Heute wartet die Börse auf den "German Vote". Gerade internationale Investoren, die in den vergangenen Monaten verstärkt in deutsche Aktien investiert haben, hoffen auf den Wumms in der Haushaltspolitik. Die Nachricht, dass Bayern im Bundesrat am Freitag für das Paket stimmen will, sorgte gestern für Zuversicht auf dem Parkett. Dennoch ist eine gewisse Zurückhaltung der Anleger vor den beiden Abstimmungen zu spüren. 

Friedrich Merz mag das "Whatever it takes" von Mario Draghi geliehen haben. Er hat aber eine ungleich schwierigere Aufgabe vor sich. Draghis "Whatever it takes" führte zu einer Abwertung des Euro und eine Absenkung der Renditen, Merz könnte den Euro stärken und die Renditen steigen lassen. Am Ende kommt es auf die Wirksamkeit der staatlichen Investitionen und die Nachhaltigkeit an, mit denen sie für Wirtschaftswachstum in Deutschland sorgen können.

Die Sorge um einen Einbruch des Konsums in den USA ist mit den gestrigen Daten weiter gestiegen. Nicht nur war der Februar schwächer als erwartet, es gab auch eine deutliche Korrektur der Januar-Zahlen. Darin sind die Strafzölle von Trump noch gar nicht enthalten. Trumps Politik schwächt einen Konsum, der bereits im Abschwung war, noch zusätzlich. 

Nun hoffen Anleger auf klare Signale der US-Notenbank morgen. Die Fed hat wiederholt verkündet, ihre Mission im Kampf gegen die Inflation nicht vollends abgeschlossen zu haben. Deshalb wird es auch darauf ankommen, ob die Fed neben den Leitzinsen vielleicht die geplante Verkleinerung ihrer Bilanz etwas abschwächen wird. Sie könnte dadurch die Geldpolitik etwas weiter lockern, um den steigenden Wachstumsrisiken zu begegnen.

Marktfreundliche Töne hören Anleger derzeit aus Europa und heute Morgen wieder aus China, das den Konsum stützen möchte. Teslas chinesischer Konkurrent BYD überbietet seinen Erzrivalen mit einer neuen Schnelllade-Technologie, die mit fünf Minuten doppelt so schnell 400 km Reichweite aufladen soll. Baidu veröffentlicht ein neues, leistungsfähiges Open-Source-KI-Modell und steigt um zehn Prozent. Außerdem hoffen Anleger auf gute Quartalszahlen von Xiaomi und Tencent. Das ist die Art von Marktumfeld, das vor fünf, sechs Monaten noch typisch war für die US-Technologiebörse Nasdaq, nur mit dem Unterschied, dass jetzt die Kurse in Shanghai steigen.

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