Nach dem die Europäische Zentralbank den Beginn des Taperings bereits im November bekanntgegeben hatte, steht vor Weihnachten nicht sehr viel auf der Agenda angesichts der guten Ausgangslage der europäischen Wirtschaft. Insofern dürfte Weihnachtsmann Draghi die Zinsen in der Eurozone tief halten und die guten Wachstumsaussichten loben.
Das Volumen des Kaufprogramms der EZB wird ab Januar auf 30 Milliarden Euro pro Monat gesenkt und voraussichtlich bis September 2018 laufen. Diese Zusage ist ein großer Anker der geldpolitischen Stabilität für die Dezembersitzung, aber auch für die Treffen Anfang 2018.
Die EZB dürfte auf der Sitzung am Donnerstag keinerlei geldpolitische Veränderungen vornehmen. Die Inflation bewegt sich immer noch unter dem von der EZB definierten Zielwert von 2 Prozent und so dürften die Währungshüter eine Diskussion über den nächsten Schritt nach hinten hinauszögern. Änderungen zur Forward Guidance sind erst Mitte 2018 zu erwarten.
Insofern wird die EZB die Leitzinsen unverändert und für längere Zeit und weit über den Zeithorizont des Nettoerwerbs von Vermögenswerten hinaus auf dem aktuellen Niveau belassen.
Wirtschaftliche Entwicklung
Die Frühindikatoren wie die Einkaufsmanagerindizes aus der Eurozone zeichnen einen fruchtvolle Zukunft für Europa.
Der finale Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe stieg per November auf 60,1 Punkte. Angetrieben war der Anstieg durch ein hohes Produktionsniveau und einen Auftragseingang, der auf neue Mehr-Jahres-Hochs kletterte. Das unterstützt darüber hinaus das Beschäftigungswachstum.
Die gute Nachricht für die EZB ist, dass die Wirtschaftsaktivität in vielen Ländern der Eurozone an Fahrt aufnimmt. Deutschlands Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe stieg im November auf den zweihöchsten Stand seit Beginn der Lesung 1996 als die Orderkomponente so schnell wuchs wie seit März 2010. Das französische Pendant erreichte im gleichen Betrachtungszeitraum den höchsten Stand seit sieben Jahren. Auch hier legte das Order- und Beschäftigungswachstum deutlich zu. Italiens Einkaufsmanagerindex war durch Zuwächse beim Auftragseingang, der ein neues Siebzehnjahreshoch erreichte, und den Exportumsätze unterstützt.
Beim Blick auf dem Gesamtindex - also der Kombination des Produktions- und Servicesektors, stieg die Wirtschaftsaktivität in der Eurozone ebenfalls. Das schürt die Hoffnung auf ein starkes Wirtschaftswachstum im verriet Quartal. Experten rechnen mit einem Bruttoinlandsprodukt der Eurozone von 0,8 Prozent, während Deutschland um 0,9 Prozent, Frankreich um 0,7 Prozent, Spanien um 0,8 Prozent und Italien um 0,4 bis 0,5 Prozent wachsen dürfte (4. Quartal).
Die Gesamtindizes schafft damit eine solide Grundlage für die EZB, die kurzfristigen und mittelfristigen Wachstumsprognosen nach oben zu setzen, da die Zahlen durchaus Optimismus schüren. Abwarten müssen wir jedoch, ob das für die EZB ausreicht, auch die Inflationsprognosen heraufzusetzen.
Obwohl sich die Inflation in der Eurozone immer noch weit unterhalb des Zielwertes der EZB bewegt, hat der Trend zuletzt nach oben gezeigt. So zeigt die von der EZB bevorzugte Kerninflation schon seit 2017 nach oben. Das dürfte auch der Grund für die Ankündigung des Taperings ab Jahresanfang gewesen sein.
Das Mitglied des EZB-Direktoriums wies kürzlich darauf hin, dass die Verlängerung des Programms zum Ankauf von Vermögenswerten im November endgültig gewesen sei. Yves Mersch sagte, der Markt liege falsch, es werde keine weitere Verlängerung geben, während während Benoît Cœuré sagte: "Ich hoffe, dass die Wertpapierkäufe im September enden werden“.
Kommunikation
Präsident Mario Draghi ist ein geschickter Rhetoriker, und es dürfte ihm leicht fallen, bei der Pressekonferenz den Fragen der Journalisten auszuweichen. Er sagt immer nur das, was er will und nur das, was er denkt, dass für die Öffentlichkeit relevant ist.
Mit diesem soliden Wirtschaftswachstum, das einige Länder der Eurozone aufweisen, dürfte es für ihn noch leichter sein, die EZB für die jüngste Politik zu loben, die sin der Zeit der wirtschaftlichen Dämmerung durchführte.
Draghi ist wie der Exebeche… „Laut sprechen, nichts sagen.“
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