Das Ergebnis der gestrigen US-Notenbanksitzung hat das Potential den US-Dollar für die kommenden Wochen stark zu beeinflussen. Es geht dabei nicht nur um die Auf- oder Abwertung der Leitwährung, sondern auch um den Einfluss auf den Devisen und Rohstoffmarkt sowie die Aktienindices. Je nachdem, wie der Markt im heutigen Handelsverlauf reagiert, dürfte sich ein Oderflow mit nachhaltigem Charakter in die Long- oder Shortrichtung entwickeln.

Der US-Dollar hat das Potential für eine Rally

Auf Grund der Tatsache, dass der US-Dollar in den letzten Monaten stark abverkauft wurde, dürfte eine Änderung der Sichtweise mit Bezug auf die wirtschaftliche Entwicklung der USA bzw. die weitere Entfaltung der Inflation und deren Auswirkungen auf den längerfristigen Zinsmarkt zur einem Abbau von vorhandenen Short-Positionen führen. Da es auf Grund des derzeitigen Negativzinsen in den USA recht wenig Anlass für die FED gibt, etwas an der Zinsschraube zu drehen, liegt der Fokus auf den Aussagen der Notenbank zu einer Straffung des Anleihekaufprogramms. Denn wenn schon das „Tapering light“ mit dem Verkauf von Firmenanleihen zu einem Anzug des US-Dollars geführt hat, sind die Auswirkungen einer weiteren Straffung bzw. der Andeutung solcher Maßnahmen leicht zu erkennen.

Der Blick auf den DX-Future (US-Dollar Index) lässt erahnen, wohin die Reise gehen kann. Nach der Bodenbildung im Bereich zwischen 89,600 USD und 89,750 USD hat sich im Tageschart bereits ein Aufwärtstrend gebildet. Der Anstieg über dessen Zwischenhoch bei 90,625 USD, hat den Druck auf die Short-Seller erhöht, was Zuwächse über das kleine Verlaufshoch bei 90,920 USD in den um 91,30 USD befindlichen Widerstand ausgelöst hat. Geht die Rally weiter über die Marke von 91,50 USD, bietet sich das Hoch um 93,470 USD als höheres Ziel an.

EURUSD: Die Auswirkungen eines wiedererstarkten US-Dollar

Die starke Rally der Gemeinschaftswährung – blauer Trendkanal – hat den Kurs des EURUSD vom knapp 1,17000 USD bis auf 1,22660 USD katapultiert. Doch mit dem wiedererstarkten US-Dollar kam es zum Ausbruch durch die Unterseite des Trendkanals und zur Etablierung eines Abwärtstrends auf Tagesbasis. Die Fortsetzung des Abwärtstrends mit Kursen unterhalb von 1,20925 USD hat aus kurzfristiger Sicht den Weg über die tieferen Anlauflevel bei 1,20600 USD bzw. 1,19900 USD geebnet. Eine nachhaltige Rally im US-Dollar rückt im weiteren Verlauf nun den untergeordneten Schwungbereich um 1,18700 USD sowie das Jahrestief bei 1,17040 USD auf die Agenda möglicher Kursziele auf der Chartunterseite.

Sollte der US-Dollar jedoch zunächst wieder schwächer werden, liegen die nächsten Kursziele auf der Chartoberseite im EURUSD-Tagestrend am blau markierten Ausbruchslevel um 1,20925 bzw. bei 1,22180 USD, 1,22540 USD und 1,22660 USD.

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Ihr Mike Seidl

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