Fed Preview: Liegt die Messlatte für steigende Zinsen höher? Powell kann Dollar fallen lassen – 3 Dinge sind zu beachten


  • Die Federal Reserve wird ihre Zinssätze mit der letzten Sitzung des Jahres unverändert lassen.
  • Die Dot-Plots liefern indes Hinweise auf die Geldpolitik im Jahr 2020.
  • Die Kommentare zu der Reaktion auf eingehende Daten sind ebenfalls von Bedeutung.

Die Federal Reserve bereitet sich auf ein ruhiges Weihnachtsfest vor, aber die Märkte werden sich davon nicht beeindrucken lassen, auch wenn die mächtigste Zentralbank der Welt keine Änderung an ihrer Geldpolitik vornimmt.

Nach dem die Fed die Zinsen während der letzten drei Sitzungen gesenkt hatte, wird es beim letzten Treffen in diesem Jahr keine Änderung geben. Es wurde bereits eine Pause signalisiert und der Fed Vorsitzende J. Powell sagte kürzlich, dass die Wirtschaft weit mehr ist als ein „halbvolles Glas“.

Dieser Kommentar könnte auf einem Anstieg der Investitionen beruhen, da die Auftragseingänge für langlebige Gebrauchsgüter zuletzt zugelegt hatten. Powell dürfte auch mit dem Anstieg des Immobilienmarktes zufrieden sein, der von der lockeren Geldpolitik der Fed profitiert hat. Die Verkäufe neuer Immobilien steigen mit einem zufrieden stellenden Tempo.

Die ISM PMIs haben jedoch zuletzt die Erwartungen verfehlt, was auf eine langsameres Wachstum im Dienstleistungssektor und einen anhaltenden Rückgang des verarbeitenden Gewerbes zurückzuführen ist. Der Anstieg der Inflation hat sich umgekehrt, da der von der Fed bevorzugte Indikator, der Kern PCE, auf Jahresbasis auf 1,6 % gefallen ist, während das Ziel der Bank bei 2 % liegt.

Der Kern PCE lag zuletzt im Jahr 2008 bei über 2 %.

Kern PCE

Das zweite Mandat der Zentralbank liegt auf dem Arbeitsmarkt und während die Zahl der Arbeitsplätze mit einem gesunden Tempo steigt, stagnieren die Löhne.

Der Fokus der Märkte wird wahrscheinlich auf der Fed Geldpolitik im Jahr 2020 liegen. Die Anleihemärkte rechnen im Jahr 2020 mit einer Zinssenkung und diese Prognose könnte beeinflusst werden, was sich auf den US-Dollar auswirkt.

Der Dollar wird sich an diesen 3 Dingen orientieren:

1) Neue Prognosen

Die Bank veröffentlicht neue Prognosen für das Wachstum, Beschäftigung, Inflation und vor allem für die Zinsen. Kleinere Änderungen sind wahrscheinlich, aber jede Änderung kann zu einer ausgeprägten Marktbewegungen führen.

Der sogenannte Fed Dot-Plot gibt eine gewisse Orientierung, auch wenn die Institution regelmäßig versucht deren Bedeutung herunterzuspielen. Eine geringfügige Herabstufung der Zinsprognosen ist wahrscheinlich eingepreist. Ein stärkerer Rückgang der Erwartungen könnte den Dollar fallen lassen, aber wenn die Erwartungen für 2020 unverändert bleiben, ist mit einer Stärke des Dollars zu rechnen.

Hier sind die neuesten Prognosen von September 2019

Fed Dot-Plot

Quelle: Federal Reserve

im Laufe des Jahres lagen die Märkte im Hinblick auf die Prognosen zu den Zinssenkungen stets vor der Fed und dieser Trend könnte sich weiter verstärken.

2) Wirtschaftliche Bewertung

Kommentare zur Inflation und der Beschäftigung – dem Doppelmandat der Fed – stehen ebenfalls im Fokus. Auch die Meinung der Fed zum Handel wird die Investoren interessieren. Dieses Thema wird im Statement wahrscheinlich nicht enthalten sein, aber möglicherweise spricht J. Powell auf seiner Pressekonferenz darüber.

Die Anleger werden das Statement vom Dezember mit der Veröffentlichung im Oktober vergleichen. Kleine Änderungen des Wortlauts, wie die Ersetzung von Worten wie „bescheiden“ bis „moderat“ oder „stark“ bis „solide“ in Bezug auf den Arbeitsmarkt und die Inflation können an den Finanzmärkten für Bewegung sorgen.

3) Reaktionsprinzip

Der vielleicht kritischste Punkt ist wie Powell das Redaktionsprinzip der Bank beschreibt, wenn man die unveränderte Geldpolitik hinter sich lässt. Alle Zentralbanken sagen, dass ihre Entscheidungen Daten abhängig sind, aber sie neigen dazu auf die eingehenden Informationen unterschiedlich zu reagieren.

Bereits im Oktober sagte der Fed Vorsitzende, dass eine Neubewertung des Ausblicks eine Zinssenkung auslösen könnte. Damit die Fed die Zinsen anhebt, reicht eine Änderung der Zukunftsprognosen nicht aus. Powell sagte, dass er erst nach einem deutlichen Anstieg der Inflation eine Anhebung der Zinsen in Betracht zieht.

Damit liegt die Messlatte für eine Zinssenkung wesentlich niedriger, als es für eine Zinserhöhung der Fall ist.

Sollte er diese Sichtweise bestätigen, kann der Dollar auf eine Talfahrt geschickt werden, da den Märkten bewusst wird, dass eine aggressivere Zinssenkung möglich ist. Sollte Powell dies jedoch als Missverständnis abstempeln, hat der Dollar Spielraum für Gewinne.

Zusammenfassung

während die Fed die Zinsen mit ihrer Sitzung im Dezember 2019 voraussichtlich unverändert lassen wird, werden das Dot-Plot, die Einschätzung der Wirtschaft und das Reaktionsprinzip Hinweise auf künftige Maßnahmen liefern.

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