Euro-Dollar: Alle Augen sind auf die Fed gerichtet


Der Euro hat gestern die psychologisch wichtige Marke von 1,2000 Dollar kurzzeitig unterschritten. Als Auslöser für die Verluste gelten vor allem die steigenden US-Renditen. Zudem ist ein Schlüsselindikator im ISM-Index besser ausgefallen als von Experten erwartet. Die Einkaufspreise sind überraschend gestiegen, während der Gesamtindex sich um 2 Punkte verschlechtert hatte. Steigende Preise signalisieren einen wachsenden Inflationsdruck. Marktteilnehmer spekulieren daher auf einen aggressiveren Zinspfad der Federal Reserve. Der Euro-Dollar sank in der Spitze auf 1,1983 Dollar und markierte damit den tiefsten Stand seit 12. Januar.

Aufgrund des gestrigen Feiertages war das Handelsvolumen nur gering, was auch teilweise die erratischen Kursbewegungen erklärt. Heute stehen die vorläufigen Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt in der Eurozone auf der Agenda. Volkswirte rechnen mit einer Verlangsamung von 0,6 Prozent im Vorquartal auf 0,4 Prozent im Auftaktquartal. 

In der US-Sitzung veröffentlicht der US-Dienstleister ADP das Stellenwachstum aus dem US-Privatsektor. Erwartet wird ein Jobaufbau von rund 200.000. Das wichtigste Event des Tages ist aber zweifellos die zinspolitische Entscheidung der amerikanischen Notenbank Fed. Eine Zinserhöhung gilt zwar als ausgeschlossen. Investoren hoffen aber auf klare Hinweise über den zukünftigen geldpolitischen Kurs der wichtigsten Zentralbank auf der ganzen Welt. Marktseitig wird auf eine Zinserhöhung im Juni spekuliert.

Enttäuschende Wachstumszahlen aus der Eurozone und gute US-Konjunkturdaten gemeinsam mit einer optimistischen Fed könnten den Euro-Dollar weiter abstürzen lassen. Angesichts der überverkauften Marktbedingungen sollten sich Marktteilnehmer allerdings auf eine kurzfristige Konsolidierungsphase einstellen.

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