Der Goldmarkt kämpft aktuell mit der Marke von 1.850 USD pro Unze, doch immer mehr Analysten erklären, dass das Edelmetall erhebliches Potenzial habe, 2021 zu steigen.

So glaubt man bei ING zum Beispiel, dass die Neuigkeiten zu verschiedenen Impfstoffen dazu geführt haben, dass einige Anleger – auch angesichts des nahenden Jahresendes – kurzfristig aus dem Goldpreis ausgestiegen sind. Fundamental aber sind die Experten der Ansicht, dass der Ausblick für den Goldpreis im kommenden Jahr positiv bleibt.

Die jüngste Prognose der Bank geht von einem durchschnittlichen Goldpreis von 1.965 USD pro Unze aus, wobei man damit rechnet, dass Gold zum dritten Quartal 2021 über 2.000 USD je Unze steigen wird. Kurzfristig werde ein großer Teil des Ausblicks für das gelbe Metall von Timing und Ausmaß des nächsten US-Konjunkturprogramms abhängen sowie von der Verbreitung der COVID19-Impfstoffe. Diese sei zwar absehbar, tatsächlich aber rechnet ING auf Grund der neuesten Welle an Lockdowns mit einem nochmaligen Einbruch des Wirtschaftsgeschehens.

Den größten Einfluss auf den Goldpreis werden nach Ansicht der Analysten im kommenden Jahr Inflation und Zinsraten haben. Bei ING rechnet man damit, dass die Nominalzinsen bis auf 50 Basispunkte fallen werden, was eine Halbierung vom aktuellen Niveau aus darstelle. Doch selbst wenn sich die Nominalzinsen später im Jahr erholten, würden die Realzinsen auf niedrigem Niveau bleiben, hieß es.

Die Inflationserwartungen würden wahrscheinlich den Anstieg der Nominalzinsen übertreffen, sodass weitere Schwäche der Realzinsen zu erwarten sei, worauf der mittelfristig positive Ausblick der Bank für Gold beruht.

Die Investmentnachfrage, insbesondere nach mit Gold hinterlegten, börsennotierten Produkten, sei weiterhin der größte Treiber des Goldpreises. ING sieht aber auch eine Wiederkehr der Nachfrage nach physischem Gold, wenn sich die Welt wieder von der Coronapandemie erholt. Diese „angestaute“ Nachfrage werde den physischen Konsum 2021 klar steigen lassen, da die Verbraucher vor allem auf Grund von Festen und Hochzeiten wieder an den Markt zurückkehren würden. Zwar könnten die höheren Preise einige Verbraucher abschrecken, die Konjunkturprogramme der Regierungen und ein Anstieg des verfügbaren Einkommen aber sollten nach Ansicht der Analysten ausreichend Liquidität für die Konsumenten bereitstellen, um die Goldkäufe zu erhöhen.


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