Nach enttäuschenden britischen Konjunkturdaten und wiederaufflammenden Sorgen vor dem Brexit ist die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im Mai deutlich zurückgegangen. In der Folge ist das britische Pfund unter die Marke von 1,40 Dollar gerutscht. Zeitweise fiel das Pfund Sterling gestern 1,3918 Dollar und damit auf den niedrigsten Stand seit Mitte März.
Vor allem die wenig durchschaubare Kommunikation des britischen Notenbankchefs Mark Carney sorgte für Stirnrunzeln am Markt. Schließlich galt eine Zinserhöhung im Mai als ausgemachte Sache. In der letzten Woche hatte der Notenbankchef dann aber überraschend zurückgerudert und gesagt, dass es nach dem Treffen im Mai noch weitere zinspolitische Sitzungen geben werde. Zudem lieferten die jüngsten Konjunkturdaten ein gemischtes Bild. Er betonte, dass es um die allgemeine Richtung gehe. Nichtsdestotrotz sei eine Zinserhöhung im weiteren Jahresverlauf wahrscheinlich.
Marktteilnehmer taxieren die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im Mai mittlerweile nur noch auf 50 Prozent. Wichtige Wirtschaftszahlen stehen im weiteren Wochenverlauf nicht mehr auf der Agenda, außer dem Bruttoinlandsprodukt für das erste Quartal an diesem Freitag. Von daher sollte das britische Pfund im Rest der Woche weiter moderat unter Druck bleiben.
Bei einem Unterschreiten der jüngsten Tiefs bei rund 1,3920 Dollar, sollen sich Anleger mittelfristig auf weitere Kursrückschläge in Richtung der horizontalen Unterstützungslinie aus dem Tief vom 1. März 2018 bei 1,3712 Dollar einstellen.

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