Eurozone: Hat die Inflation ihren Zenit bereits überschritten?


Hat die Inflation ihren Zenit bereits überschritten, so dass die Diskussion über eine Verschärfung der ultralockeren EZB-Geldpolitik übertrieben ist? Den jüngsten Preisdaten zufolge ja. Schließlich ist der Verbraucherpreisindex von 1,3 Prozent im Vormonat auf 1,2 Prozent im April gesunken. Die Kernrate ohne Nahrungsmittel und Energie sank sogar von 1 Prozent im März auf 0,7 Prozent. Überraschend deutlich sind aber die Energie- und Nahrungsmittelpreise gestiegen. Beide Komponenten legten um jeweils um 2,55 Prozent und 2,45 Prozent zu. 

Angesichts des frühen Osterfestes war aber ein Rückgang der Preisentwicklung zu erwarten. Insofern glauben wir, dass der Inflationsrückgang nur vorübergehend ist und legen unseren Fokus daher auf den zugrundeliegenden Inflationsdruck. Spannend wird werden, ob sich die Kerninflation im Mai zurück auf 1 Prozent erholen kann. 

Dies sollte entscheidend dafür sein, ob wir die nächste Änderung in der Forward Guidance bereits im Juni sehen werden. Die Mehrheit der Volkswirte rechnet mit einer Anpassung im Juni, aber angesichts der wackeligen Preisentwicklung nehmen wir den Juli als Termin ins Visier. 

Ein temporärer Inflationsanstieg in den nächsten Monaten ist sehr wahrscheinlich, weil die Energiepreise weiter steigen, aber der übergeordnete Inflationsdruck sollte gedämpft bleiben. Zwar sehen wir eine Erholung der Kerninflation auf 1,0 Prozent im Mai, aber durchschnittlich dürfte sie im weiteren Jahresverlauf bei 1,1 Prozent liegen. Erst im neuen Jahr sollten steigende Löhne für eine Kerninflation bei rund 1,4 Prozent sorgen. 

 

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