• Christine Lagarde trifft ihre erste Entscheidung als EZB Präsidentin
  • Investoren haben die Aussagen der Präsidentin und der neuen Wirtschaftsprognosen im Blick
  • Lagarde könnte versuchen die EZB Falten zu beruhigen, wovon der EUR profitiert
  • Andere Szenarien sind, dass man über die künftige Politik und Fehlentwicklungen schweigt.

Die ehemalige Geschäftsführerin des Internationalen Währungsfonds, Lagarde, sprach in ihrer damaligen Session oft über eine lockere Geldpolitik der EZB. Draghi beschwerte sich sogar einmal, dass er nicht gut findet, wie der IWF der Federal Reserve sagt, was sie tun soll.

Lagarde wird daher dem dovish Lager zugeschrieben, aber sie dürfte nicht nur die lockere Draghi Politik fortsetzen, sondern auch eigene Impulse liefern wollen.

Die neue Präsidentin übernimmt einen gespaltenen EZB Rat, wie den Kommentaren der EZB Mitglieder nach dem geldpolitischen Paket im September zu entnehmen war. Damals wurden die Einlagenzinsen um -0,50% gesenkt und ein Anleihekaufprogramm gestartet, welches 20 Milliarden € im Monat beträgt.

Draghi forderte von den Regierungen der Gemeinschaft weitere Strukturreformen auf dem Weg zu bringen.

Es ist wahrscheinlich, dass Lagarde zum Beginn ihrer Amtszeit versuchen wird eine Einheit unter den EZB Politikern herzustellen, bevor sie sich einen Namen macht und geldpolitische Lockerungen veranlasst. Sollte sie darauf verzichten weitere Impulse zu setzen, könnte der Euro steigen.

Der Eurozonen Verbraucherpreisindex ist auf 1 % gestiegen, womit er aber nur die Hälfte des Weges bis zum 2 % EZB Ziel hinter sich hat. Die Gesamt Inflation erreichte ihr Hoch bei 1,3 %, während die Kernpreise zum letzten Mal im Jahr 2013 über dieses Niveau gestiegen waren.

Eurozone CPI

Die Politik der Zentralbank beruht nicht nur auf den vergangenen Daten, sondern auch auf die mittelfristigen Prognosen. Zusammen mit der Entscheidung der EZB werden auch neue Prognosen zur Inflation und dem Wachstum bekannt gegeben. Eine Abwärtsrevision der Prognosen für das Jahr 2020 könnte zu einer dovish Lagarde Haltung führen.

Es ist jedoch nicht davon auszugehen, dass sich die Zahlen großartig ändern werden.

Die jüngsten Wirtschaftsdaten aus Frankreich und Deutschland haben die Erwartungen übertroffen. Damit ist die Wahrscheinlichkeit gestiegen, dass die Ökonomen in Frankfurt die Prognosen anheben und nicht senken. Dadurch ist Lagarde in der Position einen ausgewogenen oder sogar einen leicht optimistischen Ton anzuschlagen, um die Falken zu beruhigen.

Außerdem gibt es nach den geldpolitischen Maßnahmen im September keinen unmittelbaren Zwang kurz vor Weihnachten mehr zu tun.

Hier sind 3 Szenarien.

1) Einheit und Besänftigung der Falken – Euro positiv

Angesichts der oben genannten Argumente ist das Basisszenario, dass sich Lagarde auf eine Belebung der Inflation und eine geringfügige Verbesserung der Prognosen beruft, um ein rosigeres Bild für die Zukunft zu zeichnen. Lagarde, die zuvor als französische Finanzministerin tätig war, gilt als hoch qualifizierte Politikerin. Sollte sie das Glas als halb voll ansehen, wird sie die Falken beruhigen und die Kluft zwischen den Politikern verringern. Für die Zukunft könnte dies entscheidend sein, wenn sich die Situation verschlechtert.

In diesem sehr wahrscheinlichen Szenario hätte der EUR/USD Spielraum um zu steigen.

2) Das Boot nicht zum Schaukeln bringen – Euro neutral

Lagarde könnte sich dafür entscheiden auf Nummer sicher zu gehen und kein Statement abgeben, welches der Markt in irgendeine der beiden Richtungen interpretieren könnte. Sie könnte betonen, dass sie noch nicht lange im Amt ist und noch einiges zu lernen hat. Ihre Kritiker bemängeln ihren fehlenden ökonomischen Hintergrund, da sie trotz ihrer langjährigen Tätigkeit an der Spitze des IWF nur eine Juristin ist. Mit dem Versprechen mehr lernen zu wollen, kann sie die Kritiker milde Stimmen und auch verhindern, dass der Unmut der EZB Mitglieder auf der Seite der Falken und/oder Tauben zunimmt.

Die Chancen auf dieses Szenario sind Mittel und sollte es ein Treffen, wird der EUR/USD in seiner vertrauten Range bleiben.

3) Offen für neue und dovish Ansätze – Euro negativ

Da Lagarde neu ist, könnte sie unbeabsichtigte Kommentare abgeben, trotz ihrer umfangreichen politischen Erfahrung. Sie könnte eine Frage und unverblümt beantworten und ihre wahre Meinung offenbaren. Sie könnte sogar Hinweise darauf geben, dass neue Tools zum Einsatz kommen können, was möglicherweise Spekulationen auslöst, dass sie bereit ist mit der geldpolitischen Lockerung noch weiter zu gehen als Draghi.

Die Chancen auf dieses Szenario sind gering, aber sollte sich das bewahrheiten, könnte der EUR/USD stark fallen.

Fazit

während es unwahrscheinlich ist, dass die EZB ihre Geldpolitik mit der letzten Sitzung im Jahr 2019 ändern, kann die erste Sitzung unter der Leitung der EZB Präsidentin Christine Lagarde dennoch zu einer hohen EUR/USD Volatilität führen. Positive Zahlen und Prognosen sowie der Versuch die unzufriedenen Falken zu beruhigen, können den Euro nach oben treiben. Bei einem ausgewogenen Ansatz dürfte der allgemeine Trend unverändert bleiben. Eine überraschend dovish Haltung führt auf der anderen Seite zu einem Abwärtsdruck für den Euro.

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