44,7 Punkte – das dürfte die Zahl des Tages heute an der Börse werden. So tief ist der Einkaufsmanagerindex im verarbeitenden Gewerbe in Deutschland im März gefallen. Alles unter 50 Punkten deutet auf eine Abschwächung der Wirtschaft hin, alles unter 45 Punkten kann man als Signal für eine bevorstehende Rezession interpretieren. 

Das in Kombination mit den Nachrichten von der US-Notenbank am Mittwoch, in der Geldpolitik eine 180-Grad-Wende zu vollziehen, hat die Gewinne im Deutschen Aktienindex auf einen Schlag pulverisiert - mehr noch: der Markt verliert in einer knappen halben Stunde fast 200 Punkte. Die Angst vor einer Rezession ist auf das Börsenparkett zurückgekehrt. Und da nützt es auch nichts, dass die Zinsen tief bleiben. 
 
Denn das scheinbar undurchdringbare Schild, dass der Aktienmarkt seit Jahresbeginn gegen schlechte Nachrichten vor sich trägt, da sich Investoren mal wieder in Sicherheit wähnen, im Notfall Rückendeckung von den Notenbanken zu erhalten, könnte brüchig sein. Denn bei allem unerschütterlichen Vertrauen sollte man nicht vergessen, dass die heutigen Zusicherungen nicht mehr dieselben sind wie vor zehn Jahren. Sie werden nun begleitet von einem faden Beigeschmack der Verzweiflung. Eine weltweite Rezession muss um jeden Preis verhindert werden, da die Zentralbanken mit dem Rücken zur Wand stehen und nicht mehr viel Munition haben, um auf konventionellem Wege Geldpolitik betreiben und damit den Börsen im Ernstfall helfen zu können. 
 

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