

Hier nun die Faktoren, welche berücksichtigt werden müssen:

  • Die Produktion Venezuelas brach mit dem Wirtschaftscrash des Landes zusammen. Sollte sich die politische Situation des Landes weiter verschlechtern, so könnte dies weitere Auswirkungen auf die Ölproduktion haben. Das Chaos kann in dem südamerikanischen Land sogar dazu führen, dass die Produktion vollständig zusammenbricht und die Preise steigen.
  • Der Iran und Saudi-Arabien, die beiden Regionalmächte, führen in Syrien und dem Jemen einen Stellvertreterkrieg, bei dem sie nie direkt aufeinandergetroffen sind. Damit die Ölpreise steigen, reicht eine Blockade der Straße von Hormuz aus, welche zum Persischen Golf führt.
  • Libyen, Nigeria und der Irak haben Produktionsstörungen erlebt, welche dazu beitrugen, dass an den Ölmärkten Ebbe oder Flut herrscht, aber längerfristig werden diese das Gesamtbild nicht nachhaltig beeinflussen. Es müsste schon eine dauerhafte Unterbrechung vorliegen, damit sich die Lage ändert.
  • Kanadisches Öl: Der Preis für das Western Canada Select (WCS) wurde aufgrund von Engpässen in der Schifffahrt weit unter dem Benchmark American West Texas Intermediate gehandelt. Das kanadische Alberta Teersand Öl wird zu den Häfen des Golf von Mexiko transportiert. Die Regionalregierung in Edmonton überraschte die Märkte mit der Entscheidung die Produktion zu reduzieren, was nur Auswirkungen auf WCS hatte. Eine deutlichere Senkung der Produktion könnte jedoch auch die globalen Preise beeinflussen.
  • Und nicht zu vergessen, US Präsident Donald Trump. Er fordert aktuell von der OPEC die Ölhähne offen zu lassen, da er so für die Amerikaner niedrigere Ölpreise gewährleisten will. Er könnte jedoch auf die Idee kommen, dass es besser ist die lokale Energiewirtschaft zu unterstützen. Oder er macht im Iran den Sack zu. Sollten jedoch die Ausnahmegenehmigungen iranisches Öl zu kaufen aufgehoben werden, so können die Preise steigen.

WTI Rohöl Technische Analyse

WTI 2019 Rohöl Prognose

WTI fiel auf dem Wochenchart unter den 50-SMA. Der Rückgang ließ den Relative Strength Index bis knapp unter 30 fallen, was für überverkaufte Bedingungen spricht. Das Momentum weist nach unten.

Insgesamt ist mit einer Fortsetzung des Abwärtstrends zu rechnen, nach dem es zu einer Korrektur gekommen ist, wie es die Charts vermuten lassen.

Hier sind die Niveaus, die von oben nach unten im Auge behalten werden müssen. Das 2018 Hoch von 76,80 $, 74$ (Ende Juni Hoch), 72,80 $ (Ende Mai Hoch).

Deutlich niedriger sind die 66,70 $ (Januar Hoch), 63,50 $ (Juni Tief) und 58,10 $ (Februar Unterstützung).

54,70 $ (Ende November) und 49,60 (Jahrestief).

Die nächsten Levels sind aus 2017. September Tief bei 46 $ und 42,30 $ (Juni Tief).

Aus dem Jahr 2016 liegen wichtige Niveaus bei 39,70 $ und 36,15 $ (April Swingtief).

Bei 34,50 befindet sich das Swingtief von Ende 2015, gefolgt von der psychologischen Ebene bei 30 $, sowie dem Januar 2016 Tief von 26,40 $.

Zusammenfassung

Die Ölpreise werden sich 2019 wahrscheinlich nicht erholen, während die sinkende Nachfrage zu einem Abwärtsdruck führt. Die Volatilität dürfte ebenfalls begrenzt sein, was vor allem auf die flexible Produktion der US Schieferindustrie zurückzuführen ist. Es gibt jedoch auch Spielraum für Überraschungen nach oben, die sich vor allem aus einer geopolitischen Instabilität ergeben.

 

Öl Point & Figure Chart 

Gonçalo Moreira by Gonçalo Moreira, CMT


Auf dem Ölmarkt gibt es aktuelle zwei Ranges für den Preis: Eine im Bereich der 100er und eine im Bereich der 50er, welche voneinander durch die starke Abwärtsbewegung Ende 2015 getrennt sind. Ausgehend vom 2013 Hoch kommt es zu einem vertikalen Count nach unten, bis zur 52,00, welcher in weniger als einem Jahr abgeschlossen wurde. Auf der anderen Seite kam es vom 2016 Boden aus dem Bereich der 30,00 zu einer Bewegung zur 42,00, was auf eine Bewegung zur 70,00 hindeutete, die dann Anfang 2018 erreicht wurde. Nun haben wir es mit einer möglichen Projektion in die obere Range (Count 3) zu tun, es sei denn die aktuelle Os Spalte durchbricht die 44,00, da dann mit zusätzlicher Schwäche zu rechnen ist.


