Fed Vorschau: So könnten Euro, Dollar, Yen und Schweizer Franken auf die Zinsentscheidung der US-Notenbank reagieren


  • Die Federal Reserve wird die Zinsen erstmals seit der Finanzkrise senken.
  • Die Details des Schritts und die Botschaft entscheiden über die Reaktion der Märkte. 
  • Verschiedene Währungen können auf unterschiedliche Weise reagieren.

Die US-Notenbank wird ihren Zinssatz höchstwahrscheinlich um 25 Basispunkte senken. Seit Juni bereitet die Bank die Märkte auf einen solchen Schritt vor. Es gibt zwei Hauptgründe für die erste Zinssenkung seit der großen Finanzkrise 2008.

Hintergrund - Die Wolken am Horizont verdunkeln sich

Der erste Grund, ist die schwache Inflation. Die Fed hat ihre Haltung geändert, dass die schwache Preisentwicklung im ersten Quartal nur "vorübergehend" war und ist nun besorgt, ihr 2%-Ziel zu erreichen. Der zweite Grund sind die globalen Handelsspannungen, die die Aussichten trüben. 

Die Märkte haben ab diesem Treffen eine Reihe von Zinssenkungen eingepreist, während einige Fed-Vertreter viel vorsichtiger waren. James Bullard, Präsident der Filiale der Federal Reserve in Saint Louis, hat betont, dass er die Zinssenkung im Juli als "Versicherungsaktion" sieht - eine einmalige Senkung und nichts anderes. Bullard ist bekannt als geldpolitische Taube, der die letzte Zinserhöhung im Dezember ablehnte, und seine Worte gossen kaltes Wasser über die Erwartungen. Darüber hinaus waren die jüngsten Daten zufriedenstellend, und die Handelsgespräche wurden wieder aufgenommen, was die Chancen für einen "One and done"-Zinsschritt erhöht - zumindest vorerst.

Trotz sinkender Erwartungen rechnen die Märkte weiterhin damit, dass die Fed die Fed-Funds-Rate in diesem Jahr zweimal und im nächsten Jahr zweimal senkt. Einige Analysten sehen sogar, dass die Fed die Zinsen diesmal um nicht weniger als 50 Basispunkte senkt.

Hier sind vier Szenarien für die Fed-Entscheidung und die USD-Reaktion:

1) Präventive Zinssenkung - USD steigt

Wenn der Fed-Vorsitzende Jerome Powell und die Erklärung beide eine Botschaft vermitteln, dass die Bank präventiv die Zinsen senkt und dass sie nicht bereit sind, sich zu weiteren Schritten zu verpflichten, dürfte der Dollar steigen.

Dieses Szenario hat angesichts der jüngsten Wirtschaftsdaten die höchste Wahrscheinlichkeit. Die Option ist nur teilweise eingepreist.

Der Dollar dürfte auf breiter Front an Wert gewinnen und gegenüber dem Euro deutlich an Wert zulegen, der anfällig ist, nachdem die EZB die Tür für einen neuen geldpolitische Impuls geöffnet hat. Das Pfund könnte auch inmitten der Unsicherheit von Brexit unter Druck geraten. Der Yen könnte jedoch nur geringfügige Kursverluste erleiden, da ein möglicher Kursrückgang der Aktien alle USD/JPY-Aufwärtsbewegungen begrenzen könnte - Aktien und dieses Währungspaar korrelieren sehr eng miteinander.

2) Zinssenkung und die Aussicht auf mehr - USD fällt

Die Fed könnte die Tür zu weiteren Zinssenkungen öffnen - entsprechend den Markterwartungen - ohne sich auf eine bestimmte Menge festzulegen. Powell kann auf steigende Unsicherheiten hinweisen und davon absehen, in diesem Jahr weitere Schritte auszuschließen. 

In diesem Szenario mit mittlerer Wahrscheinlichkeit würde der US-Dollar fallen, aber wahrscheinlich nicht dynamisch. Schließlich erwarten die Märkte weitere Zinssenkungen.

Der Rückgang des Dollars könnte auf breiter Front einheitlich sein, da die Fed nur zu ihren Pendants aufschließen wird. Der Anstieg von USD/JPY hängt von den Aktien ab, während der Euro möglicherweise nicht in der Lage ist, erhebliche Gewinne zu erzielen, da die EZB bald handeln wird.

3) Zinssenkung um 50 Basispunkte - USD stürzt ab

Um die Märkte zu beruhigen, kann Powell eine große Zinssenkung von 50 Basispunkten wählen. Selbst wenn er sagt, dass keine weiteren Schritte zu erwarten sind, wird ein signifikanter Zinssenkungsschritt wahrscheinlich tiefgreifende negative Auswirkungen auf den Dollar haben und die Aktien in die Höhe treiben.

Dieses Szenario ist wenig wahrscheinlich, da die in Washington ansässige Institution nicht als dem politischen Druck aus der ganzen Stadt erliegend angesehen werden will - dem Weißen Haus. Der anhaltende Druck von Präsident Donald Trump auf die Fed könnte nach hinten losgehen, wenn die Bank um ihre Unabhängigkeit kämpft.

In diesem Szenario können Rohstoffwährungen wie der kanadische und der australische Dollar aufgrund der Risikobereitschaft, die die Aktienmärkte mitreißen kann, als überwältigende Gewinner hervorgehen. Der Safe-Hafen-Yen könnte in diesem Fall unter Druck geraten.

4) Keine Zinssenkung - USD schnellt in die Höhe

Ein weiteres Szenario mit geringer Wahrscheinlichkeit ist, dass die Fed aufgrund der jüngsten positiven Daten ihr Puder trocken hält und erst im September - neben neuen Prognosen - die Tür für Zinssenkungen offen hält. In diesem Szenario würde der Dollar auf breiter Front zulegen und die Aktien würden abstürzen.

Die Chancen sind äußerst gering, da sie der klaren Botschaft der Bank an die Märkte widersprechen würden, aber es kann nicht ausgeschlossen werden.

Rohstoffwährungen könnten neben den Aktienkursen mit dem Euro und dem Pfund, die versuchen, im Wettlauf nach unten mit ihnen zu konkurrieren, unter einem massiven Ausverkauf leiden. Der Yen und vielleicht auch der Schweizer Franken - ein Safe-Hafen der zweiten Kategorie - könnten sich besser entwickeln als der US-Dollar und sich in dieser unwahrscheinlichen Entwicklung hervorheben.

Fazit

Die Fed dürfte die Zinsen senken und eine hohe Volatilität auslösen, aber die Details des Ereignisses sind entscheidend. Jede Währung kann je nach Ergebnis unterschiedlich reagieren.

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