Dass Chinas Notenbank am Donnerstag vergangener Woche Liquidität vom Markt genommen hat, lässt die erfolgsverwöhnten Käufer der Highflyer-Aktien in Festlandchina aufhorchen. Seitdem sind die Kurse im China A50 Index um mehr als sieben Prozent gefallen, heute Morgen hat sich der Abwärtstrend noch einmal rasant beschleunigt. Nun macht unter den weltweiten Investoren Angst die Runde, dass die Verkäufe von China nach Europa und an die Wall Street überschwappen könnten.
Es ist zwar wenig wahrscheinlich, dass die Federal Reserve in die Fußstapfen der chinesischen Notenbank treten wird und ihrerseits ebenfalls Liquidität abschöpfen wird. Allerdings bilden die derzeit laufenden Anhörungen und Ermittlungen um Gamestop den Nachrichtenhintergrund, vor dem die spekulativen Exzesse am Aktienmarkt genauso ins Scheinwerferlicht rücken wie die geldpolitische Straffung in China. Spekulative Anleger, die wochenlang die Kurse nach oben trieben, fühlen sich jetzt ihrerseits ein bisschen wie Getriebene der Märkte.
Weltweit ist die Rede von Lockerungsmaßnahmen und einem Ende des Lockdowns in Schritten. Damit könnten die Anleger geneigt sein, erst einmal Gewinne in den Aktien mitzunehmen, die in der Pandemie am stärksten gelaufen sind. Hinzu kommt, dass jetzt einen Monat lang die Saisonalität gegen den Deutschen Aktienindex arbeitet. Die kommenden 30 Tage waren im Schnitt der vergangenen zehn Jahre eine der beiden schlechtesten Zeiträume des gesamten Börsenjahres für den DAX.
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