Öl 2019 Prognose

 

Öl Elliott Wellen Analyse 

Gregor Horvat von Gregor Horvat


Rohöl bildet eine größere, bearish Keilformation, die basierend auf dem starken Rückgang von der roten oberen Linie Ende 2018 auf weitere Schwäche schließen lässt. Die Erholung von der 27,50 $ geschah in 3 Wellen und so kann die gesamte Korrektur vollständig umgekehrt werden, was idealerweise mit einer 5. Welle zurück zur 27,50 $ geschieht.


Öl Wochenchart

Öl 2019 Prognose

 

 

Es wird alles unternommen, um genaue und vollständige Informationen bereitzustellen. Doch mit den Tausenden zur Verfügung gestellten Dokumenten, die oft innerhalb kurzer Zeit hochgeladen werden, können wir nicht garantieren, dass keine Fehler auftreten. Jede Wiederveröffentlichung oder Weiterverbreitung von FXStreet Inhalten ist ohne die vorherige schriftliche Zustimmung von FXStreet verboten. Der Handel mit Devisen auf Margin (Verrechnungskonto) trägt ein hohes Risiko und ist möglicherweise nicht für alle Investoren geeignet. Der hohe Hebel kann gegen Sie, sowie für Sie arbeiten. Vor der Entscheidung am Devisenmarkt zu handeln, sollten Sie sorgfältig Ihre Anlageziele, Erfahrung und Risikobereitschaft prüfen. Es besteht die Möglichkeit, dass Sie einen Verlust einiger oder aller Ihrer Investitionen erleiden und deshalb sollten Sie kein Geld investieren, dass Sie sich nicht leisten können zu verlieren. Sie sollten sich aller Risiken bewusst sein, die mit dem Devisenhandel verbunden sind und konsultieren Sie einen unabhängigen Finanzberater, wenn Sie irgendwelche Zweifel haben. Alle Meinungen, Nachrichten, Forschungen, Analysen, Kurse oder andere Informationen, welche diese Informationen enthalten, die von FXStreet, seinen Angestellten, Mitarbeitern oder Partnern bereit gestellt werden, sind als allgemeine Marktkommentare zu verstehen und bieten keine Anlageberatung. FXStreet übernimmt keine Haftung für irgendwelche Verluste oder Schäden, einschließlich, ohne Beschränkung auf entgangene Gewinne, die direkt oder indirekt mit der Verwendung oder im Vertrauen auf diese Informationen entstehen.

Analysis feed

Neueste Analysen

Autor wählen

Forex Wochenausblick: US Einzelhandelsumsätze, Brexit Gipfel und mehr

Nach dem die Fed einige Hinweise auf die nächsten Zinsentscheidungen geliefert hatte und die Handelsgespräche die 

Weitere Analysen

Wie viel Potential schlumert noch im WTI?

Wo Bulle und Bär um die Vorherrschaft ringen, warten oft beste Chancen. Verpassen Sie keine Gelegenheit und erfahren

Weitere Analysen

DAX versucht der Wall Street zu folgen - Berichtssaison als Härtetest

Der nächste Test für die sich im Rally-Modus befindliche Wall Street dürfte die mit der Citigroup heute um 13 Uhr

Weitere Analysen

Wichtige Trading Niveaus mit dem Technischen Konfluenz Indikator ermitteln

Verbessern Sie Ihre Ein- und Ausstiege. Das Tool setzt sich aus einer ausgewählten Gruppe von technischen Indikatoren wie gleitenden Durchschnitten, Fibonaccis oder Pivot Points zusammen und markiert gut sichtbar wichtige Konfluenzzonen.

Technischer Indikator für Konfluenzzonen

Folge den Trades unserer Experten mit dem Trading Positionen Tool

Entdecken Sie, wie Kleinanleger, Broker und Banken, die gemeinsam mit FXStreet zusammenarbeiten, sich im EUR/USD und anderen Assets positionieren. Wählen Sie einfach einen Trade aus, um die Entscheidung nachvollziehen zu können oder nutzen Sie die aggregierten Positionen, die verständlich machen, wie die Liquidität entlang des Marktpreises verteilt ist.

Handelspositionen

MAJORS

Wirtschaftsindikatoren

Nachrichten