Die Europäische Zentralbank hat den Wunsch der Anleger erhört und gestern erneut betont, dass die Geldschleusen noch eine Weile lang offenbleiben werden. Dass der S&P 500 an der Wall Street auf ein neues Rekordhoch gestiegen ist, drückt auf der anderen Seite des Atlantiks die Hoffnung aus, dass es Jerome Powell seiner Amtskollegin in Frankfurt in der kommenden Woche gleichtun wird. 

Ob aber deshalb mitten in der saisonalen Flaute jetzt neue Dynamik im Deutschen Aktienindex aufkommt, steht auf einem ganz anderen Blatt. Grünes Licht von den Zentralbanken bedeutet nicht zwangsläufig, dass die Börsen einen Gang höher schalten müssen. Das, was gestern gesagt wurde, war nichts Neues. Die EZB hat geliefert, was erwartet wurde – mehr nicht. Damit wurde aus der Sitzung zunächst einmal ein Ereignis, das an den Börsen durchgereicht wird, ohne nennenswerte Spuren in den Kursen zu hinterlassen.

Optimisten und Pessimisten halten sich in Frankfurt auf dem hohen Niveau weiter die Waage. Die Unsicherheit darüber, ob die Rally über den Sommer so weiter gehen kann oder nicht doch langsam Gewitter aufziehen, ist deutlich zu spüren. Technisch betrachtet bricht heute ein wichtiger Tag für den DAX an. Kräftigte Kursgewinne könnten die Stimmung für die kommende Woche verbessern, Kursverluste würden schon für die nächsten Handelstage ein Tiefdruckgebiet an der Börse ankündigen.

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